Passagiere zusätzlich verunsichert

Flugangst: Trotz Flugbegleiter-Streik kein Grund zur Sorge

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+

Der Streik der Flugbegleiter bereitet vor allem Menschen mit Flugangst großes Kopfzerbrechen. Das Streik-Chaos verunsichert diese Passagiere zusätzlich.

Nach wie vor sorgt der Streik der Flugbegleiter-Gewerkschaft UFO an Deutschlands Flughäfen für Chaos.

Zahlreiche Flüge werden gestrichen, verschoben oder umgebucht. Ein Ende des Arbeitskampfes scheint nicht in Sicht. Bei vielen Passagieren liegen die Nerven blank. Besonders zu leiden haben diejenigen, die ohnehin jeder Flugreise mit Angst entgegen blicken und nun durch das Streik-Chaos zusätzlich verunsichert werden.

Die gute Nachricht: Es gibt klare Vorschriften dazu, wie viele Flugbegleiter an Bord sein müssen. Es steht also nicht zu befürchten, dass die Fluglinien kurzerhand unterbesetzt losfliegen und so womöglich die Sicherheit ihrer Passagiere gefährden. Die Anzahl der Flugbegleiter erhöht sich mit den beförderten Passagieren. Ab dem 20. Sitzplatz ist der erste Flugbegleiter vorgeschrieben. Anschließend ist ab jedem 50. Passagier ein weiterer Mitarbeiter im Einsatz.

Mit Statistiken gegen die Flugangst

Die oben genannten Zahlen helfen einigen von Flugangst geplagten womöglich weiter. Auch weiteres Faktenwissen kann zur Beruhigung beitragen. Das Flugpersonal versteht sein Handwerk. Eine lange Ausbildung, Übung und viel Erfahrung sind an Bord. Einige Passagiere fühlen sich besser, wenn sie sich vorab über den Flugzeugtyp, Grundlagen der Flugphysik sowie über die Ausbildung von Piloten und Flugbegleitern informieren.

Auch die Unfallzahlen sind ermutigend. Pro gereistem Kilometer ist das Flugzeug neben dem Zug das sicherste Verkehrsmittel. Beim Fliegen sterben nur rund ein Zehntel so viele Menschen wie beim Autofahren – und das, obwohl auch der Straßenverkehr in den letzten Jahren immer sicherer wird. Durchschnittlich kommt lediglich alle rund zwei Milliarden Flugkilometer ein Mensch ums Leben. Zum Vergleich: mit „nur“ 44.000 Kilometern könnte man bereits einmal die Erde komplett umrunden.

Flugangst-Betroffene sollten den richtigen Sitzplatz wählen

Neben Faktenwissen kann auch gezieltes Verhalten an Bord zu einem entspannteren Flug beitragen. Dazu zählt beispielsweise die Wahl des richtigen Sitzplatzes. Steht die Flugangst beispielsweise mit Klaustrophobie, also der Angst vor engen Räumen, in Zusammenhang, sollten Betroffene eher am Gang sitzen. Dort haben sie größere Bewegungsfreiheit. Alternativen sind die erste Reihe oder der Platz am Notausgang. Manche Menschen mit Flugangst bevorzugen das Sitzen am Gang womöglich auch deshalb, weil dort der Ausblick aus dem Fenster gemieden wird. Wer dagegen vor allem Probleme mit dem beim Fliegen erlebten Kontrollverlust hat, bevorzugt womöglich einen Fensterplatz, auf dem er sehen kann, was vor sich geht.

Während des Flugs für Ablenkung sorgen

Wer unter Flugangst leidet, sollte nicht vor sich hin grübeln und sich so womöglich noch tiefer in seine Ängste hinein steigern. Ablenkung ist oft die bessere Wahl. Ein Film an Bord, das Hören von Musik, das Lesen eines Buches oder auch das Lösen von Kreuzworträtseln kann die Flugangst mindern. Eine Unterhaltung mit dem Partner oder dem Sitznachbar lenkt ebenfalls ab.

Bordverpflegung: Leichtes Essen und lieber auf Alkohol verzichten

Stress und Unwohlsein beginnt meist schon vor dem Abflug. Eine umfassende Mahlzeit kann während des Fluges zu Übelkeit führen. Eine leichte Mahlzeit ist jedoch ratsam, um die Flugangst zu bekämpfen. Denn wird der Magen mit Inhalt gefüllt, so setzt die Verdauung ein. Dies reduziert das Angstgefühl. Auch während des Fluges sollte aus diesem Grund eher leichte Kost, beispielsweise Vollkornbrot oder Obst, bevorzugt werden.

Meiden sollten Passagiere mit Flugangst die an Bord angebotenen geistigen Getränke. Der oft gehörte Tipp, im Flugzeug reichlich Alkohol zu trinken und so die Angst zu betäuben, ist eher kontraproduktiv. Alkohol kann, zumal er aufgrund des geringeren Luftdrucks im Flieger häufig stärker wirkt, empfundene Gefühle verstärken und so die Angst noch deutlicher spürbar machen. Nicht ganz so problematisch, aber ebenfalls oft nicht die beste Idee, sind koffeinhaltige Getränke wie Kaffee, Tee und Cola. Sie wirken anregend und können somit ebenfalls für verstärkte Nervosität sorgen. Dagegen ist es empfehlenswert, beim Fliegen reichlich Wasser zu trinken.

Zurück zur Übersicht: Reise

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Sie haben aber die Möglichkeit uns Ihre Meinung über das Kontaktformular zu senden.

Die Redaktion

Live: Top-Artikel unserer Leser