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Begriffe Neger wichsen: Politiker: Kinderbuch-Klassiker nicht umschreiben

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    • 18.01.13
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Streit um "Negerlein" und "wichsen"

Politiker: Kinderbuch-Klassiker nicht umschreiben

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Saarbrücken - Kulturpolitiker des Bundestages wenden sich gegen Bestrebungen einiger Verlage, in Märchen und klassischer Jugendliteratur nicht mehr zeitgemäße Wörter auszuwechseln.

© dpa

Klaus Willberg, Geschäftsführer der Thienemann Verlag GmbH, zeigt während eines Fototermins auf eine Passage des Kinderbuchs "Die kleine Hexe" von Otfried Preußler. Der Begriff "Negerlein" soll in einer überarbeiteten neuen Version des Kinderbuchs ersetzt werden.  

Deutschland streitet über politisch korrekte Sprache in Kinderbüchern. Kürzlich hatte der Thienemann Verlag erklärt, Begriffe im den Kinderbuchklassiker "Die kleine Hexe" zu ändern. Unter anderem soll das Wort "wichsen" verschwinden. Grund laut Verlag: "Kinder kennen das Wort 'wichsen' nicht mehr im Sinn von 'putzen' oder 'polieren'." Auch der Begriff "Negerlein" soll in einer überarbeiteten neuen Version des Kinderbuchs ersetzt werden.

Als die Änderung angekündigt wurde, brach ein Sturm der Entrüstung über den Verlag herein. In rund 200 E-Mails seien sie zum Teil wüst beschimpft worden, berichtete Verleger Klaus Willberg. Unter anderem wurde ihnen Zensur vorgeworfen. Zustimmungen habe es nur zwei gegeben. „Wir stehen aber dazu“, betonte er und erklärte: "Uns geht es nicht um Political Correctness. Es geht darum, Begriffe auszutauschen, die Kinder heute nicht mehr verstehen.“

Die größten Shitstorms

Nun beteiligen sich auch Kulturpolitiker an der Diskussion über politisch korrekte Sprache in Kinderbüchern. Der kulturpolitische Sprecher der Union, Wolfgang Börnsen (CDU), sagte der "Saarbrücker Zeitung" (Freitagausgabe), auch wenn in einigen klassischen Geschichten und Märchen Gewalt verherrlicht, Minderheiten diskriminiert und Vorurteile aufgebaut würden, "ist es trotzdem nicht angebracht, Nachbesserungen vorzunehmen, damit sie unserem Zeitgeist entsprechen".

Gewalt verherrlichende Filme seien viel schädlicher. Es gebe Erhebungen, wonach Kinder am Tag 60 Morde im Fernsehen sehen könnten, so Börnsen. FDP-Experte Burkhardt Müller-Sönksen forderte eine Debatte im zuständigen Kulturausschuss des Bundestages. Eltern sollten mit ihren Kindern "pädagogisch motivierte Gespräche" führen, "anstatt politisch korrekte und historisch zensierte Kinderbücher auszuwählen". Die ehemalige Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD), die jetzt Mitglied des Kulturausschusses ist, betonte gegenüber der "Saarbrücker Zeitung": "Wir fangen ja auch nicht an, Goethe oder Schiller umzuschreiben."

Auch die Kulturexpertin der Linken, Luc Jochimsen, forderte die Befassung des Kulturausschusses mit dem Thema. Die Sprache von Autoren zu verändern, die nicht mehr lebten, "halte ich für falsch", sagte Jochimsen der Zeitung.

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) hingegen will beim Vorlesen für ihre anderthalb Jahre alte Tochter diskriminierende Begriffe sofort entschärfen. Wenn etwa Pippi Langstrumpfs Vater als "Negerkönig" bezeichnet werde, dann werde sie dies bei ihrer Tochter "synchron übersetzen, um mein Kind davor zu bewahren, solche Ausdrücke zu übernehmen“, sagte Schröder im Dezember der Wochenzeitung „Die Zeit“.

Auch ohne böse Absicht könnten Worte Schaden anrichten. „Wenn ein Kind älter ist, würde ich dann erklären, was das Wort Neger für eine Geschichte hat und dass es verletzend ist, das Wort zu verwenden.“

Die Ministerin betonte, Grimms Märchen etwa seien „oft sexistisch“. „Da gibt es selten eine positive Frauenfigur.“ Sie wolle deshalb auch auf andere Geschichten mit anderen Rollenbildern setzen.

fro/dapd

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Kommentare

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Aeni21.01.2013, 11:46
(1)(0)

Es scheint viele Menschen zu geben, dessen Gehirn von vielem Unnützen platzt.

Ethnologe20.01.2013, 08:48
(1)(0)

Hier die aktuellen Umfrageergebnisse zur Sache.
So denkt also die Bevölkerung Deutschlands, sofern befragt:

Aus Zeit-online von heute:
"In der Frage, ob diskriminierende Wörter wie "Neger" und "Zigeuner" aus Kinderbuchklassikern entfernt werden sollen, sind sich die Deutschen uneins. Während 50 Prozent dafür sind, sprechen sich 48 Prozent dagegen aus, wie eine Umfrage der Bild am Sonntag zeigt. Im Auftrag der Zeitung hatte das Emnid-Institut 500 Personen ab 14 Jahren interviewt.
Dabei gibt es deutliche regionale Unterschiede: Während 52 Prozent der Westdeutschen für eine Tilgung der diskriminierenden Wörter sind, sind es nur 37 Prozent der Ostdeutschen.
Je höher der Bildungsabschluss der Interviewten, desto größer ist der Anteil derer, die gegen eine Reform der Kinderbücher sind. So plädieren 85 Prozent der befragten Volksschüler ohne Lehre für eine Anpassung der Texte, doch nur 37 Prozent der Deutschen mit Hochschulreife."

Besonders interessant find ich diesen kleinen Dialog aus den zugehörigen Kommentaren:

Nero11
19.01.2013 um 13:58 Uhr
91. Ach, kommen Sie
Ich will nicht jedes Mal, wenn ich meinem Kind eine Gutenachtgeschichte vorlese, so ein schwieriges Thema ansprechen müssen. Wenn ich meine Kinder aufklären möchte, dann kann ich mir den Zeitpunkt dafür aussuchen, den ich möchte.

Antwort von blue0711
19.01.2013 um 14:18 Uhr
Falsche Ausrichtung
Dann suchen Sie sich gefälligst die richtigen Bücher dafür aus und lassen die Finger von Weltliteratur.
Wer von Formulierungen beim Vorlesen überrascht wird, der hat vorher schon was beim Auswählen versäumt.

Die Ruppigkeit und Unduldsamkeit von Blue ist erstaunlich. Man könnte auf die Idee kommen (auch ich komme auf die Idee) dass sich eine "gebildete" Schicht gegen eine "weniger gebildete" Schicht strengstens absetzen will - hier mit Hilfe von erklärungsbedürftigen Wörtern beim abendlichen Vorlesen.

Einer von vielen Wegen. :-)

Hexhex19.01.2013, 11:47Antwort
(0)(0)

"Es geht hier gar nicht darum dass bei der Aktualisierung von Kinderbüchern mit Einverständnis des Autors Begriffe modernisiert werden um die Verständlichkeit von Texten für die junge Generation zu verbessern. Das ist völlig okay."

genau, und nur darum geht es - alles andere ist politisierende Wichtigtuerei und Meinungsmache

Verleger Klaus Willberg: " „Wir stehen aber dazu“, betonte er und erklärte: "Uns geht es nicht um Political Correctness. Es geht darum, Begriffe auszutauschen, die Kinder heute nicht mehr verstehen.“

du kochst hier dein eigenes Süppchen und das hat mit der Realität im Thienemann-Verlag nichts zu tun

ich freu mich auf die frische kleine Hexe

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