Tragisches Cyber-Mobbing in Italien

Wegen Sextape im Netz verarscht: Tiziana bringt sich um

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Auf dem Foto konnte sie nocn lachen. Wenig später wurde ihr Leben zum Albtraum...

Neapel - Seit letztem Jahr kursiert ein Sexvideo von Tiziana Cantone im Netz. Mobbing auf der Straße und im Internet drängten die 31-jährige Italienerin  in den psychischen Abgrund. 

"Stai facendo un video? Bravo." - "Machst du ein Video? Gut so!" Nicht das Video alleine, sondern vor allem dieser Satz machten Tiziana das Leben binnen eines Jahres zur Hölle. 

Die 31-jährige Frau aus Neapel lies sich letztes Jahr beim Oralsex mit ihrem neuen Freund filmen und erkundigte sich immer wieder erfreut, ob auch wirklich aufgenommen wird. Kurze Zeit drauf steht das "Sextape" im Internet und verbreitet sich rasend schnell. Wer es online gestellt hat, ist nicht sicher bekannt. Glaubt man aber Gerüchten, so hat Tiziana das Video ihrem Ex-Freund geschickt.

Der Satz wurde zum Internethype

Nicht lange ließen Parodien und Lieder auf sich warten. Auch Prominente und Firmen nutzen den Hype als Werbemittel. So auch zwei italienische Profifußballer der Serie A: Paolo Cannavaro und Antonio Floro Flores drehten gleich mehrere Verarsche-Videos. Sogar in der italienischen Version von Quizduell hat der Satz seine Sparte gefunden. In der Rubrik Kunst heißt die richtige Antwort auf die Frage "Machst du ein Video?" natürlich "Bravo!"

Ein neuer Name brachte kein neues Leben

Tiziana wurde stark depressiv, verlor sich in Alkohol, bekam Angstzustände und musste ihren Job kündigen, berichten Freunde und Verwandte. Vor Gericht wurde eine Namensänderung beantragt und schließlich auch genehmigt. Doch trotz des neuen Namen fand sie nicht mehr ins alltägliche Leben zurück. Am 13. September erhängte sie sich im Keller ihrer Eltern. 

Eine qualvolle Geschichte von Mobbing im Netz findet ihr trauriges Ende.

Zurück zur Übersicht: Netzwelt

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser