Wenn die Marktgemeinde Neubeuern den Oberen und den Unteren Makt zu einer räumlichen Einheit zusammenführen will, müssen nach Ansicht von Städteplaner Klaus Immich die beiden Kastanien am Marktplatz weichen. Wie berichtet, regt sich gegen deren Fällung heftiger Widerstand im Ort.
Immich lässt keinen Zweifel daran, dass der ursprüngliche Zustand des Marktplatzes nicht wiederhergestellt werden könne. Fotos aus der Zeit um 1870, die ihm zur Verfügung stünden, belegten aber, dass seine Planung dem Erscheinungsbild des Platzes in der damaligen Zeit sehr nahekomme.
"Die Welt wird nicht untergehen, wenn die Kastanien stehen bleiben. Mit den Kastanien bliebe allerdings immer auch ein Mangel bei der Umgestaltung des Marktplatzes bestehen", sagt Immich. Deshalb sei er froh, dass der Gemeinderat seiner Sichtweise gefolgt ist. Den Widerstand in der Bevölkerugn sieht der Architekt "eher emotional begründet" und glaubt in Übereinstimmung mit Bürgermeister Josef Trost, dass er auch auf fehlenden Detailkenntnissen beruhe. "Vielleicht kann man das bestehende Defizit ja mit einer Informationsversammlung beheben", meint Immich.
Zu Wort gemeldet hat sich im Streit um die Zukunft der Kastanienbäume jetzt auch die Familie zur Hörst, die den Hofwirt saniert, der hinter den Bäumen steht. "Leider wird in sehr unsachlicher Weise unserer Familie unterstellt, dass die Entfernung der Bäume aufgrund unserer Hofwirt-Sanierung von uns angestrebt wird. Ob die Bäume wegkommen, ersetzt oder belassen werden, hat keinerlei Einfluss auf unser Vorhaben", schreibt Dr. Elmar zur Hörst in einem Brief an die Heimatzeitung. Die Familie beabsichtige nicht, Flächen zu nutzen, die außerhalb ihrer Grundstücksgrenzen liegen. Als bedauerlich empfinde man, dass das Bemühen um den Erhalt des Hofwirts mit der Unterstellung in Misskredit gebracht werde, die Famlie zur Hörst übe aus persönlichen Gründen Einfluss auf die Entfernung der Bäume aus. Diese Sichtweise macht in Neubeuern auch vor dem Hintergrund der Tatsache die Runde, dass Christina zur Hörst Mitglied des Gemeinderates ist.
Norbert Kotter (Oberbayerisches Volksblatt)


























