Ein früherer Bin-Laden-Leibwächter konnte nach Zeitungsinformationen monatelang eine eigene Moschee in Bochum planen. Der Chef des nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzes, Burkhard Freier, bestätigte am Samstag: „Erste Hinweise auf diese Aktivitäten haben wir durch eine aufmerksame Anwohnerin bekommen.“ Polizei, Verfassungsschutz und Stadt Bochum nutzten „alle rechtlichen Möglichkeiten, um gegen den Salafisten Sami A. vorzugehen. Auch bei der von ihm initiierten Einrichtung eines Treffpunkts in Bochum arbeiten wir Hand in Hand.“
Gegen den Tunesier wurde bereits ermittelt - ohne Erfolg
Der Fall des Tunesiers Sami A., der sich bisher anscheinend weitgehend ungestört in Bochum bewegen konnte, sorgt seit Anfang August durch Medienberichte für Aufsehen. Die Bundesanwaltschaft hatte bereits 2006 Ermittlungen gegen den einstigen Angehörigen der Leibgarde des inzwischen getöteten Al-Kaida-Chefs Osama bin Laden eingeleitet. Es ging um den Anfangsverdacht, der Salafist könne Mitglied in einer ausländischen terroristischen Vereinigung sein. Das Verfahren war aber schon ein Jahr später eingestellt worden.
„Wir halten Sami A. für gefährlich“, betonte Verfassungsschutz-Chef Freier. „Er ist im Visier der Sicherheitsbehörden.“ Seit einer Anordnung der Ausländerbehörde der Stadt Bochum aus dem Jahr 2006 sei der Tunesier verpflichtet, sich einmal täglich bei der Polizei zu melden. „Außerdem entscheidet demnächst das Oberverwaltungsgericht in Münster über die Ausweisung des extremistischen Salafisten.“
dpa












