Mit nackten Zahlen begann Lederer seinen zweistündigen Informationslehrgang für die 6948 Bürger zählende Gemeinde. Er erläuterte, wie sich der Verwaltungshaushalt von rund 8,7 Millionen Euro zusammensetzt. "Alleine 2,8 Millionen Euro kommen aus der Einkommensteuerbeteiligung und 2,4 Millionen Euro aus der Gewerbesteuer", so Lederer. Allerdings könne sich das Blatt durch die Abhängigkeit von Großbetrieben auch schnell wenden, denn die fünf größten Betriebe erbringen fast 80 Prozent der gesamten Gewerbesteuer.
Die Brücke zu den Investitionen schlug Lederer mit den Feuerwehren, um deren aktuelle Ausrüstung man stets bemüht sei. Immerhin stehen 430 Aktive im ganzen Gemeindegebiet parat. Nach Neubau für die Hohenthanner Wehr 2011 steht für Ostermünchen demnächst auch ein neues Domizil an (Kampenwandstraße); die Planungen hierfür laufen. Zudem bekommt die Lampferdinger Wehr ein neues Tragkraftspritzenfahrzeug. Viel investiert wird auch regelmäßig in die Schulen, wie Lederer betonte. So wird in Ostermünchen mit Gesamtkosten von 235000 Euro der Brandschutz verbessert. Die neuen Fluchttreppen sind schon in Betrieb; demnächst kommt eine neue Brandmeldeanlage dazu.
Mit der Fritz-Schäffer- Grund- und Mittelschule und dem Mittelschulverbund Aiblinger Land habe das Schulwesen in der Gemeinde ohnehin schon eine Aufwertung erfahren. Neu kam, so Lederer, im letzten Jahr die offene Ganztagsschule hinzu. Und auch bei der Ortskernentwicklung von Ostermünchen wurden die ersten Schritte bereits gemacht, wie der Bürgermeister betonte. Als Erstes soll hier das ehemalige Kindergartengelände zum Grünbereich gewandelt und öffentlich zugängig werden. "Wir möchten hier künftig einen kleinen Treffpunkt für die Bürger kreieren" , so Lederer.
20000 Kubikmeter Wasser können mit dem im letzten Sommer fertiggestellten Rückhaltebecken in Berg zurückgehalten werden. Dadurch wird der Wasserzufluss in den Ort Ostermünchen erheblich gebremst. "Der Ort ist damit aber noch lange nicht hochwasserfrei", so Lederer. Einige weitere Maßnahmen seien noch vonnöten, um eine Katastrophe wie 2006 zu verhindern. Deshalb sucht die Gemeinde nach wie vor nach Grundstücken.
Eine Bürgerversammlung in Ostermünchen ohne das Thema Bahn: beinahe undenkbar. So ging Lederer am Ende auch auf die vielen Bahn-Baustellen ein. Am Bahnhof soll ein neuer Fahrradabstellplatz entstehen. Kosten: an die 60000 Euro (für 66 Räder).
Mit der Vergabe an das Unternehmen Veolia erhofft sich die Gemeinde ab 2013 zudem eine verbesserte Anbindung an Rosenheim und München. So könnte dann auch die Einstellung der RVO-Buslinie nach Rosenheim verschmerzt werden. Rund eine halbe Million Euro steckt die Gemeinde in den Tunnel Berg, der in wenigen Wochen fertig sein dürfte. "Dafür haben wir jetzt dann 4,5 Meter Fahrbahnbreite und einen Gehweg", so Lederer. Letzteres sei wichtig, da die Straße nach Berg auch der Weg zum Sportgelände sei. Zum Jahresende hin könnte auch der zweite Tunnel (an der Staatsstraße) fertig sein. Hier bleibt der Gemeindesäckel unangetastet, es zahlt der Freistaat. 2013 wird dann Lederer zufolge mit Weiching-Nord der dritte Tunnel aufgeweitet.
Nachdem dann nur noch der Tunnel Weiching-Süd das Durchrauschen von 40-Tonnern verhindert, legt die Gemeinde den Fokus auf die Umfahrung der Staatsstraße 2080. "Wenn die Umfahrung Grafing und die Westtangente realisiert sind, ist das die kürzeste Verbindung zwischen Ebersberg und Autobahn", so Lederer mahnend. Mit diesem Mammutprojekt will er ein Chaos im Ort Ostermünchen mit den vielen engen Kurven verhindern.
"Das Projekt ist in der obersten Dringlichkeitsstufe enthalten", wusste der Bürgermeister zu berichten. Demnächst fänden erste Verkehrszählungen hierfür statt. Nach einer kleinen Pause streifte Lederer noch den Arbeitsmarkt. "Von 2442 sozialversicherungspflichtigen Bürgern pendeln 1942 Bürger aus", so das Gemeindeoberhaupt. Hingegen würden 500 der 1693 im Gemeindebereich befindlichen Arbeitsplätzen von Gemeindebürgern genutzt.
Die Diskussion drehte sich dann in der Hauptsache um den Tunnelbau an der Staatsstraße ein. Josef Niedermaier fragte er nach dem dort geplanten Regenrückhaltebecken. "Regenrückhaltemaßnahmen werden hier vom Bauherr nur für den unmittelbaren Tunnelbereich ergriffen", so Lederer. Für die restliche Fläche müsse die Gemeinde aktiv werden, was sie auch wolle. Aber: "Hierfür sind Grundstücke nötig und die bekommen wir derzeit nicht", sagte der Bürgermeister mit Sorgenfalten im Gesicht. Dadurch lasse sich diese Maßnahme, sicher zum Ärger einiger Ostermünchner, im Zuge der Baumaßnahme nicht realisieren.
"Einige Jugendliche haben die Lust verloren", so Lederer abschließend noch zur Frage nach der Benutzung des frisch sanierten Jugendtreffs in der Grundschule Ostermünchen.
ws/Mangfall-Bote


























