“Das ist absolut unnötig“, sagte der Landesinnungsmeister des Fleischerverbandes Bayern, Georg Schlagbauer, am Freitag in München. Die “Bild“-Zeitung hatte zuvor von den Cocktail-Weißwürstchen des 26 Jahre alten Stuttgarter Metzgermeisters Stefan Bless berichtet - die Würstchen haben keine Haut, dafür ein eingearbeitetes Gemisch aus Senf, Balsamico und Honig.
Stefan Bless sagt, er habe die “Stuggi“ genannte Wurst “aus einer Notsituation“ heraus erfunden: “Bei Veranstaltungen standen oft die Kunden da - mit zwei Würsten in der Hand - und ihrer lieben Not, Ketchup oder Senf drauf zu machen.“ Bless, der sich selbst als Tüftler und nicht als “normalen Metzer“ bezeichnet, musste mehrere Fehlversuche hinnehmen, bis die neue Wurst erfunden war. Das Problem sei gewesen, dass beim Abbeißen der großen Wurst “der Kunde den Senf im Gesicht hatte“. Daher habe er die Wurst kleiner gemacht. Nun passt die Mini-Spezialwurst mit einem Happs in den Mund.
Eine Auswahl kerniger bairischer Sprüche plus Übersetzung
“Vielleicht ist es die schwäbische Sparsamkeit, die da durchschlägt“, scherzt Innungsmeister Schlagbauer. Für ihn selbst gilt: “Eine gute Weißwurst muss auch ohne Senf schmecken“ - und eine ohne Pelle komme gar nicht infrage. “Wo bleibt denn dann das klassische Ritual?“ Das bayerische Nationalheiligtum Weißwurst wird von Traditionalisten heute noch “gezuzelt“ - aus der Pelle gesogen.
Sorge, dass die senfhaltigen Cocktailwürstchen das bayerische Original verdrängen könnten, habe er keineswegs. “Wir hatten schon alle möglichen Versionen - mit Champagner oder auch mit Trüffel, durchgesetzt hat sich aber nichts. Es kommt nichts an die Urversion heran.“
dpa


































