Doch groß war die Überraschung dann zu Hause, denn das neu konzipierte Exemplar war für das vom Ehemann selbst gezimmerte Müllhäuschen viel zu groß. "Das ist doch ein Schildbürgerstreich. Die neue Tonne mit kleinerem Fassungsvermögen ist größer als die alte Konstruktion", beklagte sich Wittner gegenüber den OVB Heimatzeitungen.
Dort habe man ihr bestätigt, dass man für die 40-Liter-Tonne das Gehäuse einer 120-Liter-Tonne verwendet habe und einen Einsatz mit einem Fassungsvolumen von 40 Tonnen eingebaut habe. "Das ist wohl ein Witz. Da möchte man eine kleinere Tonne haben und bekommt eine größere mit Einsatz. Was haben sich die verantwortlichen Stellen denn mit dieser Lösung einfallen lassen", so Wittner völlig fassungslos.
Gegenüber unserer Zeitung gab die Gemeinde Großkarolinenfeld an, dass auch andere Bürger zwischenzeitlich bereits die kleinere Mülltonne wieder zurück gebracht hätten. Diese Erfahrung konnte von Seiten des Landratsamtes jedoch nicht bestätigt werden. Laut Pressesprecher Michael Fischer würden sich die Bürger häufig in Bezug auf das Fassungsvermögen verschätzen und die 40-Liter-Tonne deshalb wieder in eine größere Variante umtauschen: "40 Liter sind nicht viel. Das entspricht dem Fassungsvermögen eines größeren Wanderrucksacks. Da im Landkreis nur alle 14 Tage eine Leerung stattfindet, reicht den Leuten die kleinere Tonne dann oft doch nicht aus", berichtete Fischer. Warum die neue 40-Liter-Tonne größer ist als die alte, das erklärte der Pressesprecher so: Langfristig sei geplant, dass alle Mülltonnen im Landkreis die Größe einer 120-Liter-Tonne mit lediglich entsprechendem Einsatz erhalten sollen. So wolle man Platz in Bezug auf die Lagerung sparen. Alle Tonnen müssten von den Grundabmessungen her gleich sein, um in die Hub-Kipp-Vorrichtung der Müllfahrzeuge zu passen. "Deshalb entsprechen unsere Mülltonnen auch der Europanorm EN 840. Entscheidend ist die Kammleiste unterhalb des Deckels, denn damit muss die Tonne am Müllfahrzeug eingehängt werden", erläuterte Fischer. Aufgrund der Europanorm würden alle Tonnen auch in genormte Müllhäuschen hinein passen. Fischer: "Nur wenn das Häuschen selbst gebaut ist, wie vielleicht im Fall Wittner, dann kann die neue Tonne eventuell durch einen anderen Radstand nicht am früheren Platz verstaut werden."
Ingrid Wittner kann über die Begründung des Landratsamtes und über die "große Tonne mit kleinem Einsatz" nur lachen: "Das ist doch ein Unding. Ich kenne viele Leute, die die 40-Liter-Tonne gleich wieder zurück gebracht haben und lieber die höheren Kosten für ein größeres Exemplar in Kauf nehmen. Und das gleiche werde ich auch wieder tun."
Daniela Lindl/Oberbayerisches Volksblatt


© LindlDie Mülltonnen im Vergleich: Die neue 40-Liter-Tonne (links) ist größer als das alte 80-Liter-Tonnen-Modell.





















