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Waldorfschule Prien: Spuren des Brandes noch deutlich erkennbar

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    • 11.07.12
    • Prien
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NACH DEM FEUER IN DER WALDORFSCHULE

Der Brandgeruch ist entwichen

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Prien - Beinahe drei Monate ist es her, dass es in der Waldorfschule in Prien zu einem Brand kam. Die Spuren des Feuers sind aber noch heute deutlich zu erkennen:

Beim Brand des Dachstuhles in der Freien Waldorfschule in Prien am Chiemsee entstand nach ersten Schätzungen ein Sachschaden von etwa 100.000 bis 150.000 Euro, Personen kamen aber nicht zu Schaden.

© ammelburger

Beim Brand des Dachstuhles in der Freien Waldorfschule in Prien am Chiemsee entstand nach ersten Schätzungen ein Sachschaden von etwa 100.000 bis 150.000 Euro, Personen kamen aber nicht zu Schaden.

Pappe, Pinsel und Papiere für den Unterricht im Fach Kunsterziehung musste die Freie Waldorfschule Chiemgau zuletzt in großen Mengen kaufen. Die Anschaffungen waren notwendig, hatte doch der Brand, der im April im Westflügel des Gebäudes wütete, das alte Material vernichtet. Ein Vielfaches mehr ins Gewicht fiel jedoch der Schaden, den das Feuer in einigen Räumen hinterließ. Rund zweieinhalb Monate später sind die Spuren des Brandes noch deutlich zu sehen. Erst Ende des Sommers oder Anfang des Herbstes werden alle Räume saniert und wieder benutzbar sein.

„Alle angebrannten und verrußten Gebäudeteile sind weitgehend von Brandspuren gesäubert“, gibt Dr. Albert Pröbstl, der Vorsitzende des Initiativkreises Freie Waldorfschule Chiemgau, der die Schule trägt, in einem Gespräch mit der Chiemgau- Zeitung einen Sachstandsbericht. Auf dem langen Weg, die Schäden zu beheben, habe die Schule jetzt in etwa die erste Hälfte hinter sich gebracht. Nach dem „Säubern“ und Leerräumen setze sie sich nun in der zweiten Etappe in den nächsten Wochen und Monaten zum Ziel, die vom Feuer in Mitleidenschaft gezogenen Räume zu Feuerwehrler aus Prien und Umgebung vor Ort und bekämpften den Schwelbrand, der im Technikraum ausgebrochen war. Das Löschen gestaltete sich schwierig, war der Raum doch nicht von innen über eine Treppe zu erreichen. Die Feuerwehrler gingen von außen heran: Sie setzten zwei Drehleitern ein, deckten in luftiger Höhe einen Teil des Dachs ab – und spritzten das Wasser hinein. Kurz nach 20 Uhr stieg dann kein beißender Rauch mehr auf. Der Brand habe allen Beteiligten einen „großen Schrecken“ eingejagt, sagt Dr. Pröbstl im Rückblick. Der Schaden, den das Feuer angerichtet habe, sei dann in den Tagen danach Schritt für Schritt in seinem ganzen Ausmaß zutage getreten. Insbesondere den Technikraum direkt unter dem Dach im vierten Stock habe der Brand verwüstet, doch auch drei Klassenzimmer und das Kunstatelier eine Etage tiefer habe er in Mitleidenschaft gezogen. Rauch und Ruß drangen laut Dr. Pröbstl in diese Räume ein. Alles in allem habe der Brand einen Gesamtschaden in Höhe von „vielleicht 250 000 Euro“ verursacht, schätzt der Vorsitzende des Trägervereins nach wie vor vorsichtig – in der Hoffnung, dass er keine weiteren unliebsamen Überraschungen erlebt. Der Initiativkreis müsse jedoch selbst kein Geld in die Hand nehmen, die Versicherung übernehme den Schaden in voller Höhe. Allerdings habe der Trägerverein künftig einen höheren Versicherungsbeitrag zu begleichen.

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Ursache nach wie vor ungeklärt

Nach wie vor ungeklärt sei die Ursache des Brandes, sagt Pröbstl. Wie in solchen Fällen üblich habe die Kriminalpolizei ermittelt, doch auch sie habe die Frage nicht klären können. Eins jedoch ist ihm und all den anderen, die in irgendeiner Weise mit dem Brand befasst waren, klar: Die Feuerwehr habe, so Dr. Pröbstl, „hervorragend gearbeitet“ – und somit am 25. April weitaus schlimmere Schäden verhindert. Sie habe den Brand „gut gelöscht“ und vor allem auch das Wasser, das sie verwendet habe, zum größten Teil gleich wieder abgesaugt. Gut zwei Monate nach dem Feuer ist im Technikraum im vierten Stock laut Dr. Pröbstl „alles bis auf den Dachstuhl entfernt“. In den drei Klassenräumen und dem Kunstatelier in der dritten Etage seien verrußte Gipskartonplatten, Dämmungen und Lüftungsrohre „soweit wie nötig“ abgebaut. Und mit all diesem in Mitleidenschaft gezogenen Baumaterial sei nun vor allem auch der Brandgeruch im Großen und Ganzen gebannt, der sich in den Tagen nach dem Feuer im Haus hartnäckig festgesetzt habe. Die Schule arbeitet eng mit einem Chemiker und einem Statiker zusammen – mit einem Chemiker deshalb, weil sie Gewissheit haben muss, was alles von Rauch und Ruß belastet sei. Das Labor, so Dr. Pröbstl, untersuche diese „Kontaminierung“ und lege fest, welche Dämmung oder welches Rohr zu entfernen sei. Und der Statiker werfe einen genauen Blick auf die tragenden Teile, die womöglich ausgetauscht werden müssen. Wenn Chemiker und Statiker ihre Arbeiten abgeschlossen haben, dann steht der Sanierung nichts mehr im Wege. Viele Arbeiten seien zu erledigen. Unter anderem müsse das Dach zum Teil erneuert werden, ebenso seien in den Klassenräumen die Decken in Gänze wiederherzustellen. An der Technik sei einiges zu machen. Die Lüftung müsse instand gesetzt werden, ebenso die Elektrik, damit der Strom wieder fließen könne. Das große Ziel lautet: „Wir möchten die Klassenräume bis Ende der Sommerferien fertig haben.“ Doch der Vorsitzende des Initiativkreises ist auch für den Fall gewappnet, dass die Arbeiten womöglich erst in den Herbstferien zu Ende gehen. In diesem Falle müsste die Schule einmal mehr in ihrem Alltag ein Stück weit improvisieren.

Abitur verlegt nach Marquartstein

Und diese Kunst beherrschen die Verantwortlichen in der Waldorfschule – gezwungenermaßen. So verwüstete der Brand im April auch das Kunstatelier – jenen großen Raum, der eigentlich für die Abiturprüfungen vorgesehen war. Kurzerhand musste die Schule umdisponieren, die Abiturienten letztlich im Landschulheim (LSH) Marquartstein ans Werk gehen – was dann, wie alles andere, am Ende aber laut Dr. Pröbstl geklappt hat. „Durch Umorganisation haben wir alles ganz gut in den Griff bekommen“, sagt er. Im Schulalltag seien „keine größeren Störungen“ eingetreten – abgesehen von den „Unannehmlichkeiten“ durch den Baulärm.

Gernot Pültz/Chiemgau-Zeitung

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