Dem wollte Feldkirchen-Westerham folgen. Die Bauverwaltung begründete diese Maßnahme so: Die im Flächennutzungsplan der Gemeinde eingetragene Konzentrationsfläche (für Windkraft) entspreche hinsichtlich des Abstandes zur nächstliegenden Bebauung nicht mehr den neuesten Vorgaben sowie den Gerichtsurteilen. Mit einem so genannten Teilflächennutzungsplan aber hätte die Kommune ein Mitspracherecht darüber, dass nicht im gesamten Gemeindegebiet Windkraftanlagen aufgestellt werden dürfen. Die Verwaltung schlug abschließend vor, diesbezüglich ein Planungsbüro zu beauftragen und hatte einen potenziellen Kandidaten im Blickfeld: ein Büro aus Nürnberg, das derzeit für die Nachbargemeinde Aying einen Teilflächennutzungsplan erstellt. Würde dieses Büro beauftragt, was sich sinnvoll anböte, stünden entsprechende Grundlagen auch für die Gemeinde Feldkirchen-Westerham zur Verfügung.
Kein gutes Haar ließ Dr. Werner Kienle (Freie Wähler) generell an der Windkraft. Der praktizierende Arzt vermutete, "dass Politiker auf brachiale Weise versuchen werden, mit dieser keinesfalls zukunftsträchtigen Energiegewinnung ganze Landschaften zu zerstören und Menschen krank zu machen". Franz Bergmüller (Pro Bürger) stellte eine grundsätzliche Zustimmung in Frage: "Sollten wir nicht mit einer generellen Ablehnung unseren Willen zum Ausdruck bringen?", fragte er. Seinen Vorschlag, mit der Nachbargemeinde Aying zu kooperieren und damit Feldkirchen-Westerham windkraftfrei zu halten, war Bauamtsleiter Peter Solnar zufolge nicht umsetzbar. "Wir können nur mit einem Teilflächennutzungsplan unser eigenes Gemeindegebiet absichern", erklärte er. Theo Biller (CSU) sah damit die Möglichkeit gegeben, bei einem Antrag - sollte dieser dann abgelehnt werden - mit einer Veränderungssperre zu reagieren. Die Feldollinger Gemeinderäte Dr. Otmar Rieß (ÜWG) und Sepp Hupfauer (Freie Wähler) rieten zu mehr Gelassenheit. Ihrer Meinung nach sei bei der Energiewende der politische Wille noch nicht klar erkennbar. Bürgermeister Schweiger zeigte sich überzeugt, dass - sollte eine Planung bei einem anerkannten Büro in Auftrag gegeben werden - Fragen bezüglich Naturschutz, Gewerbe, Wohnen und sogar Tiefflugzonen ausführlich erläutert und bewertet würden.
Gegen drei Stimmen (Dr. Werner Kienle, Dr. Otmar Rieß und Sepp Hupfauer) beschloss der Gemeinderat, sich von drei Fachbüros (aus Nürnberg, Aichach und Brannenburg) Angebote für einen "Teilflächennutzungsplan Windkraft" einzuholen. Darüber hinaus beauftragte das Gremium die Verwaltung, das Bauleitplan-Verfahren zur Aufstellung eines sachlichen Teilflächennutzungsplanes aufzustellen.
me/Mangfall-Bote

























