Rosenheim – 16 Schüler des Rosenheimer Karolinen-Gymnasiums haben sich viel vorgenommen: Sie wollen in Ghana eine Schule bauen.

© OVB
Möglich werden soll das mit Spenden-Sammlungen und viel Eigeninitiative. Geplant ist sogar, dass die jungen Leute im kommenden Jahr selbst nach Afrika reisen, um dort bei dem Bau des Gebäudes mitzuhelfen.
Die Start-Veranstaltung dieses ehrgeizeigen Projektes fand in den Räumen der Hypo-Vereinsbank statt. Eingefunden hatten sich da neben Schülern und Lehrern des Gymnasiums auch viele Eltern und einige Ehrengäste aus Politik und Wirtschaft.
Die eigenständige Planung und Durchführung eines Projekts ist im Stundenplan der 11. Klassen in den Gymnasien fest verankert. Dass in diesem Rahmen gleich eine ganze Schule gebaut werden soll, kam aber bisher wohl in ganz Bayern noch niemals vor. "Das verlangt den Schülern schon unwahrscheinlich viel ab. Aber sie können dabei auch enorm viel lernen", ist sich Lehrer Mark Lörz sicher, der das Projekt betreut.
Die Hauptaufgaben liegen aber bei den 16 Schülern. Sie erstellen Plakate, drucken Handzettel, planen Veranstaltungen und Aktionen, rühren die Werbetrommel und besuchen Firmen in Stadt und Landkreis, um am Schluss so viel Geld zusammen zu bekommen, um tatsächlich eine Schule für afrikanische Kinder bauen zu können.
Für die Verwirklichung dieses hochgesteckten Zieles sollen in den kommenden Monaten unter anderem Spendenläufe und ein Stand am Weihnachtsbasar organisiert werden. Außerdem zählen die jungen Leute auf die tatkräftige Mithilfe der heimischen Wirtschaft.
Als Partner bei der Verwirklichung des Projekts haben sie sich die Stiftung "Opportunity international" ausgesucht. Diese unterstützt arme, aber unternehmerisch tätige Menschen in Entwicklungsländern mit der sogenannten "sozialen Mikrofinanz". Kleinkredite, Sparbücher, Versicherungen und Vermarktungshilfen sollen dabei den wirtschaftlichen Erfolg sichern.
Stefan Knüppel ist in Deutschland der Leiter dieser Stiftung. Er stellte die Arbeit und die Erfolge anhand eines kurzen Filmvortrages vor. Dabei gab er zu, dass er anfangs gezweifelt habe, ob Schüler tatsächlich alleine ein derartiges Projekt stemmen können: "Zuerst wollte ich unsere Mithilfe ablehnen. Doch dann befasste ich mich mehr mit der Idee der Schüler und merkte, welcher Ehrgeiz dahinter steckt. Jetzt bin ich überzeugt, dass sie es tatsächlich schaffen", sagte er.
Einblicke in das Leben in Ghana gab Tony Fosu, der dort als Mikrofinanzpraktiker arbeitet. Auch er war voll des Lobes für das soziale Engagement der Rosenheimer Schüler. Zusammen mit Knüppel war er sich einig: "Noch nie zuvor kamen deutsche Schüler nach Ghana, um auch mit ihren eigenen Händen beim Bau einer Schule mitzuhelfen."
Für die 16 Schüler des Karolinen-Gymnasiums wird das voraussichtlich im November 2012 der Fall sein. Auf diese Zeit freuen sich die Teilnehmer des Projekts "Karo hilft" schon sehr. "Ich bin mir sicher, dabei werden wir viele wertvolle Erfahrungen für unser Leben sammeln", so Veronika Karlinger. Bis es soweit ist, muss aber jetzt erst einmal kräftig Geld eingenommen werden.
wu/Oberbayerisches Volksblatt
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