Der wegen antisemitischer Äußerungen in Ungnade gefallene Modedesigner John Galliano wagt mit Hilfe von Kollege Oscar de la Renta ein Mini-Comeback. Galliano werde ihm in den kommenden drei Wochen in seinem Studio helfen, teilte de la Renta am Freitag in New York mit. „John und ich kennen uns seit vielen Jahren und ich bin ein großer Bewunderer seines Talents. Er hat lange und hart an seiner Genesung gearbeitet und ich bin glücklich, ihm die Gelegenheit geben zu können, wieder in die Modewelt einzutauchen.“ US-Medienberichten zufolge soll Galliano seinem Kollegen bei der Vorbereitung der New Yorker Fashion Week im Februar helfen.
„Ich bin Oscar unendlich dankbar dafür, dass er mich in die vertraute Umgebung eines Designstudios eingeladen hat. Seine Unterstützung und sein Glaube an mich lassen mich sehr demütig werden“, teilte Galliano mit. De la Renta kündigte an, er wolle Galliano aktiv an seiner Arbeit beteiligen. „Während ich an einer Kollektion arbeite, sitze ich mit allen meinen Assistenten um mich herum. Ich bin kein Einzelgänger. Ich höre allen zu“, zitierte ihn die „Vogue“. Berichte, nach denen Galliano sein Nachfolger werden könne, wies de la Renta aber zurück.
„Ich bin Alkoholiker und seit zwei Jahren auf Entzug“, teilte der 52-Jährige nun mit. „Einige Jahre vor meiner Nüchternheit bin ich in den Wahnsinn meiner Krankheit abgestiegen. Ich habe Dinge gesagt und getan, die andere verletzt haben, besonders Mitglieder der jüdischen Gemeinschaft. Über den Schmerz, den ich verursacht habe, habe ich privat und öffentlich mein Bedauern ausgedrückt.“
Erste Reaktionen auf die neue Zusammenarbeit fielen unterschiedlich aus. Während die „Huffington Post“ von einem „sehr, sehr kühnen Akt“ sprach, kam von Alexandra Shulman, der Herausgeberin der britischen „Vogue“, viel Lob. „Oscar de la Renta ist der König des Uptown-Stils und John Galliano der Prinz romantischen Glamours, es sollte also eine magische Verbindung werden. Ich bin sehr froh, dass John wieder in die Modewelt zurückkommt.“
dpa









