Tibet in der Fliegerhalle

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Besprechung "hinter Gittern": Kick-Herstellungsleiter Franz Hirner, B&O-Parkhoteldirektor Volker Aust, Bürgermeister Felix Schwaller und Kurdirektor Thomas Jahn (von links) in der nachgebauten chinesischen Gefängniszelle.

Bad Aibling - Großes Kino gleich um die Ecke: In der ehemaligen Fliegerhalle wird ab nächster Woche der Abenteuerfilm "Flucht aus Tibet" gedreht.

Eine riesige Gletscherspalte tut sich mitten in der ehemaligen Fliegerhalle auf, Schauplatz der dramatischen Einstiegsszene des Abenteuerfilms "Flucht aus Tibet". Der "Gletscher" zählt ebenso wie eine schäbige chinesische Gefängniszelle und ein originalgetreu nachgebildeter tibetischer Wohnraum zu den elf Sets, die in dem früheren Hangar der US-Streitkräfte aufgebaut werden. Drehbeginn ist nächste Woche.

Schön ist der Anblick nicht: abblätternde Farbe an den Wänden, angeschlagene Fliesen, Kabel, die auf Putz verlaufen. Doch für die Produktionsfirma Kick, die "einen Ort mit Patina" gesucht hatte, bietet die Fliegerhalle beste Bedingungen. "Vieles von dem, was wir hier vorgefunden haben, hätten wir erst mit viel Aufwand nachbauen müssen", zeigt sich Herstellungsleiter Franz Hirner von den örtlichen Gegebenheiten angetan.

Hier werden Szenen in einem Hotelzimmer gedreht.

Auf den 1800 Quadratmetern ist überdies genügend Platz für die elf Sets, die vor Ort aufgebaut werden. Die dafür benötigten Hölzer, Stoffe, Farben und viele andere Utensilien werden direkt in Bad Aibling gekauft, wo auch die Mitarbeiter der Firma ihre Unterkünfte bezogen haben.

Dreharbeiten in der Fliegerhalle Bad Aibling

"Wir haben hier die klassische Win-Win-Situation", freut sich Kurdirektor Thomas Jahn: Die regionale Wirtschaft profitiere durch den Absatz und die Hotelbuchungen ebenso wie die Kurstadt durch den Werbeeffekt. Im Gegenzug wird die Fliegerhalle zu günstigen Konditionen zur Verfügung gestellt. Für die Filmleute doppeltes Glück, denn in München sind die Räumlichkeiten knapp: "Alles über 500 Quadratmeter ist derzeit praktisch ausgebucht, vor allem für die Dreharbeiten für Wickie 2 und für die drei Musketiere", so Hirner.

Eine Mitarbeiterin legt letzte Hand in dem tibetischen Zimmer an.

In Mietraching bieten sich auch die Nebenräume für Filmszenen an. Die Duschräume und der Flur der Amerikaner werden nahezu eins zu eins im Film wiederzusehen sein; ein Büro der Streitkräfte wird zu einem Verhörzimmer der chinesischen Polizei umfunktioniert.

Arbeitsplatz Fliegerhalle: An den Wänden hängen Originalfotos, die als Vorlage für die Kulissen dienen.

Zustandegekommen war der Kontakt, nachdem die Bayerische Filmförderung in einem Rundschreiben an alle Kur- und Fremdenverkehrsorte gebeten hatte, interessante Örtlichkeiten für Dreharbeiten zu melden - was der Kurdirektor vor eineinhalb Jahren tat. Bei einem Rundgang über die "Baustelle" zeigte er sich vor allem von der riesigen Gletscherspalte begeistert, die auch der ganze Stolz des Produktionsteams ist. Sie wurde von einem Experten in der Schweiz hergestellt und mit einem 40-Tonner angeliefert. Das aufwendigste Set ist das tibetische Zimmer. Es wurde anhand von Fotoaufnahmen, die die Produktionsfirma aus Asien mitgebracht hat und die jetzt die Wände der Fliegerhalle zieren, originalgetreu nachgebaut. Dort hängen fremdländische Zeitungsausschnitte neben einem Bild vom Dalai Lama und bunten Mandalas an der Wand, es stapeln sich Töpfe, eine Mitarbeiterin dekoriert das Fenster. Bis nächste Woche muss alles parat sein. Dann wird die Filmcrew, darunter die Schauspielerin Hannah Herzsprung und die österreichische Regisseurin Maria Blumencron, in Bad Aibling erwartet. Die Szenen im nordindischen Ladakh sind dann bereits abgedreht. Zwei Wochen sollen die Dreharbeiten (Filmverleih Prokino) in dem Hangar der US-Streitkräfte dauern.

von Eva Langwieder

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