Super Bowl-Werbung erzürnt Tierschützer

Wie Welpe Buddy einen riesigen Shitstorm auslöste

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+

Los Angeles - Mit einem Welpen lässt sich alles verkaufen - das dachte wohl "Go Daddy" bei der Super Bowl-Werbung. Doch Tierschützer machten dem Unternehmen einen Strich durch die Rechnung:

Ein süßer kleiner Golden Retriever Welpe springt von einem Pickup - läuft durch verlassene, weite Landschaften - kämpft sich kilometerweit über Brücken, Gleise und durch schwere Gewitter. Doch dann erreicht er endlich die heimische Scheune, wo eine Blondine mit Locken ihn freudig in die Arme schließt und ruft: "Schau, das ist Buddy. Ich bin so froh, dass du zu Hause bist!" Eine wahrlich hollywoodreife und warmherzige Inszenierung, die das Unternehmen Go Daddy bis dahin in seiner Superbowl-Werbung für 2015 geschaffen hat.

Super Bowl 2015: Die spektakulären Werbespots

Doch dann kommt der Schluss der Werbung, der jeden Tierschützer entsetzt: Nach kurzer Pause erklärt die Frau, warum sie sich so über die Rückkehr von Buddy gefreut hat. "Ich hab dich doch gerade erst auf dieser Webseite verkauft, die ich mit GoDaddy.com gebaut habe." Sie kann - wie zuvor von ihr geplant - mit dem süßen Welpen Geld verdienen - denn Buddy sollte schon längst bei seinem neuen Besitzer sein. Sofort wird er wieder in einen Karton gesteckt und mit dem nächsten Post-Transporter weggeschickt.

Doch gar nicht witzig fanden die Werbung von Go Daddy über 42.000 Tierschützer:

Sie warfen dem Unternehmen vor, Werbung für Massenzuchtbetriebe und tierfeindliche Zuchtpraktiken zu machen. Sie riefen eine Online-Petition ins Leben, um das Unternehmen aufzufordern, den Spot wieder zurückzuziehen. Auch der Shitstorm im sozialen Netz war nach der ersten Ausstrahlung so groß, dass sich das Unternehmen gezwungen sah zu reagieren: Go Daddy zog seinen Werbespot offiziell zurück. „Wir haben verstanden, Botschaft angekommen“, teilte das Unternehmen über Social-Media-Kanäle mit. Auch Geschäftsführer Blake Irving zeigte sich einsichtig:

Jetzt rätselt das Internet, ob das Ganze nur eine geschickt inszenierte Kampagne von Go Daddy war und das Unternehmen ohnehin schon einen zweiten Spot in der Hinterhand hat. Der Sendeplatz für Sonntag beim Super Bowl wurde immerhin für vier Millionen Dollar gekauft und das Unternehmen hat angekündigt, einen alternativen Spot zu zeigen.

Und hier nun der umstrittene Spot:

mh/rored24

Zurück zur Übersicht: Netzwelt

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser