Haag - Der Haager Gemeinderat entschied sich mit großer Mehrheit, den Schlossturm zu kaufen. Der Turm soll öffentlich bleiben, für die Sanierung rechnet man mit rund zwei Millionen Euro.

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"Die Zeit drängt!" stellte Dritter Bürgermeister Egon Barlag fest, der mit Dr.Bernhard Grabmeyer für die Freien Wähler Haag den Antrag auf Kauf und Sanierung des Wahrzeichens eingebracht hatte. Wenn der Gemeinderat noch länger warte, werde alles bloß teurer. Nach dem "furchtbar enttäuschenden" Verhalten des Staates müsse die Gemeinde handeln.
Die bereits angedeuteten 650.000 Euro Zuschuss müssen nach Grabmeyer aufgestockt werden. Abgeordneter Ewald Schurer habe versprochen sich einzusetzen. Man könne auch einen Spendenaufruf erlassen und die Nachbargemeinden motivieren. Damals nach dem großen Haager Brand seien von ganz Deutschland Spenden nach Haag geflossen. Möglich sei auch die Gründung einer Stiftung.
Bedenken für den Haushalt hatte Stefan Högenauer (CSU). Diese Entscheidung habe Auswirkungen für die Zukunft. Man solle die Bevölkerung einbinden und über Mehreinnahmen nachdenken. Fraktionskollege Hans Urban wollte die Bürger zur "Gegenfinanzierung" bitten. Früher bei Kirchenbauten hätten auch alle mitgezahlt. Finanziell könne sich auch die Gemeinde Kirchdorf beteiligen. Der Gemeinderat solle mit einer öffentlichen Befragung und Schlossturmaktien an den Gemeinschaftssinn appellieren.
"Dann wird alles noch bürokratischer", befürchtete Jack Jakel (PWG). Dass der Gemeinderat eine Verpflichtung zum Erhalt des Turmes habe, meinte Dr. Wolfgang Weißmüller (PWG). Er dürfe die Verantwortung nicht auf die Bürger schieben. Der Rat habe sich heute zur Entscheidung durchzuringen und müsse eben bei anderen Projekten Einschnitte vornehmen.
"Es gibt keine Haager, die dagegen sind", ist sich SPD-Chef Peter Bauer sicher. Die "Jahrhundertentscheidung" müsse fallen. Eine namentliche Abstimmung verlangte Thomas Sax (CSU).
Den Antrag auf Bürgerbefragung ließ Bürgermeister Hermann Dumbs nicht zu. Er drückte seinen Unmut gegen die Regierung aus. Sie verfüge über "Geld in Hülle und Fülle", vernachlässige hier aber sträflich ihre Pflicht. Konrad Kolbinger (CSU) hegte die Bedenken, die Gemeinde könne die Finanzierung nicht schultern.
Trotzdem fiel die Entscheidung zum Kauf gegen die vier Proteststimmen von Bürgermeister Hermann Dumbs, Konrad Kolbinger, Stefan Högenauer und Alois Eisenauer recht eindeutig aus.
xy/Wasserburger Zeitung
Quelle: InnSalzach24.deBestimmen Sie auf der Karte die Region, aus der Sie Nachrichten angezeigt bekommen möchten.
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