Tuntenhausen - Große Aufregung gab es im Rahmen der letzten Gemeinderatssitzung - wieder einmal - über ein Vorhaben der Deutschen Bahn:

© Repro: Stache
Gelb gekennzeichnet: die Fläche, die die Bahn zur Lagerung vorsieht.
Im Zuge der Gleiserneuerungsarbeiten auf der Strecke Ostermünchen-Aßling ist erneut mit nächtlichen Ruhestörungen und verstärktem Lkw-Aufkommen zu rechnen. Vor allem stieß den Räten jedoch sauer auf, dass das dabei ausgebaute verunreinigte Material nahe an der Wohnbebauung gelagert werden soll. Hier legte das Gremium ein Veto ein.
Das Schreiben war der Gemeinde laut Bürgermeister Otto Lederer erst zwei Tage vor der Sitzung zugegangen. Darin informierte die Bahn über Gleiserneuerungsarbeiten auf besagter Strecke. Demzufolge sollen vom 2. bis 4. April Altschotter und Boden des Schienenweges erneuert werden. Zum Einsatz kommt dabei wieder der Gleisbauzug, dessen nächtlichen Lärm die Ostermünchener bereits von den jüngsten Baumaßnahmen her bestens kennen.
Wenig Verständnis zeigten die Räte, warum dieses "belastete Material" mitten in einem Siedlungsgebiet zwischengelagert werden soll und nicht etwa auf einer Freifläche entlang der Strecke. Im Aßlinger Bahnhof sei viel Freifläche vorhanden und in der Nähe gebe es auch keine Wohnbebauung, so ein Gemeinderat vorwurfsvoll in Richtung Bahn.
"Das ist sicher nicht der letzte Gleisbauzug, das darf kein Dauerzustand sein", monierte Gemeinderat Hans Thiel (CSU/FWG). Theresia Englhart (Frauenliste) kritisierte die Lagerung des kontaminierten Materials: "Das sickert doch alles ins Grundwasser".
Verstärkt wird die ganze Problematik noch durch die Tatsache, dass sich keine 25 Meter vom Lagerplatz entfernt, eine stattliche Anzahl von Wohnhäusern befindet. Ungehalten zeigte sich dabei Heinz Speiser (CSU/FWG), der als unmittelbarer Nachbar mit am stärksten betroffen ist: "Es ist eine Frechheit, wie die Bahn mit den Bürgern umgeht." Er weiß, wovon er redet, nachdem die Bahn schon bislang die versprochene geräuscharme Nutzung des Geländes gegenüber seiner Haustür nicht einzuhalten imstande war: "Ständig operiert die Bahn in unmittelbarer Nähe eines Wohngebietes", so der Vater zweier kleiner Kinder.
So kam man im Gemeinderat ganz schnell zur Entscheidung: Eine Zustimmung zur Lagerung gibt es vorerst nicht. Das Gremium möchte Alternativen geprüft wissen. Doch die Zeit drängt. Die Sorgen der Bürger und das mittlerweile kaum mehr vorhandene Vertrauen in die Deutsche Bahn bleiben.
ws/Mangfall-Bote
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