Das haben Beifallsbekundungen bei der Bürgerversammlung am Donnerstagabend gezeigt. Angesichts der von 44 Neubeurern unterzeichneten Resolution, die der "Initiativkreis Oberer Marktplatz" vorgelegt hatte, wird das Thema nun erneut auf die Tagesordnung des Gemeinderats gesetzt, möglicherweise bereits für die nächste Sitzung am Dienstag, 23. Oktober. Die einstündige Rederunde im voll besetzten Bürgersaal verlief dabei trotz des thematischen Zündstoffs insgesamt in recht geregelten Bahnen.
Vehement prangerte Heibl außerdem die "verheerende Informationspolitik" von Bürgermeister Josef Trost sowie den Ablauf der Gemeinderatssitzung vom 11. September an, die trotz des riesigen Besucherandrangs nicht in den Bürgersaal verlegt worden war. Immerhin sei der Marktplatz das "Herzstück" des Dorfes und entsprechend groß das Interesse der Bürger. Heibl: "Hier wäre eine Informationsveranstaltung angesagt gewesen."
Die Art und Weise der allgemeinen Diskussion um den Umbau des Marktplatzes allerdings - "Eine Diskussion, die ich mir anders vorgestellt habe" - stößt dem Bürgermeister sehr sauer auf. "Das gefällt mir nicht", rief er seine Mitbürger zu einer sachlichen Auseinandersetzung auf. Zumal die schlechte Stimmung dem Image der Gemeinde schade.
Ganz energisch verwahrte er sich außerdem gegen Beschuldigungen, er spräche Drohungen gegen Bürger aus oder setze diese unter Druck. So habe er im Telefonat mit einer jungen Frau - anders als von deren Großvater bei der Versammlung geschildert - dieser nicht gedroht. Die Frau hatte Trosts Ausführungen zufolge in Facebook gepostet, die Kastanien müssten Parkplätzen weichen; er habe auf einer Entfernung dieser Falschmeldung bestanden und dabei auch rechtliche Schritte nicht ausgeschlossen - für den Fall, dass dies nicht geschehe.
Aus dem Archiv:
Waren die Redner fast durchwegs um eine sachliche Atmosphäre bemüht, erntete Dr. Rainer Pawelke - er nannte sich "Arzt für das Leben und Retter für die Natur" - Buhrufe und Kopfschütteln, als er Josef Trost, einem leidenschaftlichen Laien-Theaterspieler, vielsagend "schauspielerische Talente" bescheinigte. Und sollte man sich "für die Macht des Geldes, gegen die Natur" entscheiden, stellte er Neubeuern in Aussicht, ein "weiteres Bürgerbegehren erleben zu dürfen". Dr. Josef Mager, als Replik auf seinen Vorredner nach eigenen Worten "bloß Dorfdoktor" und als solcher seit 1985 in Neubeuern ansässig, sprach sich klar für eine zukunftsorientierte Weiterentwicklung des Ortes aus. Auf dem "Marktplatz der Eitelkeiten" gehe es für manche doch gar nicht mehr um die zwei Bäume, sondern um Stimmungsmache gegen den Bürgermeister. Die Umgestaltung ohne Bäume hält er für "logisch und richtig" und wünscht sich deshalb, "dass der Gemeinderat zu seinem Beschluss steht".
Ebenso hat Dr. Hermann Hiemer wenig Verständnis für die teils durch die Berichterstattung in den Medien geförderte "künstliche Aufgeregtheit". Stattdessen forderte er mehr Besonnenheit, mehr Vertrauen und mehr Respekt den gewählten Gemeinderäten gegenüber. "Die große Mehrheit steht hinter dem Gemeinderat", ist er überzeugt.
Für Alois Heibl unterdessen ist das Thema noch nicht beendet, wie er gestern auf Anfrage erklärte. Bevor er aber weitere Schritte unternehme, wolle er auf jeden Fall das Ergebnis der kommenden Sitzung abwarten.
Oberbayerisches Volksblatt

















































