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Vom Knochen zum Smartphone - 20 Jahre Mobilfunk

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    • 22.06.12
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20 Jahre Handy: Vom Knochen zum Smartphone

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Düsseldorf - Die ersten Mobiltelefone wogen noch ein halbes Kilogramm. Vor 20 Jahren trat das Handy seinen Siegeszug an und eroberte den Massenmarkt. Heute ist es digitaler Alltagsbegleiter für Groß und Klein.

© dpa

Handys sind zum täglichen Begleiter geworden.

Es war der Beginn einer neuen Epoche im Kommunikationszeitalter: Der Start des digitalen Mobilfunks in Deutschland mit den beiden D-Netzen durch den damaligen Mannesmann-Konzern und die Deutsche Telekom am 30. Juni und 1. Juli 1992. Die ersten Netze waren gelegt, Funkmasten und Sender aufgebaut. GSM oder Global System for Mobile Communication nannte sich der erste Standard, der die Übertragung von Sprache und später auch von Textbotschaften möglich machte.

“Wir sind Handy“ - kein Satz versinnbildlicht die Beziehung der Deutschen zum Mobiltelefon vermutlich besser als dieser Werbespruch. Die Entwicklung des Geschäfts und das rasante Wachstum in den 90er Jahren raubte selbst den kühnsten Propheten und wagemutigsten Auguren den Atem. Im Mobilfunk ging die Post ab: Trotz anfänglicher hoher Preise für das mobile Telefonieren und für Geräte verfielen immer mehr Verbraucher dem Handy - eine Bezeichnung, die es nur in Deutschland gibt und keineswegs englischen Ursprungs ist. Über viele Jahre war das Handy das beliebteste Geschenk unter dem Weihnachtsbaum.

Schon früh nach dem Start des digitalen Mobilfunks setzte ein Preisverfall ein, wodurch der Wettbewerb weiter angeheizt wurde. Mit Minutenpreisen von knapp unter 2 D-Mark oder heute rund 1 Euro waren Telekom und Mannesmann an den Start gegangen. Die Grundgebühr lag bei mehr als 70 D-Mark. Doch dann ging es bei den Preisen steil bergab. Heute sind Pauschaltarife vorherrschend, so genannte Flatrates. Die Minutenpreise bei Mobilfunkdiscountern liegen heute bei unter zehn Cent.

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Mit massiven Subventionen für die damals noch sehr teuren Handys gelang es den Anbietern, attraktive Angebote für die Kunden zu schnüren. Als die Betreiber dann 1994 den Kurznachrichtendienst SMS einführten, war die junge Kundschaft für den Mobilfunk endgültig elektrifiziert: “Simsen“ wurde zu einem neuen Begriff. Binnen weniger Jahre entwickelte sich SMS zu einem der beliebtesten Handy-Dienste. Hinzu kamen die Guthabenkarten, die eine bessere Kostenkontrolle ermöglichten.

Die Netzanbieter Telekom (D1) und damals Mannesmann Mobilfunk (D2) lieferten sich einen Kampf um die Gunst der Kunden und die Marktführerschaft. Im Jahresrhythmus legten sie atemberaubende Zuwachsraten hin. Der Mobilfunk entwickelte sich für die Betreiber zu einer wahren Goldgrube. Allein im Jahre 1999 verdoppelte sich die Zahl der Mobilfunkkunden in Deutschland auf 48 Millionen. Der Erfolg kostetete Mannesmann schließlich die Eigenständigkeit: Der britische Riese Vodafone übernahm die Düsseldorfer im Jahr 2000 nach einem mehrmonatigen Abwehrkampf zum heute fast unvorstellbaren Preis von 190 Milliarden Euro.

114 Millionen Handys für 80 Millionen Deutsche

Mitte der 90er Jahre wurden zwei weitere Mobilfunklizenzen in Deutschland vergeben - es entstanden die E-Netze mit den heutigen Anbietern E-Plus und Telefónica O2. Die Nachzügler schafften es zwar bis heute nicht, bei den Kundenzahlen auch nur annähernd zu den Branchenführern aufzuschließen, doch sie eroberten Marktanteile auch in einem gesättigten Markt. Rund 114 Millionen Handyanschlüsse gibt es heute in Deutschland, bei 80 Millionen Einwohnern. Durch den digitalen Mobilfunk, schätzen Experten, seien 100 000 Arbeitsplätze in geschaffen worden.

Derzeit errichten die Netzanbieter den Standard der vierten Generation (LTE) und machen sich damit fit für den enorm gestiegenen Datenhunger der Kunden. Die ersten LTE-Handys sind auf dem Markt. Kaum vorstellbar, dass das erste GSM-fähige Mobiltelefon, das Motorola International 3200, einmal 33,4 Zentimeter maß und mehr als ein halbes Kilogramm auf die Waage brachte. Das iPhone von Apple misst gerade einmal 11,5 Zentimeter und wiegt 145 Gramm - abgesehen von den Funktionen wie E-Mail, Kalender, Wecker, Internet oder Apps für alle Lebenslagen - vor 20 Jahren noch unvorstellbar.

dpa

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