Märchenhaft

Wanderungen zwischen Elbhöhenweg und Elbtalaue

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Die Heimat kann so schön sein: Abendstimmung am Elbufer in der Elbtalaue. Foto: Biosphaerium Elbtalaue GmbH/Andrea Schmid
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Die Heimat kann so schön sein: Abendstimmung am Elbufer in der Elbtalaue. Foto: Biosphaerium Elbtalaue GmbH/Andrea Schmid
In den Tümpeln entlang der Elbe leben zahlreiche Frosch- und Krötenarten. Foto: Larissa Loges
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In den Tümpeln entlang der Elbe leben zahlreiche Frosch- und Krötenarten. Foto: Larissa Loges
Von der Elbhöhe geht es hinab in die Elbtalaue. Im Wendland erleben Wanderer Natur pur. Foto: Larissa Loges
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Von der Elbhöhe geht es hinab in die Elbtalaue. Im Wendland erleben Wanderer Natur pur. Foto: Larissa Loges
Die schmucken Bauernhäuser sind typisch für die Region rund um Jabel, Lübeln und Gühlitz. Wie sie genau entstanden sind, dazu gibt es mehrere Theorien. Foto: Larissa Loges
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Die schmucken Bauernhäuser sind typisch für die Region rund um Jabel, Lübeln und Gühlitz. Wie sie genau entstanden sind, dazu gibt es mehrere Theorien. Foto: Larissa Loges
Die niedersächsische Elbtalaue lockt Naturfreunde und Ruhesuchende an. Foto: Larissa Loges
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Die niedersächsische Elbtalaue lockt Naturfreunde und Ruhesuchende an. Foto: Larissa Loges
In den ufernahen Wäldern lebten einst Wölfe, die am Wasser immer viel Fressen fanden - bis sie von den Menschen verdrängt wurden. Foto: Larissa Loges
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In den ufernahen Wäldern lebten einst Wölfe, die am Wasser immer viel Fressen fanden - bis sie von den Menschen verdrängt wurden. Foto: Larissa Loges
Diplom-BioLoge Andreas Lange führt Besucher durch die Elbtalaue - und nimmt sie dabei mit auf eine Zeitreise. Foto: Larissa Loges
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Diplom-BioLoge Andreas Lange führt Besucher durch die Elbtalaue - und nimmt sie dabei mit auf eine Zeitreise. Foto: Larissa Loges
Auch Weißstörche lassen sich im Biosphärenreservat Elbtalaue beobachten. Foto: Biosphaerium Elbtalaue GmbH/Andrea Schmid
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Auch Weißstörche lassen sich im Biosphärenreservat Elbtalaue beobachten. Foto: Biosphaerium Elbtalaue GmbH/Andrea Schmid

Grün ist das Wendland. Waldig, moosig, mit wie aus der Zeit gefallenen Dörfern. Doch statt einer mittelalterlichen Magd zeigt sich die Herbstsonne und hüllt Alleen und Wälder glänzend ein. Sie macht Lust auf eine Region, in der es keinen Platz für Hektik gibt.

Hitzacker (dpa/tmn) - Hitzacker liegt an der Einmündung der Jeetzel in die Elbe, gesäumt von Elbhöhe und Elbtalaue. Diplom-Biologe Andreas Lange kennt die Region wie kaum ein Zweiter. Der 55-Jährige bringt Jugendgruppen den Elbe-Lehrpfad nahe - also ab ins Dickicht.

Laub raschelt unter den Füßen, wie braune Pergamentschnipsel bedeckt es den Waldboden. Darunter: Sand. Der Biologe lädt ein zur "kleinen Zeitreise, 200 000 Jahre zurück". Er berichtet von Gletschern, die Sand von Skandinavien und aus der Ostsee zu einem Wall auftürmten, zu einer Endmoräne - 150 Meter hoch, 15 bis 25 Kilometer breit. Die Wandergruppe steht auf den letzten Resten dieses Walls, doch nun soll es von 75 Metern über Normalnull sanft bergab gehen.

Nicht aber, ohne kurz die Baldachinspinne am Wegrand zu beachten. Schließlich ist man im Biosphärenreservat unterwegs. Das ist eingeteilt in drei Schutzzonen, so Lange: "A sind Ortslagen, B die Landschaftsschutzgebiete, C umfasst die früheren Naturschutzgebiete - also das Heiligtum." Und durch dieses geht es hinab in Richtung Elbe, die nach dem weißen Sand benannt wurde, der immer wieder auf den Waldpfaden im Herbstlicht aufleuchtet. Alba ist lateinisch für weiß. Irgendwann wurde aus dem Fluvius alba die Elbe.

Die ufernahen Wälder waren bevorzugte Jagdgebiete für Wölfe, erzählt Lange: "Die lebten hier wie im Schlaraffenland, da alle Tiere praktisch an ihnen vorbei zum Wasser mussten." Das währte aber nicht ewig. "Irgendwann konkurrierten die Menschen mit den Wölfen um dieselbe Nahrung", erklärt der Biologe. Man entledigte sich der Konkurrenz. "Heute, viele Jahre nachdem die Wolfsschlucht ihren Namen bekam, gibt es in der Nähe bei Gartow wieder zwei Rudel Wölfe."

Weiter geht es, durch Hochwassergebiete mit sumpfig-saftigen Böden. Das Laub wird weniger, die Brennnesseln mehr. Mischwald weicht der Elbtalaue. Ein Kuckuck, ein Kinderlachen, dann öffnet sich der Blick auf den Fluss. Gehölze und Tümpel beherbergen etliche Frosch- und Krötenarten, Molche, Krebse, Schnecken. Der Elbebiber kehrte etwa 1990 auch in die Elbtalaue zurück. Der geschätzte Bestand im Biosphärenreservat aktuell: mehr als 500 Tiere.

Der Auenwald mit seinen Pappeln und Silberweiden verzaubert. Das leise Singen einer wandernden Frauengruppe klingt aus der Ferne wie Elbenmusik. Die Eingänge zu den Bunkern am Wegrand, in denen die Nationalsozialisten einst Treibstoff versteckten, wirken da fast surreal. Ebenso wie der Gedanke an einen der nördlichsten und kleinsten Weinberge Deutschlands auf der nächsten Höhe über der Elbe - mit nur knapp 100 Weinstöcken. Kleine Serpentinen ziehen sich durch den Weinberg. Der Höhenweg entlang der Steilkante gipfelt an einem Aussichtspunkt mit Panoramablick auf Wälder, Wiesen und Wasser bis weit ins Mecklenburger Land.

Entlang der Storchenstraße mit ihren zahlreichen Nestern auf Schornsteinen und Reetdächern geht es zurück nach Hitzacker. Die Stadtinsel präsentiert ihre denkmalgeschützten Fachwerkhäuser und Gassen in rot-orangem Abendlicht. Der Elbstrand wartet mit seinem feinen Sand und einer Ruhe, die selten geworden ist. Info-Kasten: Wandern im Wendland

Wendland Rundweg

Elbtalaue Wendland

Hitzacker

Jugendherberge Hitzacker

Rundlingsmuseum

Biosphaerium Elbtalaue

Elbtalaue-Wendland Touristik, Lübeln 2, 29482 Küsten, Tel.: 05841/96290

Kur- und Touristinformation Hitzacker, Am Markt 7, 29456 Hitzacker, Tel.: 05862/96970

Rundlingsmuseum, Wendlandhof Lübeln, Lübeln 2, 29482 Küsten, Tel.: 05841/96290

Geführte Radwanderungen, Andreas Lange, Tel.: 0151/17386913, Sabine Wittkopf, Tel.: 038841/61377

Biosphaerium, Informationszentrum des Biosphärenreservats Niedersächsische Elbtalaue, Schlossstraße 10, 21354 Bleckede, Tel.: 05852/951414

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