Weiter Debatten um Asylbewerber-Unterbringung

Hotel Hohenaschau: Kommt jetzt das Bürgerbegehren?

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Eskaliert jetzt der Streit um die Nutzung des Hotels Hohenaschau?

Aschau im Chiemgau - Anfang November zogen die ersten Asylbewerber ins Hotel Hohenaschau ein, weitere könnten jetzt jeden Tag folgen. Wiederstand regt sich besonders bei den Anwohnern:

Die Eigentumsverhältnisse im Hotel Hohenaschau sind kompliziert, so Heribert Lang, Eigentümer eines Apartments im Unterkunftskomplex in unmittelbarer Nähe zum Schlosses in Aschau. Der Betreiber des Restaurants "Zur Burg" erklärt im Gespräch mit rosenheim24.de, dass sich aus dem einstigen Interessens-Pool jedoch mittlerweile eine Untergesellschaft gegründet habe. Die Folge: Lediglich ein Teil der Anlage wird seither von einer Eigentümerversammlung verwaltet. Der Rest liegt in der Verantwortung der jeweiligen Besitzer, die ihre Wohnungen bereits im November an das Landratsamt zur Unterbringung von Asylbewerbern vermietet hatten.

Jetzt könnte auch das restliche Gebäude einer neuen Nutzung zugeführt werden, sehr zum Unmut der Anwohner, der Gemeinde und einem Teil der Eigentümer. Wie die Betroffenen dagegen vorgehen wollen:

Anliegertreffen mit eindeutiger Absicht

"Wir befürchten, dass der Tourismus in Aschau mit der Umnutzung des einzigen, großen Hotels Schaden nehmen könnte", erklärt der Organisator des Anliegertreffens, Heribert Lang, der rund 40 Personen an Heilig-Drei-König versammelt hatte. Zusammen mit Vertretern der Kampenwand-Seilbahn, mehreren Gemeinderäten und Anwohnern des Hotels sei die Marschrichtung schnell klar gewesen. Eine Unterschriftenaktion soll den Unmut der Bürger bekunden und als Zeichen des Protests dem Landratsamt vorgelegt werden.

Lang selbst fürchtet dabei um die Zukunft seines Restaurants. Sollten künftig insgesamt etwa 160 Asylbewerber in die Apartments einziehen, sorge die Situation sicherlich für Zündstoff, so Lang weiter. Eine aufgeteilte Nutzung des Gebäudes könne sich der Restaurant-Chef nicht vorstellen. Für die vermehrt auswärtigen Eigentümer der Wohnungen, bliebe deshalb ja auch nur eine Möglichkeit: Dem Landratsamt die restlichen Wohnungen zur Vermietung an Asylbewerber anbieten. Die Einheimischen wehren sich hingegen weiter. Am Donnerstag wollen sich die Schriftführer der Bürgervereinigung dazu nochmals treffen und die Unterschriftenaktion in die Wege leiten, die die Umnutzung verhindern soll.

Landratsamt bleibt weiter standhaft

Bevor das Landratsamt in Rosenheim die Wohnungen jedoch überhaupt anmieten kann, bedarf es einer Kostenübernahme durch die Regierung von Oberbayern. "Darauf warten wir noch. Sobald wir diese haben, werden wir das Vorhaben aber auch umsetzen. Wir rechnen täglich damit", erklärt der Pressesprecher der Rosenheimer Behörde, Oliver Winter.

Einen Grund, auch nach bekundetem Unmut seitens der Aschauer Anwohner, auf die Inanspruchnahme des Angebots seitens des Großteils der Eigentümer zu verzichten, sehe das Landratsamt hingegen nicht. "Würden wir auf jeden Anwohnerprotest reagieren, könnten wir zusperren", so Winter konsequent. Aufgrund der Situation im Landkreis werde man auch in Zukunft auf Angebote, die dem Amt zugetragen würden, entsprechend reagieren. Am Ende seien schließlich die Eigentümer auf den Landkreis zugekommen und nicht umgekehrt.

Was passiert mit dem Hotel-Personal?

Die ehemalige Pächterin des Hotels, Heike Schillbach, hängt indes solange in der Luft: "Es gibt keinen Plan B, das ist eine wirklich bittere Geschichte", erklärt sie zur Zukunft des Hotels und vor allem zur Zukunft ihres Arbeitsplatzes und den ihrer Kollegen. Soll Schillbach in Zukunft noch als eine Art Ansprechpartnerin für die Asylbewerber weiterbeschäftigt werden, hängt das Hotel-Personal in der Luft.

Wenn das Hotel künftig als Flüchtlingsunterkunft genutzt würde, stünden die meisten unvermittelt auf der Straße. "Hier geht es wirklich schon teilweise an die Existenz der Leute", so Schillbach weiter. Aktuell sei man bereits auf der Suche nach anderen Hoteliers aus der Region, die möglicherweise Teile der Belegschaft anstellen könnten, zumindest übergangsweise. Nach einer voraussichtlichen Mietdauer von einem Jahr soll das Gebäude schließlich wieder renoviert und der ursprünglichen Nutzung zugeführt werden.

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