Das ESC-Fieber steigt: Am Abend beginnt in der Hauptstadt der Südkaukasusrepublik Aserbaidschan das Finale des Eurovision Song Contest. Geschätzte 120 Millionen Menschen in ganz Europa werden die größte Fernsehshow des Kontinents an ihren Bildschirmen verfolgen. Für Deutschland singt der 21-jährige Roman Lob aus Rheinland-Pfalz beim 57. Grand Prix in Baku, der um 21.00 MESZ beginnt. Mit der Startnummer 20 und der Ballade “Standing Still“ tritt der gelernte Industriemechaniker in der von Deutschen gebauten Crystal Hall am Kaspischen Meer gegen 25 Konkurrenten an.
Eurovision Song Contest 2012: Sie singen im Finale
Als Favoriten auf die Musikkrone gelten aber vor allem die schwedische Sängerin Loreen mit ihrem Mystik-Dance-Popsong “Euphoria“ und die russische Oma-Gruppe Buranowskije Babuschki mit dem Feiersong “Party for Everybody“. Der Sieger, der den Wettbewerb dann für 2013 in sein Heimatland holt, steht gegen Mitternacht MESZ fest. Die offizielle deutsche ESC-Feier steigt wieder auf der Hamburger Reeperbahn, wo rund 5000 Menschen erwartet werden. In der Heimatstadt von Roman Lob, im rheinland-pfälzischen Neustadt (Wied), gibt es ein Public Viewing für 1200 Fans.
Baku: Eurovision Song Contest Hauptstadt 2012
Es sei inakzeptabel, wie Menschen in der Ex-Sowjetrepublik unter Druck gesetzt würden, sagte der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Markus Löning, dem Südwestrundfunk. Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Volker Beck forderte die ESC-Ausrichter auf, ihre Vergabepraxis zu überdenken. “Dass nicht der Automatismus in jedem Fall greifen muss, ein Land gewinnt den Contest und dann darf sich das Regime entsprechend darstellen“, sagte Beck im Deutschlandradio Kultur.
Die Führung von Präsident Ilcham Alijew hat die Vorwürfe stets zurückgewiesen und sich massiv über “einseitige“ Berichterstattung westlicher Medien beklagt. Kritiker werfen Alijew Unterdrückung Andersdenkender und Verstöße gegen die Menschenrechte vor. Auch während des ESC gingen die Sicherheitskräfte vor den internationalen Fernsehkameras teilweise brutal gegen Regierungsgegner vor.
dpa




























































