Der gemeinsame Ausflug auf die Lofoten endete für neun Freunde des Motorfliegerclubs Rosenheim mit einer schrecklichen Tragödie. Drei von ihnen kamen beim Absturz ihrer zweimotorigen Cessna inder Nähe der norwegischen Stadt Trondheim ums Leben - darunter der Vorsitzende des Motorfliegerclubs Rosenheim, Dr. Hermann Jacobs, und der in Kolbermoor praktizierende Facharzt für Flugmedizin, Dr. Jürgen Gast. Die offizielle Homepage des Fliegerclubs wurde mittlerweile aus Pietätsgründen vom Netz genommen.
Nur mit Hilfe eines Hubschraubers gelangten die alarmierten Rettungskräfte zu der in einem unzugänglichen Gelände gelegenen Absturzstelle und konnten sich zum Wrack der total zerstörten Maschine abseilen. Für die drei Insassen kam jede medizinische Hilfe zu spät. Wann die Kameraden der Opfer mit ihren Flugzeugen nach Deutschland zurückkehren, konnte die diensthabende Flugleiterin am Flugplatz in Vogtareuth, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen wollte, gestern nicht sagen. Sie schloss eine Rückkehr der sechs Überlebenden am Wochenende allerdings aus. In Norwegen herrsche zu schlechtes Wetter, deshalb sei ein Start der Flugzeuge derzeit nicht möglich. Die abgestürzte Maschine und eine weitere Cessna, mit der die Männer unterwegs waren, sind in Vogtareuth stationiert. Der Heimatflughafen der dritten Cessna befindet sich laut Flugleiterin bei Trostberg.
Tief erschüttert zeigten sich Bürgermeister Peter Kloo aus Kolbermoor und sein Bruckmühler Kollege Franz Heinritzi ob des Unglücks. "Dr. Gast war für Fragen zur Flugmedizin die Adresse schlechthin im Landkreis", weiß Kloo, der am Samstag im privaten Kreis von dem Unglück erfahren hat. Sein Mitgefühl gelte der Familie des verstorbenen Arztes, der in Kolbermoor sehr geschätzt gewesen sei. "Das geht einem schon in die Magengegend", war auch sein Bruckmühler Kollege fassungslos, als ihn die Nachricht von dem Flugzeugabsturz erreichte. Dr. Hermann Jacobs, der Vorsitzende des Fliegerclubs, wohnte mit seiner Familie in der Marktgemeinde. Er sei mit seinen Gedanken ganz nah bei den Angehörigen der Opfer, so Heinritzi. Wenn die Familie Jacobs Hilfe benötige, die die Gemeinde leisten könne, werde sie helfen.
Groß ist die Betroffenheit auch bei Bürgermeister Matthias Maier aus Vogtareuth, der selber Pilot und Mitglied des Motorfliegerclubs Rosenheim ist. Er war gestern bei den Feierlichkeiten zum 140-jährigen Bestehen des Veteranenvereins Zaisering-Leonhardspfunzen und behielt die traurige Nachricht, die sich in Vogtareuth offenbar noch nicht herumgesprochen hatte, deshalb zunächst für sich. Maier wollte dieser Tage selber wieder mit einer der Maschinen abheben, die in Norwegen waren.
Am Montagmittag wurde dann bekannt, dass sich die Untersuchung aber noch lange hinziehen soll. Wie Experten dem Sender Radio Charivari sagten, dauert es wohl mindestens ein halbes Jahr, bis endgültige Klarheit über die Absturzursache herrscht. Zunächst werden jetzt die drei Leichen obduziert, anschließend das Wrack untersucht und die Funksprüche ausgewertet. Die sichere Klärung der Angelegenheit gilt aber aufgrund der modernen Untersuchungstechniken als sehr wahrscheinlich.
red/Oberbayerisches Volksblatt/Radio Charivari






© ReisnerAm Flugplatz in Vogtareuth lief der Betrieb am Wochenende normal weiter. Hier war die verunglückte Maschine gestartet.
© dpaIn einem bergigen Waldgebiet bei Bjugn stürzte das Flugzeug ab.

















