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Mali: Regierungstruppen erobern Kona zurück

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    • 18.01.13
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Tote bei Geiseldrama in Algerien

Mali: Regierungstruppen erobern Kona zurück

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Bamako - Geiseldrama - und kein Ende in Sicht. Algeriens Truppen befreien 650 Beschäftigte einer Industrieoase. Doch viele Geiseln sind tot oder verschwunden. Malische Verbände erobern unterdessen die strategisch wichtige Stadt Kona.

© AP

Im Mali-Krieg haben Regierungstruppen (Archivbild) die umkämpfte Stadt Kona zurückerobert.

Eskalation im algerischen Geiseldrama: Bei der Erstürmung der von Islamisten besetzten Industrieoase In Amenas haben algerische Truppen nach offiziellen Angaben 650 Geiseln befreit. Die Armee konnte angeblich auch rund 100 Ausländer retten. Es gab aber zahlreiche Tote, viele Menschen werden noch vermisst.

Die mit Raketen und Granatwerfern bewaffneten Islamisten verlangen unter anderem das Ende des von Frankreich angeführten internationalen Militäreinsatzes in Mali. Sie kündigten weitere Anschläge auf ausländische Einrichtungen an. Den Vormarsch der französischen und malischen Truppen in Mali konnten die Islamisten aber nicht stoppen.

Von den möglicherweise 32 Geiselnehmern wurden 18 nach algerischen Angaben „außer Gefecht gesetzt“. Eine Gruppe Islamisten verschanzte sich jedoch mit Geiseln auf dem Industriegelände. Soldaten einer Elitetruppe versuchten laut der algerischen Nachrichtenagentur APS, sie zum Aufgeben zu bewegen. Kommunikationsminister Mohand Said Oublaid erklärte aber, Algerien werde sich niemals erpressen lassen. „Wer glaubt, wir würden mit Terroristen verhandeln, täuscht sich.“

Außenministerin Hillary Clinton telefonierte am Freitag erneut mit dem algerischen Regierungschef Abdelmalek Sella, um sich über den Fortgang der algerischen Operation auf dem Gasfeld auf dem Laufenden zu halten. Weiterhin befinden sich auch Amerikaner in der Hand der Terroristen.

Malische Verbände eroberten die strategisch wichtige Stadt Kona in der Landesmitte zurück, deren Erstürmung durch Islamisten vergangene Woche Frankreichs Eingreifen provoziert hatte. „Wir haben Kona völlig unter Kontrolle“, erklärte das Oberkommando in Bamako.

In den Reisfeldern im Umland von Kona wurde offenbar weiter gekämpft. Malische Truppen rückten aber weiter in Richtung auf die von Rebellen gehaltene Stadt Douentza vor und standen in Niono rund 60 Kilometer vor Diabali.

Krisenherd Mali: Die Hintergründe des Konflikts

Das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) befürchtet mehr als 700 000 Kriegsflüchtlinge in Mali. Seit Frühjahr 2012 seien 230 000 Menschen innerhalb Malis und fast 150 000 in benachbarte Länder geflohen. „Unsere aktuellen Planungen sind eingestellt auf bis zu 300 000 Menschen, die innerhalb Malis Zuflucht suchen, und 407 000, die in benachbarte Länder fliehen“, sagte UNHCR-Sprecherin Melissa Fleming.

Nach UN-Informationen gibt es in Mali schwere Übergriffe von Islamisten auf Zivilpersonen. Die Vorwürfe reichen vom Abtrennen von Gliedmaßen bis zu Vergewaltigungen und Zwangsverheiratungen von Mädchen mit Dschihadisten.

Die zwei Transall-Maschinen der Bundeswehr sollen an diesem Samstag mit Sanitätsmaterial in Bamako eintreffen. Anschließend sollen sie für den Transport afrikanischer Mali-Truppen eingesetzt werden.

Nach dem Eingreifen Frankreichs in Mali hatte das Islamistenkommando in Algerien am Mittwoch die Industrieanlage In Amenas mit 700 Mitarbeitern besetzt. Am Donnerstag begannen die algerischen Streitkräfte mit der Rückeroberung. Ihr hartes Vorgehen brachte Algerien Kritik vieler Regierungen von Großbritannien bis Japan ein. Frankreich äußerte allerdings Verständnis.

US-Verteidigungsminister Leon Panetta drohte den Geiselnehmern Konsequenzen an. „Die Terroristen sollten wissen, dass es für sie kein Versteck, keinen Fluchtpunkt gibt“, sagte Panetta in London. Die aus mehreren islamischen Staaten stammenden Geiselnehmer hatten den Angriff auf In Amenas monatelang vorbereitet.

Die Bundesregierung mahnte alle Reisenden im nördlichen und mittleren Afrika wegen der Terrorgefahr zur Vorsicht. Es bestehe eine erhöhte Gefahr von Gewaltakten und Entführungen durch Al-Kaida und kriminelle Banden.

dpa

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