"Axel Springer lebt in meinem Herzen weiter“, meinte sie im Interview mit der Nachrichtenagentur dpa. Auf die Frage, was sie am meisten an ihrem Mann vermisst, antwortet Friede Springer: „Manchmal fehlt es mir, ihn nach seiner Meinung fragen zu können.“ Sie fährt fort: „Mich hat immer seine Meinungsfestigkeit - auch gegen große Widerstände - beeindruckt. Und seine ausgeprägte Bereitschaft zuzuhören und Fehler einzugestehen.“ Als Beispiel nennt sie seine "Unbeirrbarkeit, mit der er an die Wiedervereinigung glaubte und für sie kämpfte, auch noch zu einer Zeit, als dieses Thema politisch längst nicht mehr opportun zu sein schien." Auch an das Zusammentreffen Springers mit Willy Brandt 1985 in Jerusalem erinnert sich die Verleger-Witwe in diesem Zusammenhang. Es habe "nach Jahren großer Meinungsverschiedenheiten endlich wieder zu einer persönlichen Annäherung geführt hat.“
Obwohl sich die Zeiten geändert hätten, würde Axel Springer auch heute noch für seine freiheitlichen Ideale eintreten, ist Friede Springer überzeugt. Sie seien "aktueller denn je.“ Zum Jahrestag will sie einen Strauß rosa Röschen an sein Grab bringen. "Dann hole ich seine Enkelin Carina vom Flughafen ab und abends wird gefeiert“, erzählt die 69-Jährige.
100. Geburtstag von Axel Springer: Szenen aus seinem Leben
Mehrere Stiftungen tragen den Namen Friede Springer, darunter eine zur Förderung wissenschaftlicher und kultureller Projekte sowie die Friede Springer Herz Stiftung, die zu einer besseren Prävention bei Herz- und Kreislauferkrankungen beitragen will. Ihr Traum wäre es, "dass die erfolgreich arbeiten und viel Gutes tun“, verrät sie.
Nach ihren Zielen gefragt, sagt Friede Springer: „Ich habe - frei nach Luther - mein Apfelbäumchen gepflanzt und bin insofern recht zufrieden. Dennoch gibt es natürlich auch weiterhin erstrebenswerte Ziele. Über die möchte ich allerdings erst sprechen, wenn ich sie erreicht habe.“
dpa























