Schechen – Man kann ihn hassen oder lieben. Aber es ist schwer, keine Emotion für den Bussi-Schorschi zu entwickeln. TV-Redakteur Bernd Berger weiß, warum: „Er hat Kult-Potential.“

© Christian Schernthaner
Bussi-Schorschi Georg Weiß: Steht ihm eine TV-Karriere bevor?
Herr Berger, wie sind Sie auf die Idee gekommen, ausgerechnet mit einem Abbruch-Unternehmer und Gärtnerei-Besitzer aus dem Oberbayerischen einen Reality-Piloten zu drehen?
Bernd Berger: Das ist nicht so abwegig. Wir sehen in Bussi-Schorschi dasselbe Potential wie es eine Daniela Katzenberger oder die Geissens haben.
Das müssen Sie mir jetzt aber genauer erklären.
Berger: Der Bussi-Schorschi polarisiert und er amüsiert. Sobald er einen gewissen Bekanntheitsgrad hat, wird er von selber funktionieren. Er trifft mit seiner Art den Massengeschmack.
Hmm...
Berger: Wenn Sie etwa einen Blumenkohl nehmen und diesen Blumenkohl auf einem bekannten TV-Sender jeden Tag ein paar Mal zeigen, dann ist das irgendwann DER Blumenkohl dieses Senders. Wenn Sie dann ein Volksfest haben und dort diesen Blumenkohl präsentieren, dann finden Sie hundertprozentig Leute, die sich diesen Blumenkohl anschauen werden. Eben weil es DER Blumenkohl dieses bekannten Senders ist.
Sie vergleichen einen Menschen mit einem Gemüse?
Werden Sie dann mit ihm weiter an Ihrem Reality-Format arbeiten?
Berger: Wir sind dabei, das zu entwickeln.
Mit seiner starken bayerischen Sprachfärbung dürfte ihn jenseits des Weißwurst-Äquators aber kaum noch einer verstehen. Also doch nicht so gut wie die Katzenberger?
Berger: Bussi-Schorschis Figur funktioniert auch non-verbal. Das ist bei der Katzenberger ja nicht anders. Wenn sie spricht, verstehen das die meisten auch nur akustisch, wissen aber nicht, was sie jetzt eigentlich gemeint hat. Sie lebt ja auch oft in einer eigenen geistigen Welt.
Haben Sie keine Angst, dass Sie dafür geschmäht werden?
Berger: Mit einem Kunst-Anspruch darf man hier nicht rangehen. Der Bussi-Schorschi ist einfach ein erfolgreiches TV-Produkt. Er trifft einen gewissen Zeitgeist und bedient den Massengeschmack. Er mag dabei keine Kunst sein, aber das Potential für Kult hat er. Möglicherweise wird er sich auch - wie so viele vor ihm - nicht lange im Bewusstsein der Öffentlichkeit halten, möglicherweise aber doch. Ich denke jedenfalls, wir werden noch von ihm hören.
Wir sind gespannt. Herr Berger, vielen Dank für das Gespräch.
Das ist der Pilot-Film für ein geplantes Doku-Soap-Projekt der Münchner Produktionsfirma Neue Pallas
In der Region macht Bussi-Schorschi im Moment weniger durch seine geplante TV-Karriere von sich reden als durch einen Streit mit dem Schechener Bürgermeister und dem Landratsamt. Es geht um den Bau einer Lagerhalle, die Georg Weiß als Event-Stadl "EdelWeissAlm" vermarktet.
ck/ro24
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