Cidre, Calvados und Camenbert

Schlemmertour in der Normandie

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Liebevoll restaurierte Fachwerkhäuser: Beuvron-en-Auge wurde mehrfach als schönstes Dorf Frankreichs ausgezeichnet.

Grüne Hügel und saftige Äpfel - gehören zu den Dingen, die das Hinterland der Normandie in ein Feinschmeckerland verzaubern. Der Reichtum der Natur prägt die Küche in der Pays d'Auge.

Das Schlaraffenland ist nur ein Märchen? Nicht ganz. Im Herzen der Normandie, liegt ein Landstrich, der diesen Namen durchaus verdienen würde: das Pays d'Auge. Wenn man durch die sanften grünen Hügel der Region im Hinterland der Côte Fleurie fährt - vorbei an saftigen Weiden, auf denen wohlgenährte gefleckte Vache normande grasen, an vor rotbackigen Äpfeln nur so überquellenden Plantagen oder üppigen Gemüsegärten - bekommt man schon eine Ahnung von ihrem kulinarischen Reichtum.

Käsepromis: Camembert, Livarot und Pont l'Evêque stammen alle aus der Normandie.

„Hier gibt es alles, was das Feinschmeckerherz höherschlagen lässt“, schwärmt Brigitte Dumant. Die quirlige Rothaarige, die eigentlich aus Paris stammt, hat sich schon vor vielen Jahren ins Pays d'Auge verliebt. In seine Bilderbuchlandschaft, die einer Postkarte gleiche, aber auch in seine exquisiten Produkte: etwa die Milch, die wegen der saftigen Gräser und Kräuter, die die Kühe fressen, so vollmundig im Geschmack sei, das zarte Kalbfleisch oder das knackige Obst und Gemüse, das es an jeder Ecke gibt.

Grundlage für berühmte Käsesorten: Auf den Weiden der Normandie finden die Kühe frisches Gras.

Was in anderen Ecken der Welt gar nicht so einfach wäre, ist im Pays d'Auge nicht weiter schwer: Man setzt sich in sein Auto, fährt entlang der schmalen kurvigen Straßen durch endloses Grün in Dörfer, die mit ihren Fachwerkhäuschen und einem glasklaren Bächlein hier oder einem malerischen kleinen See dort, eines schöner als das andere sind. Und findet: Überall kleine Hofläden, in denen Bauern ihre Erzeugnisse verkaufen oder Privatpersonen, die selbstgemachte Konfitüre, Kompott oder Karamell anbieten.

Wer die kulinarische Pracht des Pays d'Auge gerne auf einem Fleck hätte, sollte einen seiner Wochenmärkte aufsuchen. „Sie finden in einer ganzen Reihe von Gemeinden statt und sind ein Muss für Liebhaber guten Essens“, erzählt Armelle le Goff, Tourismuschefin des Département Calvados.

Cidre und frisches Obst werden auf zahlreichen Märkten in der Normandie verkauft.

Wer bei ihr im Tourismusbüro in Caen anfragt, den schickt sie nach Saint-Pierre-Sur-Dives: In der charmanten Kleinstadt, die ihre Besucher mit einem reichen Schatz an wunderschönen historischen Gebäuden sowie einer Vielzahl kleiner Geschäfte und Restaurants bezaubert, findet sich einer der wohl attraktivsten Märkte der Region.
Immer montags, wenn die Glocken der Benediktinerabtei acht Uhr geschlagen haben, bricht in der nahe gelegenen Markthalle aus dem Mittelalter und dem umliegenden Place du Marché Geschäftigkeit aus. Da polieren Obsthändler ihre Äpfel, damit sie noch attraktiver aussehen, sengt eine Bäuerin die Federkiele der zuvor gerupften Gänse ab, und der Käsemann offeriert die ersten Probierwürfel Camembert an Marktbesucher.

Immer wieder stößt man auf besondere Schätze. So etwa im winzigen Örtchen Beuvron-en-Auge, das mehrmals offiziell zu einem der schönsten Dörfer Frankreichs gekürt wurde und wegen seiner liebevoll restaurierten Fachwerkhäuser aus dem 15. bis 18. Jahrhundert unter Denkmalschutz steht: In der historischen Markthalle auf dem Dorfplatz, befindet sich das Feinschmeckerrestaurant „Pavé d'Auge“. Trotz einer lokalen Bevölkerungsdichte von nur 22 Einwohnern pro Quadratkilometer hat Küchenchef Jérôme Bansard sich hier einen Michelin-Stern erkocht.

Lohnenswert ist es auch, der Route du Fromage zu folgen. Entlang der Themenroute, die durch die Geburtsorte der Käsepromis - Camembert, Livarot und Pont l'Evêque - führt, finden sich eine Reihe von kleinen Käsebauernhöfen und Käsereien. Hier kann man dem Fromager bei seiner Arbeit zuschauen und die regionalen Spezialitäten in ihrer ganzen Vielfalt verkosten: unterschiedlich gereift von mild-cremig bis pikant oder hier und da auch verfeinert - etwa mit Mandeln oder Cidre.

Dem, der alles probieren will, bleibt oft nur eines: ein ordentlicher Schluck Calvados. Er wird von Einheimischen nicht umsonst „normannisches Loch“ genannt, erlaubt er doch, was bei einer Schlemmerreise durchs Pays d'Auge oft unmöglich scheint: Weiteressen.

Von Nicola Menke, dpa

DIE REISE-INFOS ZU PAYS D'AUGE

REISEZIEL: Das Pays d'Auge ist eine Landschaft in der nordfranzösischen Provinz Normandie. Sie umfasst Teile der Départements Calvados, Orne und Eure.

BESTE REISEZEIT: In der Region herrscht Atlantikklima mit milden Wintern und mäßig warmen Sommern (20-25 Grad). Zum Baden ist die beste Reisezeit zwischen Juni und August. Für Wanderer, Naturliebhaber oder Schlemmerreisende sind auch Frühjahr und Herbst sehr reizvoll.

ANREISE: Aus Deutschland ist die Anreise dank gut ausgebauter Anfahrtswege bequem mit dem Auto möglich. Zudem gibt es ins Pays d'Auge zahlreiche Zugverbindungen über Paris - unter anderem mit Endstation Lisieux und Deauville. Wer sich fürs Fliegen entscheidet kommt von einigen Flughäfen aus direkt in die Normandie - nach Rouen, Caen und Le Havre.

WOHNEN: Im Pays d'Auge gibt es eine breite Auswahl an Hotels aller Preisklassen, sowie eine Vielzahl von Gästezimmern und Pensionen - sogenannte Chambres d'hotes. Ergänzt wird das Angebot durch attraktive Ferienwohnungen und -häuser, sowie reizvolle Campingplätze.

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