Der Journalist sei vom DDR-Geheimdienst als “IM Fischer“ geführt worden. In Stasi-Akten werde behauptet, der IM habe mehrere Kapitel des Millionen-Bestsellers “Ganz unten“ verfasst.
Zu diesen Vorwürfen sagte Wallraff am Sonntag, er habe damals keinen Verdacht gegen den Mann gehegt und erst nach der Wende durch eine Presse-Veröffentlichung von dessen IM-Tätigkeit erfahren. Der Journalist habe für seinen Bestseller “Ganz unten“ einige Recherchen durchgeführt, aber “nicht ein einziges Kapitel verfasst“.
Wallraff bestreitet, jemals für Stasi gearbeitet zu haben
Wallraff, der derzeit erneut in einer Undercover-Recherche unterwegs ist, sagte am Telefon, er habe sich weder den östlichen noch den westlichen Geheimdiensten jemals angedient noch sei er von ihnen gesteuert worden.
Wallraff und der Springer-Verlag, zu dem auch die “Welt am Sonntag“ gehört, haben jahrelang juristische Auseinandersetzungen gegeneinander geführt. Wallraff hatte sich 1977 als “Hans Esser“ in die Redaktion der “Bild“-Zeitung eingeschlichen und ein Buch über seine Erfahrungen verfasst.
Gegen Behauptungen, er habe selbst für die Stasi gearbeitet, hatte Wallraff sich vor Gericht erfolgreich zur Wehr gesetzt. Er selbst habe niemals willentlich und wissentlich mit der Stasi zusammengearbeitet, bekräftigte Wallraff in einer Stellungnahme der “Welt am Sonntag“. Er sei abgeschöpft worden.
Im Buch “Ganz unten“ hatte Wallraff 1985 die Arbeit ausländischer Leiharbeiter in Deutschland beschrieben. Es hatte sich mehr als vier Millionen Mal verkauft.
dpa













