Und damit könnte dann sein langgehegter Wunsch endlich in Erfüllung gehen: Das Projekt Brennerbasistunnel und die bayerische Zulaufstrecke. Die Schienenstrecke durch das Inntal ist eines der wenigen "Nadelöhre", die entlang der großen europäischen Verbindung von Berlin nach Palermo noch besteht. Die Nord-Süd-Achse quer durch Europa ist ein TEN-Projekt (transeuropäisches Netz) mit höchster Priorität aus Brüssel (wir berichteten mehrfach).
Deutliche Kritik zu dem bevorstehenden Vertragsabschluss meldet Dr. Toni Hofreiter, Bundestagsabgeordneter von B90/Grüne, an. "Die neue Brennerachse löst keine Verkehrsprobleme und wird vom Lobbyismus der Bauindustrie vorangetrieben." Außerdem bezweifelt der Abgeordnete die Anzahl der Züge, die den Brennerbasistunnel einst befahren sollen: "Hier wurde von den Planern die Zahlen gehübscht, damit sich das Projekt überhaupt rechnet", so Hofreiter.
Als weitere Kritikpunkte nannte er die fehlende Finanzierung des Projekts. Daneben sehe er kein tragfähiges Verkehrskonzept zur "Verlagerung der Güter von der Straße auf die Schiene". Als "kläglichen Gehversuch" bezeichnete er das "Handbuch zum Planungsdialog" von Verkehrsminister Peter Ramsauer: "Die vielbeschworene Bürgerbeteiligung ist weder ernsthaft noch verbindlich und außerdem rechtlich nicht abgesichert."
Wolfgang Berthaler, Sprecher der Inntalbürgermeister, sieht die Notwendigkeit dieser Hauptverkehrsache, schränkt aber ein: "Wir werden mit Argusaugen die Planung kritisch, aber konstruktiv begleiten." Das Inntal sei Deutschlands meistbelastetes Gebirgstal. "Wenn der Ausbau kommt, dann nur auf dem gleichen Niveau wie in Tirol", so Berthaler unbeirrt.
Aus unserem Archiv:
Oberbayerisches Volksblatt























