Natürlich kann die Bruckmühler „Drahtesel-Karavane“ sportlich nicht mit der Frankreich-Rundfahrt mithalten, jedoch bei der Teilnehmerzahl: Mit der Rekordbeteiligung von 230 Fahrrad-Begeisterten konnte sie sogar das diesjährige „Tour de France“-Starterfeld (198) überflügeln. Die Bruckmühler Veranstaltung konnte auch einen erheblich größeren Altersunterschied aufweisen: Während die entsprechende Differenz bei der Frankreich-Tour 22 Jahre betrug, war der älteste Teilnehmer des Bürgermeister-Radelns, Josef Kloo, mit seinen 82 Jahren um 81 Jahre älter als die einjährige Johanna, die in der von Mama Barbara gezogenen „Anhänger-Loge“ tapfer durchhielt.
"Der Weg ist das Ziel"
„Der Weg ist das Ziel“ erklärte Bürgermeister Franz Heinritzi, standesgemäß im „Gelben Trikot des Führenden“, bei der Begrüßung des „Radler-Pulks“, der sich vom Rathausplatz aus auf die rund 20 km lange und in 10 Etappen eingeteilte Rundstrecke durch das Gemeindegebiet begab.
Die Stationen
Die Etappenziele waren nach historischen oder technischen Aspekten ausgewählt wie das Dichter-Denkmal am Joseph von Eichendorff-Platz, wo der Bürgermeister an die Integration von rund 3000 Heimatvertriebenen nach dem 2. Weltkrieg in der Marktgemeinde erinnerte.
Über das althergebrachte Feintäschner-Handwerk informierte Gerhard Rauschmayr in seinem Geschäft in Mittenkirchen und nahe der Zufahrtstrasse zur geplanten Mangfallbrücke bei Ried bekräftigte Franz Heinritzi, dass es sich dabei nicht um ein „Prestigeobjekt des Bürgermeisters, sondern um eine zukunftsgerichtete Baumaßnahme“ handelt. Bauamtsmitarbeiter und Wirtschaftsförderer Markus Zehetmaier informierte zudem an gleicher Stelle über den 2011 fertig gestellten Radweg von Linden nach Götting. Anschließend konnten sich die Teilnehmer im Biomasse-Werk Götting (BWG) von Geschäftsführer Gerhard Hardrath über die Erzeugung umweltfreundlicher Energie unterrichten lassen und sich an der „ambulanten Trinkbar“ der Marktgemeinde mit Bruckmühler Wasser erfrischen.
Vor den Toren des Clariant-Werkes (vormals Süd-Chemie) erläuterte 2. Bürgermeister Richard Richter den Ausbau der Waldheimer Staße und 3. Bürgermeisterin Hermine Obermeyer stellte am Korbinianspark den neu gestalteten Heufelder Dorfplatz vor. Ergänzend gab Architekt Hubert Steinsailer den radelnden Gästen einen Überblick über das Bau- und Energiekonzept der in Passivbauweise errichteten Wohnanlage „Am Korbinianspark“.
Die weiteren Stationen der kommunalen Radl-Rundreise führten zum Bauplatz des geplanten Kindergartens neben der Justus von Liebig-Schule und zum noch immer imaginären Bahnhaltepunkt Hinrichssegen, der trotz mehrfacher Zusicherung der Deutschen Bahn AG seit 2007 noch nicht verwirklicht wurde. „Bei der Bahn gehen die Uhren etwas anders“ merkte der Rathaus-Chef hierzu süffisant an.
Brotzeit im Jubiläums-Festzelt
Dass anschließend auf den letzten Zwischenstopp (Staßenunterführungsbauwerk Weihenlinden) verzichtet und stattdessen in gesteigertem Spurttempo dem Ziel zugestrebt wurde, lag weniger an der verlockenden Abschlussbrotzeit im Jubiläums-Festzelt der „Kirchdorfer Burschen“, sondern am plötzlich einsetzenden Regen.
Im Festzelt stellte der Bürgermeister den „Rund-Radlern“ Katja Riedl vor, die seit einiger Zeit in Högling einen Reitstall mit 6 Pferden „in allen Größen“ betreibt. Kinder können dort ab 7 Jahren Reitunterricht erhalten, außerdem betreut sie eine Zwergerlgruppe für 3 bis 7Jährige mit einem „Mini-Pony“.
Keine Stürze - kein Doping
Abschließend sprach Bürgermeister Franz Heinritzi den Teilnehmern seinen Dank aus sowie auch den beteiligten Mitarbeitern von Rathaus und Bauhof an der Vorbereitung und Durchführung (u. a. Absperrmaßnahmen) der „Tour de Bruckmühl“, die sich auch in einem anderen Punkt deutlich von ihrem französischen Pendant unterschied: Es gab bei „Rund um Bruckmühl“ weder Stürze noch wurde ein Dopingfall bekannt…
bjn










































