Aufnahmen aus einem Unglückszug

Darum zeigen wir das entsetzliche Handy-Video nicht

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Bad Aibling - Entsetzliche Hilferufe, vor Schmerzen stöhnende Menschen und schockierende Bilder: Einige Medien zeigen Ausschnitte aus einem Handyvideo, das im Netz kursiert.

In eigener Sache:

Vorab möchten wir erklären, dass wir aus Respekt vor den Opfern und ihren Angehörigen keine Szenen aus diesem Video zeigen werden und auch nicht darauf auf YouTube verlinken werden. In anderen Medien, insbesondere von TV-Sendern, werden bereits Ausschnitte aus dem Video gezeigt. 

Dennoch können wir als Nachrichtenportal, das umfassend über dieses Unglück in unserer Region berichten möchte, diese Aufnahmen auch nicht ganz ignorieren. Sie geben noch mal einen Einblick in das Geschehen kurz nach dem Unfall und verdeutlichen das ganze Ausmaß des Unglücks. Zudem könnte es möglicherweise für die Ermittlungen und die Aufklärung der Unfallursache eine Rolle spielen, weil die Passagiere wiederholt die Ampel am Bahnhof Kolbermoor ansprechen.

Deshalb haben wir uns dazu entschieden, dass wir an dieser Stelle kurz beschreiben wollen, was in diesem Video zu sehen ist. Aus unserer Sicht macht es einen Unterschied, ob man die Gesichter der Betroffenen in dieser Extremsituation sieht, ihre Schreie und Stimmen hört und möglicherweise wiedererkennt - oder ob der Videoinhalt nur textlich wiedergegeben wird.

Die Aufnahmen demonstrieren auch, dass die Zug-Insassen eine große Hilfsbereitschaft zeigten und sich sofort umeinander kümmerten.

Das ist in dem Video zu sehen:

Das Video beginnt wenige Sekunden nach der Kollision der Züge. Im Waggon ist es dunkel, die Beleuchtung ist nach dem Unfall ausgefallen. Das Licht von Smartphone-Lampen erleuchtet die Umgebung spärlich. 

Ein Mann beginnt das Grauen zu filmen, das sich vor seinen Augen abspielt. Er geht mit seinem Smartphone in den vorderen Bereich des Zuges, vorbei an mittelschwer Verletzten.

Von allen Richtungen sind entsetzliche Schreie, Stöhnen, Wimmern und Hilferufe zu hören. "Hilfe! Ich blute", ruft ein Mann. "Hilf mir raus, bitte", fleht eine Frau. Eine andere hat sich offenbar ihren Arm gebrochen: "Ich kann meinen Arm nicht bewegen", sagt sie recht ruhig. 

Das Leid wird immer schlimmer, je mehr sich der Mann mit seiner Kamera - und mit ihm damit auch der Zuschauer - in Richtung des völlig zerstörten Zugteils bewegt. Es ist der Bereich, in dem sich beide Meridian-Züge ineinander verbohrt haben. 

Blutverschmierte Menschen mit Wunden im Kopf- und Gesichtsbereich werden kurz von der Kamera eingefangen, einige liegen verletzt auf dem Boden. Die leichter Verletzten und auch der Mann mit der Kamera versuchen Trümmerteile zur Seite zu räumen, um eingeschlossene Passagiere zu befreien. 

Dann geht er wieder zurück in den hinteren, weniger zerstörten Teil des Zuges. Die anderen Passagiere dort warnt er: "Wenn du dahinten hingehst - alle tot! Dahinten ist pure Katastrophe!"

Die Passagiere versuchen zu verstehen, was sich abgespielt hat. Schnell glauben sie zu wissen, dass es eine Kollision gab: "Der Gegenzug ist gekommen". "Die Züge sind zusammengestoßen", so ein junger Mann. "Der hat doch auch in Kolbermoor so lang gewartet", sagt ein Frau. Auch ein anderer wundert sich: "Normalerweise wartet der doch immer so lange." "Ja, er hat gewartet. Vielleicht hat er gesehen, dass die Ampel umgeschaltet ist?", spekuliert der Mann mit der Kamera. 

Dann versuchen sich die Zuginsassen gegenseitig zu beruhigen. "Die Polizei ist auf dem Weg. Keine Angst", hört man eine Frau sagen. 

Nach fünf Minuten enden die Aufnahmen. Dann wiederholen sich die schlimmen Szenen in dem insgesamt 8:37 Minuten langen Video nochmal. 

mg

Quelle: mangfall24.de

Rubriklistenbild: © Screenshot aus dem YouTube-Video

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