Gleich fünf Abstimmungen im Ausschlussverfahren waren nach Auskunft von Karl Seidl, dem Geschäftsleiter der Gemeinde Neubeuern, bei der jüngsten Gemeinderatssitzung notwendig, bis sich die vom Gremium favorisierte Variante zur Umgestaltung des Marktplatzes herauskristallisiert hatte.
Mit 10:6 Stimmen plädierte der Gemeinderat für die Fällung der beiden am Marktplatz befindlichen Kastanien.
Ob anstelle der Kastanien kleinwüchsige Bäume nachgepflanzt werden sollen, ließ sich der Gemeinderat offen, der über insgesamt drei Varianten abzustimmen hatte: Erhalt der Kastanien, deren ersatzlose Fällung oder Fällung bei gleichzeitiger Nachpflanzung als dritte Variante. Der Gemeinderat hat sich mit seinem Votum schließlich für eine etwas veränderte Form der Variante drei entschieden.
Die Umgestaltung des oberen Marktplatzes war im Grundsatz bereits beschlossene Sache, mit der aktuellen Abstimmung erfolgte die endgültige Festlegung auf einer der drei Möglichkeiten, die Städteplaner Klaus Immich aufgezeigt hatte. Alle drei Varianten beinhalten jedenfalls eine Neugestaltung der gepflasterten Fläche vor den Häusern mit einem Gefälle von drei Prozent und der Grünflächen.
Alois Juraschek erklärte, er beschäftige sich mit dem Marktplatz in Neubeuern nunmehr seit rund 30 Jahren im Rahmen der Denkmalpflege. Er befürchtet, dass mit den verbleibenden Bäumen die Umgestaltung nicht so erfolgen könne, wie es den Denkmalschutz-Anforderungen für diesen besonderen Platz entspräche. "Die Kastanien gehören raus", sagte Gemeinderat Josef Paul. Ihm gefiel die Variante ohne Bäume. Im Hinblick auf ältere und behinderte Menschen sprach er sich gegen die Verwendung eines Kopfsteinpflasters aus.
Für die Gemeinderäte Holzmaier, Spatzier, Dr. Gierlinger, Steinkirchner und Bauer gehören Bäume dagegen zum Marktplatz. Auch wenn auf den Marktplätzen früher keine Bäume gestanden wären, so habe sich im Laufe der Zeit die Bedeutung des Neubeurer Marktplatzes hin zu einer Erholungsfläche gewandelt. Als Schattenspender und für die Luftqualität seien Bäume durchaus wichtig, so die Befürworter des Verbleibs der Kastanien.
Gemeinderat Johann Fritz gab zu bedenken, ob es unter den gegebenen finanziellen Umständen der Gemeinde nicht besser wäre, auf die ganze Maßnahme vorerst zu verzichten. Trotz der Bezuschussung in Höhe von 90.000 Euro gehe es für die Gemeinde um viel eigenes Geld. Veranschlagt seien Kosten in Höhe von circa 240.000 Euro.
Bürgermeister Josef Trost entgegnete, die Neugestaltung des oberen Marktplatzes sei die lange geplante Fortsetzung der Sanierung des gesamten historischen Marktplatzes. Die hierfür erforderlichen Finanzmittel seien im Haushalt des Jahres 2012 eingeplant.
Einig war sich der Gemeinderat darüber, dass für die Pflasterung Granit in bester Qualität mit sandgestrahlter Oberfläche verwendet werden soll. Eine Entscheidung über die Art der Bepflasterung soll erst nach der Begutachtung von Mustern erfolgen.
gil/Oberbayerisches Volksblatt


























