Oberaudorf - Die Oberaudorfer sind geplagt: Nicht nur vom Lärm der Züge, auch von den Abgasen der Fahrzeuge der nahen Autobahn.

© Lotter
Lärmschutzwälle und Wände wie hier im Bild beim Auerbach sollen erhöht oder verlängert werden. Rund 3,2 Millionen Euro will die Regierung von Oberbayern dafür nach Beendigung des Planfeststellungsverfahrens dafür aufwenden.
Bereits 2008 und 2009 wurden dort auf Höhe der Gemeinde Oberaudorf erhöhte Immissionswerte an Luftschadstoffen gemessen. Und auch für 2010 und 2011 wurden an der Messstation Oberaudorf-Inntalautobahn Überschreitungen des Stickstoffdioxidgrenzwertes registriert.
Noch bis einschließlich 10. Februar ist dieser umfangreiche Plan in der Gemeinde von Montag bis Freitag von interessierten Bürgern einzusehen.
Die "Verkehrsbeeinflussungsanlage mit umweltsensitiver Steuerung" sei ein weiteres Instrument zu Verbesserung der Luft. Dabei zeigen Sensoren deren Schadstoffgehalt an und reagieren mit der Aufforderung an Autofahrer, Tempo zu reduzieren. "In Österreich werden damit gute Erfolge erzielt", so der Pressesprecher der Autobahndirektion Südbayern. Erfahrungen in Deutschland liegen noch nicht vor. "Wir werden hier Neuland betreten." Oberaudorf könne eine Vorreiterrolle übernehmen. Auf Deutschlands Autobahnen gebe es bisher nur Steuerungen zum Verkehrsfluss. Geschätzter Kostenpunkt für eine solche Anlage: Rund 5,5 Millionen Euro.
Eine weitere Maßnahme zur Verbesserung der Luftqualität sei eine fixe Geschwindigkeitsbeschränkung auf der Autobahn in diesem Bereich. Bereits seit 2. Dezember 2011 sei das Tempo ab Brannenburg bis zur Staatsgrenze auf 130 km/h begrenzt worden. Diese Regelung gelte jeweils für ein Jahr, so Seebacher. Und Hubert Wildgruber ergänzt: Diese Maßnahme bringt zwar wenig in puncto Lärm, aber wirkt sich sehr positiv auf die Schadstoffbelastung aus. Feinstaub und Stickstoffdioxid werden verringert. Auch in der nächsten Gemeinderatssitzung stehe das Thema Luftreinhalteplan auf der Tagesordnung. Mehr dazu auch unter www.oberaudorf.de/aktuell-neues-aus-dem-rathaus.html.
Ganz grundsätzlich, so heißt es im Plan, könne auch der Brennerbasistunnel seinen Teil zur Entlastung beitragen. Wildgruber: "In Österreich haben wir gesehen, dass vieles möglich ist. Aber vier Bahngleise nebeneinander. Das geht bei uns nicht."
Sigrid Knothe (Oberbayerisches Volksblatt)
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