Eine Studie von Microsoft will die Diskussion über Online-Wahlen neu beleben.
Die politische Beteiligung über Online-Wahlen könnte nach Meinung vieler Bürger in Deutschland ein hilfreiches Mittel gegen Politikverdrossenheit sein. Laut einer repräsentativen Studie sind 37 Prozent der Befragten der Ansicht, dass auch solche Bürger an einer Wahl im Internet teilnehmen würden, die sonst gar nicht zur Wahl gehen würden. 42 Prozent sehen in der Online-Wahl einen einfacheren und bequemeren Weg als beim herkömmlichen Briefwahl-Verfahren.
Die Zahl der „digital natives“, also der Menschen, die mit dem Internet aufgewachsen sind und das Netz wie selbstverständlich nutzen, rückten auch in der Politik stetig nach, sagte Henrik Tesch von Microsoft Deutschland. Der Softwarekonzern hatte die Studie beim Meinungsforschungsinstitut Forsa in Auftrag gegeben.
Erstmals waren bei der Bundestagswahl 2005 Wahlcomputer eingesetzt worden, über die rund zwei Millionen Wähler ihre Stimme abgegeben hatten. 2009 war aber der Einsatz von Wahlcomputern vom Bundesverfassungsgericht für verfassungswidrig erklärt worden, da die erforderliche Transparenz für die Bürger nicht gegeben sei. Damals seien allerdings gerade einmal rund 50 Prozent der Bevölkerung online gewesen, sagte Tesch. „Das war eine ganz andere Situation.“ Heute seien digitale Beteiligungswege in demokratischen Prozessen viel selbstverständlicher. Auch hinsichtlich der Sicherheit von Online-Abstimmungen habe sich seither viel getan.
Für die von Microsoft in Auftrag gegebene Studie befragte Forsa mehr als 1000 wahlberechtigte Bürger in Deutschland zu ihrer Einstellung zu Online-Wahlen und der Beteiligung an politischen Prozessen über das Netz.
dpa










