Einsparbeispiele für Heufeld: Zirka 67.000 Euro für eine überdachte Freifläche, etwa 74.000 Euro können eingespart werden, wenn 50 Prozent der Möbel aus den Beständen kommen. Nicht einsparen will der Rat bei den lufttechnischen Anlagen, die mit 118.000 Euro zu Buche schlagen. 50.000 Euro sollen bei der Küche eingespart werden.
Hermann Klimke, in der Gemeinde zuständig für den Hochbau, zu den Reduzierungen: "Es wurde reduziert, ohne an der Qualität der Kindergärten zu schrauben." Die Gesamtkosten für beide Kindergärten reduzieren sich somit von zirka 7,350 Millionen Euro auf jetzt rund sieben Millionen Euro.
Nach Rückfrage tragen Markus Schmidt, Geschäftsbereichsleiter der Diakonischen Werke Rosenheim, und Marita Grimm, Geschäftsführerin des AWO-Kreisverbandes Rosenheim, die Einsparungen mit.
In der Diskussionsrunde wiesen Bürgermeister Franz Heinritzi und Gebäudemanager Markus Zehetmaier nochmals auf den enormen Zeitdruck hin und die Architekten darauf, dass aufgrund der Vorgaben ein Maximalstand geschätzt worden sei.
Kindergartenreferent Robert Plank (CSU/PW) ist vom Einsparpotenzial "angetan", würde aber "persönlich" keine Lüftung einbauen. Die Einsparungen bei den Möbeln trage er mit. "Wo es sinnvoll ist zu reduzieren, sollten wir es tun, wo nicht, sollten wir es so belassen", so der Kindergartenreferent. Plank zufolge sollte man auf das Dach in Heufeldmühle eine Fotovoltaik-anlage installieren.
Werner Berger (OLB) ärgerte sich über die Kostenmehrung: "Wenn wir das vorher geahnt hätten, hätten wir uns wahrscheinlich für die Sanierung entschieden". Er fühle sich in die Irre geführt und ärgere sich über die Millionensumme an Mehrkosten.
Mit den Worten "nicht erfreulich" äußerte sich Engelbert Wolf (CSU/PW). Es sei aber einiges an Einsparpotenzial vorhanden. Man könnte mit 3,4 bis 3,5 Millionen Euro bei Heufeld hinkommen. Bei Heufeldmühle sei er auf 160.000 Euro an Einsparmöglichkeiten gekommen.
Georg Ettenhuber (ÜWG) sieht allgemeine Probleme mit Flachdächern, glaubt aber, dass die geplanten Flachdächer "in Ordnung" sind. Schulreferentin Anna Wallner (CSU/PW) hatte noch einige Fragen an den Planer und Klaus Papke (Grüne) zeigte sich ebenfalls erstaunt über die Kostenmehrung, aber 3,7 Millionen Euro (für Heufeld) sei für ihn eine realistische Zahl. Papke möchte die Kosten "deckeln" und eine Obergrenze von 3,4 bis 3,5 Millionen Euro (für Heufeld) setzen.
Dem entgegnete Bauamtsleiter Konrad Kremser: "Wir stehen unter einem enormen Zeitdruck, für die Ermittlung von genaueren Kosten bräuchten wir einen anderen Planungsstand."
Richard Richter (CSU/PW): "Wir waren alle überrascht". Richter weiter: "Es ist gesagt worden, dass ein Neubau billiger komme als eine Sanierung. Wir hätten uns eventuell anders entschieden." Die Kostensteigerungen gehen Richter zufolge auch "voll zulasten der Marktgemeinde".
Bartholomäus Krapichler (CSU/PW) wies darauf hin, dass seine Fraktion immer schon gesagt habe, dass Einsparungen vorgenommen werde müssten. Krapichler an die Adresse von Berger: "Du wolltest immer nur das Beste, jetzt, wo es mehr kostet, zeigst du dich bestürzt." Man hätte Krapichler zufolge ein Gebäude planen und dann die Kosten mal drei nehmen können. Auf eine Frage von Peter Kolb (CSU/PW) nach Holzständerbauweise, die Antwort des Architekten: "Nicht preiswerter".
Schließlich billigte der Gemeinderat einstimmig die Entwurfs- und Genehmigungsplanung für die beiden Kindertagesstätteneinrichtungen und die geänderten Kostenschätzungen.
Die Verwaltung wurde beauftragt, die Genehmigungsplanung dem Landratsamt Rosenheim mit erteiltem, gemeindlichem Einvernehmen vorzulegen, sobald die Bauleitplanung als "planreif" zu betrachten ist. Zudem sind die Zuschussanträge auf Grundlage der Beschlussfassung zu stellen.
man/Mangfall-Bote


























