Begonnen hat alles mit einem Telefonat Ende Februar, in dem Vodafone ein angeblich attraktives Vertragsangebot für Telefon und Internet unterbreitet hatte: mit einer Breitbandleistung von 16000 statt bisher 6000 Mbit pro Sekunde. Dabei wurde zugesichert, dass die Familie, wie gewünscht, ihre bisherigen Rufnummern behalten und auf ein 14-tägiges Widerrufsrecht zurückgreifen könne.
Von Letzterem machte Familie S. auch sofort Gebrauch, als die Bestätigung der Vertragsänderung ins Haus flatterte: Denn die 16000er-Leitung ist in Bad Aibling gar nicht verfügbar. Somit hätten sich die Bedingungen für die Fünf nicht nur nicht verbessert, sondern sogar um drei Euro verteuert.
Dennoch kam am 5. März das böse Erwachen: "Sämtliche Leitungen waren tot. Kein Telefon, kein Internet, wir waren völlig abgeschnitten", so Brigitte S. Und das zu einem Zeitpunkt, als sich der Sohn intensiv auf die Abiturprüfungen vorbereiten musste. "Ohne Internet heutzutage gar nicht denkbar", betont die Mutter.
Der hilfreiche Tipp, sich in einem örtlichen Vodafone-Shop mit entsprechendem Stick auszurüsten, um wenigstens Zugang zum Internet zu haben - er kam aus dem Bekanntenkreis und nicht vom Anbieter selbst, der die Angelegenheit kurz darauf sogar an seine "Eskalationsabteilung" verwies.
Seitdem sie auch noch selbst ein Modem besorgt hat, kann die Familie immerhin wieder hinaustelefonieren. Erreichbar ist sie unter den Nummern, die alle Bekannten und Verwandten kennen, jedoch nach wie vor nicht. Unter einer neuen Nummer hingegen schon: Die tauchte plötzlich auf dem Display der Angerufenen auf. "Doch genau das wollten wir nicht. Wir wollen unsere bisherigen Nummern unbedingt behalten. Das ist auch der Grund, warum wir immer noch gezögert haben, bei Vodafone zu kündigen", so Brigitte S.
Außer hohlen Phrasen und zwei Briefen hat die Familie nur noch einmal Post bekommen. Inhalt: ein Regenschirm. Ohne jegliches Anschreiben, aber mit Vodafone-Logo. "Eine kleine Wiedergutmachung", mutmaßte ein Mitarbeiter des Unternehmens, den Brigitte S. bei einem ihrer vielen Telefonate darauf ansprach.
Laut aktueller Auskunft, die die Familie diese Woche erhielt, sollen die Anschlussprobleme nun am kommenden Montag behoben werden. Doch das hieß es auch schon letzte Woche. Und die Woche davor ebenfalls. Auch auf mehrfache Anfrage der OVB-Heimatzeitungen ließ das Unternehmen lediglich verlauten: "Der Vorgang liegt noch zur Prüfung in unserer Fachabteilung." Wie lange noch, vermochte niemand zu sagen. Wie es sein kann, dass man solch ein Problem über vier Monate nicht in den Griff bekommt? "Wissen wir auch nicht", so die lapidare Antwort.
Wie blanker Hohn wirken da die aufmunternden Worte am Ende des Schreibens, mit dem der Familie die Vertragsumstellung ankündigt worden war. "Weiterhin viel Erfolg und Spaß beim Telefonieren mit Vodafone!" Das immerhin wäre in dieser Angelegenheit der einzige Wunsch von Familie S.
Oberbayerisches Volksblatt

























