Gewerbegebiet soll draußen bleiben

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Im neuen Flächennutzungsplan der Gemeinde Oberaudorf ist das angestrebte, grau dargestellte Gewerbegebiet an der Autobahn nicht enthalten, um ihn nicht zu Fall zu bringen. Über das weitere Vorgehen wird später entschieden. Repro : Gruber
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Im neuen Flächennutzungsplan der Gemeinde Oberaudorf ist das angestrebte, grau dargestellte Gewerbegebiet an der Autobahn nicht enthalten, um ihn nicht zu Fall zu bringen. Über das weitere Vorgehen wird später entschieden.

Oberaudorf - Seit sieben Jahren beschäftigt der neue Flächennutzungsplan (FNP) Bauausschuss und Gemeinderat. Gestritten wird vor allem über das geplante Gewerbegebiet.

Vor allem das östlich der Autobahn geplante Gewerbegebiet soll aufgrund des Anbindegebots näher an den Dorfkern heranrücken. So sieht es zumindest die Regierung von Oberbayern. Aufgrund der Bahnunterführungen und des Burgtors sowie des zu befürchtenden erhöhten Durchgangsverkehrs sagte der Gemeinderat bisher "Nein" zu dieser Forderung.

Zudem sei laut Gemeinderat doch gerade die direkte Lage an der Autobahn für Gewerbetreibende von großem Vorteil. Im Bauausschuss Oberaudorf wurde jetzt diese Haltung bekräftigt. Das vorgesehene Gewerbegebiet könnte aber den neuen Flächennutzungsplan zu Fall bringen. Der Geschäftsleiter der Gemeinde Oberaudorf, Jürgen Stadler, erklärte, dass die an der Autobahn für Gewerbe vorgesehene Fläche aus dem neuen Flächennutzungsplan herausgenommen werden soll, um diesen grundsätzlich auf den Weg bringen zu können. Deshalb entschied das Gremium, die Fläche herauszunehmen, sie soll nun nachrangig beurteilt werden.

Im Mittelpunkt der Beratung stand die Gesamtfortschreibung des Landesentwicklungsprogramms für Bayern (LEP). Darin soll am bisher enthaltenem Anbindegebot festgehalten werden. Neuausweisungen von Gewerbegebieten oder Ähnliches sind demnach bestehenden Siedlungsstrukturen anzugliedern. Dies stelle insbesondere ländliche Gemeinden vor unlösbare Aufgaben, hieß es. Das Anbindegebot, so die Überzeugung des Bauausschusses, behindere die notwendige Entwicklung und Vergrößerung bestehender Gewerbe in ländlichen Regionen.

Gemeinderat Martin Gruber (CSU) gab sich kämpferisch: "Man sollte unbedingt an der Gewerbefläche an der Autobahn festhalten." Das neue LEP werde vermutlich erst in der kommenden Legislaturperiode fertig. "Und auch Regierungen wechseln", gab Gruber zu bedenken. Bleibt die Fläche aber im neuen Flächennutzungsplan enthalten, dann droht dieser grundsätzlich nicht genehmigt zu werden.

Bauamtsleiter Rainer Ostermayer stellte dem Bauausschuss nochmals im neuen Plan eingearbeitete Änderungen vor. Enthalten sind jetzt etwa die von der Gemeinde angestrebten freiwilligen Lärmschutzwälle, die touristischen Sondergebiete Tatzelwurm, Rosengasse und Sudelfeld/Waldkopf. Ein Augenmerk wurde auch auf den Bereich Dorfmitte I, Knollanwesen, gelegt. Am vorgesehenen Grüngürtel werde weiterhin festgehalten. Der Bauausschuss hat die Verwaltung beauftragt, für die nächste Gemeinderatssitzung einen entsprechenden Billigungs- und Auslegungsbeschluss vorzubereiten. Über das weitere Vorgehen beim Gewerbegebiet wird wohl zu einem späteren Zeitpunkt entschieden.

ge/Oberbayerisches Volksblatt

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