Kolbermoor - Nach 15 Jahren Planung könnte nun endlich der Baubeginn des Hochwasserschutzes starten. Jetzt fehlt nur noch die Genehmigung.

© WWA
Fortschritte macht der Hochwasserschutz im Stadtgebiet Kolbermoor, ab 2013 folgt der Innenstadtbereich.
Einen Überblick über den aktuellen Stand der Hochwasserschutzmaßnahmen gab das Wasserwirtschaftsamt Rosenheim dem Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung. Zentrales Thema: der für Kolbermoor so bedeutende Innenstadt-Abschnitt zwischen der Alten Spinnerei und der Stadtgrenze Rosenheim, dessen Planungsphase nun abgeschlossen ist.
Mit Freigabe der Regierung von Oberbayern, die Projektleiter Christoph Wiedemann in den nächsten Wochen erwartet, soll die Planung dann ins Wasserrechtsverfahren gehen. Die damit verbundene Öffentlichkeitsbeteiligung kann sich dann bis zu einem Jahr hinziehen - "wir hoffen aber, dass wir bereits in der Vorbereitung viele Fragen haben klären können und wir gut vorankommen", so Wiedemann. Falls alles glatt läuft, will die Behörde Ende des Jahres in die Ausführungsplanung gehen und 2013 mit dem ersten der insgesamt vier Einzelabschnitte auf Höhe der ehemaligen Handelsschule beginnen. Geplante Fertigstellung des Innenstadt-Hochwasserschutzes: bis zum Jahr 2017.
Hoch zufrieden zeigte sich Wiedemann mit dem aktuell im Bau befindlichen Bauabschnitt 05 zwischen der Aiblinger Brücke und der Spinnereiinsel - "wir kommen gut voran." Die noch ausstehende Lückenschließung nach Westen hin auf Höhe Pullach (Bauabschnitt 06) soll nach Angaben von Wiedemann ebenfalls bis 2017 abgeschlossen werden - womit dann der Hochwasserschutz für das gesamte Stadtgebiet greifen würde.
In insgesamt vier Planungsabschnitte unterteilte das Wasserwirtschaftsamt den aufwändigen, aber für Kolbermoor sehr wichtigen Innenstadt-Hochwasserschutz, ausgelegt auf einen Zeitraum von fünf Jahren. Startschuss ist nach Angaben von Projektleiter Wolfgang Hunger im Jahr 2013 im Bereich ehemalige Handelsschule auf Höhe der Alten Spinnerei und gleichzeitig von der Brücke Carl-Jordan-Straße bis zum Ende der Wohnbebauung. Kostenschätzung allein für diese Teilbereiche: 1,95 Millionen Euro.
Um eine rund einen Meter hohe Mauer wird der Hochwasserschutz zwischen der Brücke Carl-Jordan-Straße und dem Ende der Wohnbebauung ergänzt - ebenso noch in 2013, da Hunger zufolge ein "neuralgischer Punkt". In diesem Bereich der Unteren Mangfallstraße sind nach den aktuellen Plänen ebenfalls Bastionen, die etwa einen Meter in die Mangfall hineinragen, vorgesehen - wie auch für den Abschnitt zwischen den beiden Straßenbrücken geplant, um die Schutzmauer mit Bäumen und Sitzgelegenheiten aufzulockern.
In den Jahren 2014 und 2015 will das Wasserwirtschaftsamt dann den zentralen Abschnitt zwischen Brücken- und Carl-Jordan-Straße anpacken, der auf beiden Seiten mit etwa einen Meter hohen Schutzmauern versehen werden soll, alle paar Meter unterbrochen durch Einbuchtungen - auf der Nordseite entlang des "Schwarzen Weges" mit zahlreichen Bäumen, um den Alleecharakter zu erhalten, auf der Südseite mit weniger Bewuchs, dafür wird hier der Gehweg auf die Flussseite verlegt, um diesen "besser erleben" zu können.
Auf Höhe Karl-Daniels-Platz sind überdies Sitztreppen mit Zugang zum Wasser vorgesehen, gleichzeitig soll auch dort eine weitere Fußgängerbrücke eingerichtet werden, deren Bedeutung auch CSU-Stadtrat Markus Schiffmann in der Sitzung noch einmal unterstrich. Im Zuge dieses Abschnittes plant die Stadt zudem den Ausbau der Unteren Mangfallstraße, unter anderem verbunden mit einer neuen Straßenentwässerung. Die Kosten allein für den Hochwasserschutz schätzt das Wasserwirtschaftsamt in diesem Abschnitt auf rund 4,2 Millionen Euro.
Als nächsten Teilbereich will sich die Behörde dann 2016 den Abschnitt "Filzbach" vornehmen, östlich der Ludwigstraße entlang des Friedhofs. Dabei soll die dortige Mauer nach Angaben von Hunger auf 1,70 Meter erhöht werden und gleichzeitig in Zukunft als Friedhofsmauer dienen. Parallel dazu wird auf der Südseite der Mangfall der bestehende Deich nach Ende der Wohnbebauung mit einer Mauer erhöht - laut dem Projektleiter eine platzsparendere Lösung als eine Deicherhöhung, zudem hätten dann Leitungen verlegt werden müssen. Geschätzte Baukosten für diesen Abschnitt: 1,4 Millionen Euro.
Die letzten Lücken bis zur Stadtgrenze von Rosenheim sollen dann 2017 geschlossen werden, auf der Südseite mit Deicherhöhungen, im Norden teils mit Mauern. Kosten hierfür: 1,8 Millionen Euro. "Zwar eine ambitionierte, aber dennoch realistische Planung, wenn wir gut durchs Wasserrechtsverfahren kommen und die Haushaltsmittel auch bereitstehen", meinte abschließend Projektchef Wiedemann, was Bürgermeister Kloo von Seiten der Stadt Kolbermoor auch zusicherte. Denn: Bei Gesamtkosten von 9,46 Millionen Euro kommen immerhin 3,46 Millionen Euro auf die Kommune zu, den Rest trägt der Freistaat.
Rosi Gantner (Mangfall-Bote)
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