Der Bauausschuss der Gemeinde Brannenburg stimmte dem Vorhaben in seiner jüngsten Sitzung ohne Gegenstimme zu.
Im Brannenburger Bauausschuss gab es wegen des Ansinnens keine langen Debatten, wie Bauamtsleiter Ruprecht Bauer weiß. Neben Umbaumaßnahmen innerhalb des Gebäudes muss das Katholische Jugendsozialwerk im Süd- und Nordteil der Außenfassade aus Brandschutzgründen noch zwei Fluchttreppen errichten. Mit einer Ausnahmeregelung von der Veränderungssperre, mit der der Gemeinderat das gesamte Kasernengelände belegt hat, wurden die baurechtlichen Voraussetzungen für den Umbau geschaffen.
"Das ist nahezu ein Glücksfall für uns", zeigt sich Andreas Burlefinger sehr angetan vom Zuschnitt und der bereits vorhandenen Ausstattung im ehemaligen Sanitätsbereich, die den Anforderungen für die Betreuung der Behinderten entgegenkommen. Da nennt er unter anderem den großen Badbereich und auch die Tatsache, dass ausreichend Platz für die Unterbringung von Geräten zur Verfügung steht, die für therapeutische Maßnahmen gebraucht werden. "Wir müssen allein drei Hubbadewannen für die Pflege der Menschen unterbringen", sagt Burlefinger.
Freilich muss das Katholische Jugendsozialwerk nach Einschätzung des Vorstandsvorsitzenden trotzdem über 100000 Euro aufbringen, um das Ausweichquartier baulich so zu verändern, dass es als Wohnheim für Behinderte einen reibungslosen Betriebsablauf garantiert. Neben der Errichtung der Fluchttreppen im Außenbereich müssten beispielsweise auch die Böden saniert werden. "Das ist für uns mehr als nur eine Notlösung, dennoch bleibt es aber bei einem zeitlich befristeten Provisorium", stellt Burlefinger klar - auch wenn ihm der Standort in Brannenburg an sich ideal für ein Behinderten-Wohnheim erscheint. Kein Durchgangsverkehr, großzügige Grünflächen und das Raumangebot sind die wesentlichen Kriterien, die das Sozialwerk überzeugt haben. Und da gibt es noch einen Aspekt, der für Burlefinger, der von 1984 bis 1991 Leiter des Christophorus-Heimes in Brannenburg war, sehr wichtig ist. "Ich habe damals gespürt, dass die Bevölkerung in Brannenburg Behinderten gegenüber sehr aufgeschlossen ist."
Läuft alles nach Plan, soll bereits Mitte September mit dem Umzug von Rosenheim nach Brannenburg begonnen werden. Noch im Juli, so der Vorstandsvorsitzende, befasse sich der Bauausschuss der Stadt Rosenheim mit dem Antrag des Katholischen Jugendsozialwerks auf Neubau eines Wohnheims am Salzburger Weg.
Norbert Kotter/Oberbayerisches Volksblatt


























