Kolbeck: "Echte Alternative noch nicht gefunden"

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Breitbrunn - Im Dialog um die Erdgasbohrungen in Breitbrunn hat jetzt die nächste Gesprächsrunde stattgefunden - ohne ersichtliches Ergebnis.

Schwer zu sagen, ob eine der beiden Parteien besondere Erwartungen an dieses Treffen hegte: Die RAG, Erdgasexplorationsunternehmen aus Österreich, und die Bürgerinitiative gegen Erdgasbohrungen in Breitbrunn, hatten schon im Dezember weitere Gespräche über das Bohrprojekt vereinbart. Denn seit Bekanntwerden der RAG-Pläne, nahe am Naturschutzgebiet Bohrungen weit unter den Chiemsee zu führen, um dort lagerndes Erdgas zu fördern, artikulierte sich der Protest der Anlieger und Naturschützer. Sie sehen in diesem Vorhaben eine massive Bedrohung der Umwelt und eine Gefährdung des Trinkwassers. Deshalb hatte die RAG Gespräche über alternative Standorte angeboten.

Beim jüngsten Treffen im Bayerischen Hof in Prien präsentierte die RAG eine Handvoll anderer möglicher Bohrstellen in einiger Entfernung der ursprünglichen Lokation, zum Teil auf Eggstätter oder Rimstinger Gemeindegebiet.

Aber als echte Alternative wollten die Vertreter der Bürgerinitiative das nicht werten. Der Einstiegsort, dort wo die Bohrtürme errichtet werden sollen, sei damit zwar verlagert und nicht weithin sichtbar, am Zielort aber habe sich damit nichts geändert. Und das ärgert die Bohrungsgegner. Ihnen geht es nicht in erster Linie darum, unauffälligere Standorte für Bohrtürme und überirdische technische Einrichtungen zu finden. "Wir wollen verhindern, dass die Bohrungen unter dem Langbürgner See verlaufen", macht Gerhard Kolbeck, einer der beiden Sprecher der Bürgerinitiative aus Breitbrunn, noch einmal klar. Auch verschiedene Petitionen haben diese Stoßrichtung.

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Inwieweit Petitionen an den Landtag eine aufschiebende Wirkung für das Genehmigungsverfahren haben, darüber gingen die Ansichten auseinander. Rechtsanwalt Bernhard Fricke aus Halfing, ebenfalls engagierter Gegner der Bohrungen unter dem See und einer der Ansprechpartner in diesem Bürgerdialog, vertrat in einem Schreiben an Wirtschaftsminister Martin Zeil die Ansicht, es sei "allgemeine Verwaltungspraxis im Freistaat Bayern, wonach eine Behörde in einem anhängigen Verwaltungsverfahren nicht entscheidet, solange der Landtag nicht über die Eingabe befunden hat" und stützt sich dabei auf einen Beschluss des Verwaltungsgerichtshofes aus dem Jahre 2008. Für den Minister hat dagegen der Antragsteller "einen Rechtsanspruch auf eine zügige Verfahrensdurchführung, eine Petition steht dem nicht entgegen", so Zeil in einem Schreiben an Fricke.

Doch im Moment ist wohl nur eines klar: die Frontbildung. Aber man wolle im Gespräch bleiben, heißt es dazu von beiden Seiten. Denn, so Johannes Süß, Leiter des Bohrbereichs der RAG, einige Fragen der Gesprächspartner stehen noch zur Beantwortung aus. Und solange der Dialog bestehe, soll das Bergamt die Bearbeitung des Antrags der RAG weiterhin aussetzen.

püh/Oberbayerisches Volksblatt

Demonstration am Langbürgner See

Rubriklistenbild: © re

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