Doch die großzügige Parzellierung bietet sich auch für neue Baugebiete nicht mehr an. Denn junge Familien können sich die teuren Grundstücke oft nicht mehr leisten.
Neue Wohnformen braucht das Land, ist das Berliner Fachbüro, das Studio Urban Catalyst (UC), deshalb überzeugt. Es hat im Rahmen der Strukturanalyse für Stephanskirchen vorgeschlagen, bei Neubaugebieten wie in Haidholzen-Südost von der üblichen Siedlungsweise abzuweichen. Ein Neubaugebiet soll entstehen, das das Wohnen verdichtet - in Form eines Wohnparks und Wohncampus. Die Bebauung soll konzentrierter ausfallen als bisher - etwa durch kompakte Würfelhäuser oder sogar eine Dreigeschossigkeit. Die Stellflächen sollen ebenfalls auf Flächen oder in Parkgaragen konzentriert und nicht wie bisher üblich einzeln am Haus direkt angeordnet werden. Öffentliche Plätze mit Aufenthaltscharakter sollen die Eingänge zum neuen Gebiet, das zwischen Haidholzen und Stephanskirchen liegt, markieren.
In der Mitte soll ein Quartiersplatz entstehen, etwas aufgelockertes Wohnen im Grünen soll den Anschluss an die bestehenden Einfamilienhäuser und die Landschaftsräume schaffen. Entlang der zentralen West-Ost-Verbindung sollen Mischnutzungen möglich werden: Wohnen und Arbeiten, Wohnen mit öffentlichen Programmen (Räume für bürgerschaftliches Engagement, Kultur- und Vereinsarbeit). Entlang der Simsseestraße ist Gewerbe, ebenfalls ergänzt mit öffentlicher Nutzung, geplant. Die Gesamtfläche des Vertiefungsbereiches beträgt 6,5 Hektar, drei Hektar davon sind in privater Hand. Deshalb werden die nächsten Jahre vor allem durch Grundstücksverhandlungen geprägt sein. Danach sieht der Zeitplan zuerst die Realisierung des zentralen Grünraumes mit öffentlichem Platz vor. Von hier aus soll sich das weitere Gebiet sternförmig entwickeln - samt Gewerbe- und Mischgebiet sowie Wohnarealen mit öffentlicher Nutzung und Grün.
Der Gemeinderat zeigte sich beeindruckt von der Planung, für deren Umsetzung die Bauverwaltung bis zu 20 Jahre Zeit einräumt. Denn es müssen Bauleitprozesse, Realisierungswettbewerbe und Bürgerbeteiligungen durchgeführt, Erschließungs- und Nutzungskonzepte erstellt sowie Investoren gefunden werden. Christine Annies zeigte sich "begeistert" und sprach den Fraktionen aus der Seele: "Wir sollten diesem neuen Wohnen eine Chance geben."
duc/Oberbayerisches Volksblatt
























