Über den Wolken: Surfen an Bord

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Seit Anfang Dezember bietet die Lufthansa ihren Passagieren auf ausgewählten Nordatlantik-Flügen einen Online-Zugang an.

Flugzeuge waren lange eine der letzten handy- und internetfreien Zonen - zumindest für die Passagiere. Nun bieten erste Fluggesellschaften ihren Gästen die digitale Vernetzung auch über den Wolken an.

Manche Behauptungen halten sich hartnäckig, auch wenn sie längst widerlegt sind. Zum Beispiel dass angeschaltete Handys ein Flugzeug abstürzen lassen. Dabei hat wohl jeder schon einmal vergessen, sein Mobiltelefon während eines Fluges abzuschalten - und lebt immer noch. Der Gesetzgeber erlaubt schon seit März 2008 das Telefonieren über den Wolken, zumindest unter bestimmten Voraussetzungen. Gleiches gilt für Internet-Zugänge über drahtlose Netze (WLAN).

“Man war sich lange nicht sicher, inwieweit die Geräte die Bord-Elektronik stören“, erklärt Martin Gaebges, Sprecher von BARIG, dem Zusammenschluss von Fluggesellschaften in Deutschland. Und noch heute sei das Telefonieren mit dem eigenen Handy durchaus umstritten, auch wenn es einige Unternehmen wie Emirates und Singapore Airlines erlauben oder in Zukunft erlauben wollen.

Lassen angeschaltete Handy Flugzeuge abstürzen 

Seit Anfang Dezember bietet die Lufthansa ihren Passagieren auf ausgewählten Nordatlantik-Flügen einen Online-Zugang an. “Das funktioniert nun im Grunde, wie man das etwa aus Hotels kennt“, sagt Lufthansa-Sprecher Boris Ogursky.

Der Passagier könne sich in der gesamten Flugkabine mit seinem WLAN-fähigen Gerät, egal ob Laptop oder Smartphone, wie an einem öffentlichen Hotspot einloggen und werde dann zunächst auf das kostenlose Lufthansa-Flynet-Portal weitergeleitet. Von dort kann man sich über einen Service der Deutschen Telekom ins Internet einloggen. Eine einstündige Pauschale kostet 10,95 Euro oder 3500 Meilen, für 19,95 Euro oder 7000 Meilen können Fluggäste 24 Stunden online bleiben. Zur Einführung ist das Angebot bis Ende Januar kostenlos.

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Die meisten Fluggesellschaften halten sich allerdings noch zurück. “Für Ferienflieger ist das nicht so ein Thema“, sagt Torsten Schäfer vom Deutschen Reiseverband in Berlin. Internet auf Flügen sei eher für Business-Traveller interessant. So können Geschäftsreisende, die viel Zeit im Flugzeug verbringen, diese sinnvoll nutzen. Auch die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft Air Berlin denkt deshalb darüber nach, auf Langstreckenflügen Internetzugang anzubieten. Allerdings gebe es noch keine konkreten Planungen, sagt eine Sprecherin.

Noch zurückhaltender sind die Fluggesellschaften beim Thema Telefonieren über den Wolken. “Umfragen haben ergeben, dass die Passagiere das gar nicht wollen“, sagt Lufthansa-Sprecher Ogursky. In der Enge des Flugzeugs fühlten sich die Gäste leicht gestört. Und wirklich Vertrauliches könne man ohnehin nicht besprechen.

Britta Schmeis, dpa

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