Automatisch generierte Likes

Facebook macht Nutzer unfreiwillig zu "IS-Anhängern"

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24.000 "Gefällt mir"-Angaben für den Islamischen Staat.

München - Das soziale Netzwerk Facebook erzeugt unfreiwillig "Gefällt mir"-Angaben seiner Nutzer. Eine Erklärung des Unternehmens steht aus.

Die Suchergebnisse zum Stichwort Islamischer Staat.

Begibt man sich bei Facebook auf die Suche nach dem Stichwort "Islamischer Staat", findet man vier größere Seiten mit der bekannten schwarzen Flagge und dem weißen Namensschriftzug. Die größte Seite, in arabischer Schrift - weist Facebook mit rund 24.000 "Gefällt mir"-Angaben aus, unter anderem auch zwei Freundschaftskontakte des Verfassers dieses Artikels. Auf Nachfrage verneinen beide, einen Daumen für die IS-Seite verteilt zu haben. 

Unter der Seite, die Facebook aus dem entsprechenden Wikipedia-Artikel mit einem weiterführenden Link auf die Online-Enzyklopädie generiert hat, findet sich im unteren Bildrand der kleine Hinweis: "Diese Seite wurde automatisch anhand der Interessen der Facebook-Nutzer generiert und ist mit keiner Person im Zusammenhang mit diesem Thema verknüpft oder deren Eigentum." 

Das bedeutet: sie unterscheidet sich von den klassischen Fanseiten auf Facebook, auf denen beispielsweise Musiker, Vereine oder Zeitungen Beiträge teilen oder ein Titelbild einfügen können. Sie ist eine reine Informationsseite. Solche Informationsseiten legt Facebook für die unterschiedlichsten Personen oder Organisationen an, so gibt es beispielsweise auch eine Seite zu Jürgen Klopp, die ebenfalls aus dem entsprechenden Wikipedia-Artikel erstellt wurde.

Weshalb Facebook jedoch auch bei solch einem brisanten Thema wie dem Islamischen Staat eine Like-Funktion zulässt und darüberhinaus Personen als "Gefällt mir"-Angabe anzeigt, die diese Seite niemals aktiv geliked haben und in deren Liste mit "Gefällt mir"-Angaben der Daumen für den IS auch nicht auftaucht, bleibt schleierhaft. Der Bayerische Rundfunk, der ebenfalls über die Thematik berichtet hat, mutmaßt, dass Facebook die "Gefällt mir"-Angabe automatisch aus dem Nutzungsverhalten der jeweiligen Personen generiert. 

Bereits im Umgang mit Hasskommentaren offenbarte Facebook in jüngerer Vergangenheit große Schwächen und versprach, erst nach anhaltender Kritik in der Öffentlichkeit und dem Einschalten der Politik Besserung

ep

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