Gegen die Stimme von Brunhilde Rothdauscher (Bündnis 90/Die Grünen) hat der Raublinger Gemeinderat den Neubau eines Feuerwehrhauses für die Reischenharter Floriansjünger genehmigt. Die Maßnahme wird erforderlich, weil ein von Kreisbrandrat Sebastian Ruhsamer erstelltes Konzept die Beschaffung eines zweiten Fahrzeuges für die Reischenharter Wehr vorsieht.
Nach einer ersten Schätzung dürften sich die Kosten für die Baumaßnahme auf rund 180.000 Euro belaufen. Von der Regierung hat die Gemeinde einen Zuschuss von 93.000 Euro zu erwarten, da es sich um den Neubau von zwei Stellplätzen handelt. Wäre zum bereits bestehenden Stellplatz für das vorhandene Einsatzfahrzeug nur ein zweiter Stellplatz hinzugekommen, hätte die Regierung nur eine Finanzspritze von 23.250 Euro gewährt. Bürgermeister Olaf Kalsperger hofft, dass die von der Gemeinde aufzubringende Summe noch um einen Eigenanteil der Feuerwehr gesenkt werden kann. "Vielleicht kommen wir da auf 20.000 Euro", formulierte er seine Hoffnung in der Sitzung. Der Gemeinderat genehmigte, die benötigten Mittel im Haushalt für 2013 bereitzustellen. Die Auschreibung der Maßnahme soll Ende des Jahres erfolgen, Baubeginn könnte dann im Frühjahr nächsten Jahres sein.
Will die Gemeinde die Fördermittel für den Bau abrufen, muss sie sich zugleich verpflichten, das zweite Fahrzeug binnen fünf Jahren anzuschaffen. Der Neubau des Feuerwehrhauses, dem der Abriss des alten Gebäudes vorausgehe, rücke laut Kalsperger etwas näher an das alte Gemeindehaus heran.
Brunhilde Rothdauscher versicherte zwar, dass ihr die Feuerwehr "lieb und teuer" sei, mit dem Konzept des Kreisbrandrates kann sie sich aber nicht so recht anfreunden. "Die Raublinger Feuerwehr ist bestens ausgestattet, und Reischenhart ist von Raubling nicht so weit weg. Wir sollten uns grundsätzlich überlegen, ob das der richtige Weg ist", begründete sie ihre Ablehnung der Neubaupläne.
Hans Schmid (CSU) dagegen erachtete den Neubau bereits als beschlossene Sache und lehnte deswegen eine Diskussion zu diesem Thema ab. Sein Fraktionskollege Paul Vodermaier erinnerte ihn wie auch Bürgermeister Olaf Kalsperger zwar daran, dass es keinen offiziellen Beschluss, sondern nur eine Absichtserklärung in Sachen Neubau gebe, die Maßnahme an sich hielt Vodermaier jedoch unter den gegebenen Umständen für gerechtfertigt. "Wir haben immer gesagt, wir machen das, wenn wir die entsprechenden Zuschüsse bekommen."
Dass die Regierung die Finanzspritze gewährt und auch noch ohne vorliegenden Antrag den vorzeitigen Baubeginn genehmigt hat, nannte SPD-Fraktionssprecherin Alexandra Burgmaier eine "erfreuliche Entwicklung" und signalisierte die Zustimmung ihrer Fraktion zu dem Vorhaben. "Bei 23.250 Euro Zuschuss hätten wir mehr Bauchweh gehabt", bekannte sie freimütig.
Der Rathaus-Chef erinnerte die Gemeinderäte vor der Abstimmung schließlich noch daran, dass man auch den Vertrag im Hinterkopf haben müsse, den die Gemeinde Raubling bei der Gebietsreform mit Reischenhart geschlossen habe. "Darin ist die Bestandssicherung der Reischenharter Feuerwehr garantiert."
re/Oberbayerisches Volksblatt


























