Allerdings habe man dann im Innenstadtbereich verhältnismäßig viele unterschiedliche Geschwindigkeitsbegrenzungen, gab Stefan Roßteuscher (ÜWG) zu bedenken. Vor diesem Hintergrund sollte man über eine einheitliche Festlegung auf Tempo 30 im Kernbereich nachdenken. Tempo 30 jedoch erachteten Gems und Bürgermeister Felix Schwaller als zu schnell: Dann hätten die Fußgänger, die gemäß dem neuen Konzept möglichst gleichberechtigt sein sollten, Schwierigkeiten, die Straßen zu überqueren.
"Tempo 20, wo immer es möglich und sinnvoll ist" - dafür plädierte Zweite Bürgermeisterin Heidi Benda (GOL). Es gebe auch in der Innenstadt genügend gefährliche Stellen, an denen zu schnell gefahren werde - speziell auch unterhalb des Totenbergs. In ihren Augen würde der Innenstadtumbau durch die anvisierte Verkehrsregelung noch gekrönt.
Weshalb denn die ursprünglich einmal angedachte "Shared Space"-Regelung (alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt) nicht umgesetzt werden kann, wollte Markus Stigloher (CSU) wissen. Schwaller verwies auf große Bedenken seitens der Regierung. Für diese Lösung sei das Verkehrsaufkommen zu hoch, merkte Gems an. Problematisch sei überdies, dass es zum Shared-Space-Modell nur Empfehlungen, jedoch keine genauere Definition gebe. Auch für die von der Verwaltung nun angedachte Lösung gebe es keine Vergleichsstädte. "Das wird ein Versuch für die Region hier", meinte Gems. Die Gefahr, dass die motorisierten Verkehrsteilnehmer schneller fahren als erlaubt, bestehe leider immer.
Bis zu welchen Bereichen genau die künftige Tempo-Regelung gelten wird, beziehungsweise ob der Umgriff noch größer werden soll, soll im Stadtrat noch behandelt werden. Wenn dieser den Vorschlag dann zustimmend zur Kenntnis nimmt, liegt das letzte Wort Schwaller zufolge bei der Verkehrsbehörde gemäß einer Vereinbarung von Bauamt, Polizei und Landratsamt.
Einen Seitenhieb auf die neuen Poller als Begrenzung Richtung Fahrbahn hatte Richard Lechner (SPD) zum Schluss der Diskussion noch parat. Er bat darum, derartige Maßnahmen beziehungsweise die jeweilige Ausführung mit dem Bauausschuss abzustimmen - "um weitere Attacken auf den guten Geschmack zu vermeiden."
Eva Langwieder (Mangfall-Bote)


























