Nach Zug-Unglück bei Bad Aibling

"Schlimm und tragisch, aber wir müssen nach vorne schauen!"

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Beamte der Bundespolizei und der Bahnpolizei sicherten am 20.02.2016 am Bahnhof von Bad Aibling die Fahrt des ersten Meridian-Zuges nach dem schweren Zugunglück am 9. Februar.

Bad Aibling - Elf Tage nach dem schrecklichen Zug-Unglück bei Bad Aibling mit elf Toten und zahlreichen Schwerverletzten ist am Samstagmorgen der Fahrbetrieb auf der Bahnstrecke Holzkirchen - Rosenheim wieder aufgenommen worden. Fahrgäste haben ihre Gefühle geschildert:

+++ Die Redaktion wird diesen Artikel immer dann aktualisieren, wenn sich neue Erkenntnisse ergeben +++

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UPDATE, Samstag, 12.20 Uhr:

Am Mittag haben weitere Fahrgäste geschildert, wie sie ihre erste Zugfahrt auf der Strecke seit dem Unglück vor elf Tagen erlebt haben. Armand F. war Samstagfrüh von Schaftlach (Landkreis Miesbach) kommend mit dem Meridian nach Rosenheim unterwegs - sein täglicher Weg zur Arbeit. Am Unglückstag nahm er einen Zug später als jenen Meridian 79505. "Am Bahnhof Kreuzstraße gab es schon Probleme mit der Oberleitung", erinnert sich der 32-Jährige, "in Bruckmühl mussten wir aussteigen." Auf die Frage nach einem mulmigen Gefühl antwortet F.: "Nein, es ist wie immer."

Eine junge Frau lenkte sich dagegen mit ihrem Smartphone ab. "Ein sonderbares Gefühl", sagt sie. Wären am Unglückstag nicht Faschingsferien gewesen, hätte die Jugendliche wie Dutzende andere Schüler im Meridian 79505 gesessen. 

Herbert K. aus Freilassing arbeitet seit 44 Jahren bei der Deutschen Bahn (DB). Als Jäger ist der 60-Jährige am Samstag im Meridian unterwegs zu einem Seminar nach Bad Tölz, Abfahrt in Rosenheim um 7.40 Uhr. "Das ist schlimm, tragisch", sagt der Beamte über das Unglück, "aber jetzt müssen alle nach vorne schauen."

Als der Zug um 7.45 Uhr an der Unglücksstelle vorbeifährt, ist es längst hell, die Sonne scheint. Nur Trauergebinde und frische Baumstümpfe erinnern noch an das schreckliche Geschehen. Für die Bergungsarbeiten musste der Wald neben dem Gleis gelichtet werden. "So etwas kann doch eigentlich nicht passieren", sagt ein anderer Fahrgast beim Vorbeifahren.

UPDATE, Samstag, 12 Uhr:

Die Bayerische Oberlandbahn (BOB) ist in Sachen Fahrgastaufkommen am Samstagmorgen anderer Meinung. Die Wiederaufnahme des Zugverkehrs sei ruhig und störungsfrei verlaufen, hieß es in einer Mitteilung des Unternehmens.

"Im tiefen Gedenken an die Opfer und Angehörigen des tragischen Unglücks sind unsere Mitarbeiter heute an der Unglücksstelle vorbei gefahren", erklärt Bernd Rosenbusch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Bayerischen Oberlandbahn GmbH, die den Meridian betreibt. „Die Wiederinbetriebnahme am Morgen verlief reibungslos. Wir konnten wieder viele Reisende im Zug begrüßen.

Fabian Amini, der technische Geschäftsführer der Bayerischen Oberlandbahn GmbH ergänzt: "Wir werden in den nächsten Tagen die Züge intensiv begleiten und Fahrgästen sowie Mitarbeiter zur Seite stehen." Seit Samstagmorgen gilt auf der Strecke wieder der reguläre Fahrplan.

UPDATE, Samstag, 11.55 Uhr:

In den ersten Zügen am Samstagmorgen saßen laut Bild-Zeitung nur sehr wenige Fahrgäste. Eine junge Frau aus Bruckmühl, die nach Kolbermoor zur Arbeit musste, sagte der Bild: "Ich wäre heute gerne mit dem Auto gefahren. Aber das ging nicht. Ich hatte keine andere Wahl, musste den Zug nehmen." Ein weiterer Fahrgast twitterte ein Foto und schrieb gar von einer "gespenstischen Leere" in den Meridian-Triebwagen.

UPDATE, Samstag, 11.15 Uhr:

Der Münchner Merkur will nun herausgefunden haben, dass der Fahrtdienstleiter, der das Unglück durch menschliches Versagen verschuldet hatte, gleich zweimal in den technischen Ablauf eingegriffen haben soll. Erst soll er laut dem Bericht das Sondersignal "Zs1" gleich zweimal betätigt haben - und zwar für den Zug, der von Rosenheim Richtung Holzkirchen unterwegs war.

Dann wurde aber laut dem Bericht offenbar noch eine zweite Sicherung übersprungen: Der Meridian-Zug, der Richtung Kolbermoor unterwegs war, hielt noch vorschriftsmäßig am Haltepunkt Bad Aibling-Kurpark, passierte aber beim Ausfahren ein Blocksignal, das wohl ebenfalls durch Eingriff vom Stellwerk neutralisiert worden war. Ein Blocksignal ist eine technische Sicherung zur Abstandshaltung, die definiert, dass in einem Streckenabschnitt ("Block") immer nur ein Zug fährt.

UPDATE, Samstag, 9.55 Uhr:

Der Geschäftsführer der Bayerischen Oberlandbahn (BOB) als Betreiber der Bahnlinie, Bernd Rosenbusch, sagte der Münchner tz, das Unternehmen befinde sich noch immer in der Trauerphase: "Wir haben vier Mitarbeiter und sieben Reisende verloren." Andererseits wollten die Lokführer ihre Züge wieder fahren, so Rosenbusch.

UPDATE, Samstag, 8 Uhr:

Elf Tage nach dem schweren Zugunglück mit elf Toten in Bad Aibling ist am Morgen der Zugverkehr auf der Unglücksstrecke wieder aufgenommen worden. Um 6.37 Uhr verließ der Meridian 79561 den Bahnhof in Holzkirchen . In Rosenheim fuhr der Meridian 79560 um 6.40 Uhr los, wie die Bayerische Oberlandbahn (BOB) als Betreiber der eingleisigen Strecke mitteilte. Der seit dem Unfall am 9. Februar geltende Ersatzverkehr mit Bussen wurde in der Nacht zum Samstag eingestellt.

UPDATE, Freitag 20.15 Uhr: 

Wegen der Spekulationen über ein Funkloch in Zusammenhang mit der Zugkatastrophe von Bad Aibling hat die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen ausgeweitet. Dies teilte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Freitagabend mit. "Ich habe deshalb das Bayerische Landeskriminalamt gebeten, das Funknetz der DB Netz auf eventuelle Funklöcher zu überprüfen", sagte Herrmann. "Hierzu werden unsere Telekommunikationsspezialisten in den nächsten Tagen Messungen durchführen." 

Auch die DB Netz wird laut Herrmann Messfahrten auf der Unfallstrecke zwischen Bad Aibling und Kolbermoor machen. "Wir setzen alles daran, die Ursachen dieses schrecklichen Unglücks so schnell wie möglich vollumfänglich aufzuklären, um gegebenenfalls die entsprechenden Konsequenzen zu ziehen", betonte Herrmann. Die Ermittlungen liefen weiter auf Hochtouren.

Nach einem Bericht der "Stuttgarter Zeitung" gibt es auf einem Abschnitt der Unglücksstrecke ein großes Funkloch. Dadurch seien schnelle Notrufe erschwert. Die Zeitung beruft sich in ihrem Bericht vom Freitag auf interne Unterlagen der bundeseigenen DB Netz, die das Schienennetz betreibt. Der Fahrdienstleiter, der durch einen Fehler das Zugunglück mit elf Todesopfern verursacht haben soll, hatte nach Angaben der Staatsanwaltschaft noch einen Notruf an die Lokführer abgesetzt. Dieser sei aber ins Leere gegangen. Di e Deutsche Bahn darauf reagiert und diesen Vorwurf in einer Pressemitteilung vehement zurückgewiesen (siehe Update Freitag 7.45 Uhr).

UPDATE, Freitag, 10 Uhr:

Die Hinterbliebenen der elf Todesopfer müssen voraussichtlich damit leben, dass sie nur jeweils mit 21.000 Euro entschädigt werden. Das berichtet der Focus unter Berufung auf eine für die Katastrophe zuständige Versicherungsgesellschaft. Diese spricht bei der Summe von einer sogenannten „Vorentschädigung“.

Zum Vergleich: Als die Germanwings-Maschine im März 2015 in den französischen Alpen abstürzte, hatte die Lufthansa 56.000 Euro pro getöteter Person bezahlt. Zusätzlich gab es später insgesamt über drei Millionen Euro Schmerzensgeld.

UPDATE, Freitag, 8.35 Uhr:

Am Donnerstag war das Zug-Unglück auch Thema im Bayerischen Landtag. Wie der für Bad Aibling zuständige Abgeordnete Otto Lederer gegenüber den OVB-Heimatzeitungen erklärte, stellt sich der Verkehrsausschuss des Landtags dabei hinter die am Mittwoch im Bundestag getroffene Entscheidung. Demnach wollen sich die Gremien erst wieder mit dem Unglück und den möglichen (politischen) Konsequenzen befassen, wenn die vollständigen Untersuchungsergebnisse vorliegen.

UPDATE, Freitag, 7.45 Uhr:

Die Stuttgarter Zeitung hatte am Donnerstag von einem "großen Funkloch" auf der Strecke zwischen Kolbermoor und Bad Aibling berichtet. Jetzt hat die Deutsche Bahn darauf reagiert und diesen Vorwurf in einer Pressemitteilung vehement zurückgewiesen.

"Die DB stellt klar: Unabhängig von den laufenden Ermittlungen der Behörden, deren Ergebnis abzuwarten bleibt, prüft die Bahn regelmäßig ihr digitales Zugfunknetz GSM-R. Bei der letzten Überprüfung wurde festgestellt, dass für die Strecke Kolbermoor - Bad Aibling die vollständige Funkausleuchtung gewährleistet ist. Die Behauptung der Stuttgarter Zeitung entspricht somit nicht den Tatsachen und ist schlichtweg falsch. Entgegen einer weiteren falschen Behauptung der Stuttgarter Zeitung wurde die Sendeleistung des digitalen Zugfunks GSM-R nicht reduziert. Sie entspricht den europäischen Vorgaben für GSM-R", hieß es in dem Schreiben der Deutschen Bahn.

UPDATE, Donnerstag, 21.35 Uhr:

Auf einem Teil des Abschnitts der Unglücksstrecke bei Bad Aibling gibt es nach einem Bericht der „Stuttgarter Zeitung“ ein großes Funkloch. Bereits seit sechs Jahren existiere das Empfangsloch im digitalen Zugfunk GSM-R, dadurch seien schnelle Notrufe erschwert. Die Zeitung beruft sich in ihrem Bericht vom Freitag auf interne Unterlagen der bundeseigenen DB Netze, die das Schienennetz betreibt. Der Fahrdienstleiter, der durch einen Fehler das Zugunglück mit elf Todesopfern verursacht haben soll, hatte nach Angaben der Staatsanwaltschaft noch einen Notruf an die Lokführer abgesetzte. Dieser sei aber ins Leere gegangen.

Ein Sprecher der Deutschen Bahn sagte auf dpa-Anfrage, das Unternehmen überprüfe regelmäßig die GSM-R-Funkversorgung auf der betroffenen Bahnstrecke - unabhängig von den laufenden Ermittlungen der zuständigen Behörden, deren Ergebnis abzuwarten sei. Bei der zurückliegenden Überprüfung sei die vollständige Funkausleuchtung für den Streckenabschnitt zwischen Bad Aibling und Kolbermoor festgestellt worden, erklärte er am Donnerstag. Wann diese Überprüfung stattgefunden hat, konnte er nicht sagen.

Der betroffene Fahrdienstleiter soll mit einem Sondersignal einen verspäteten Zug auf die eingleisige Strecke geschickt haben, obwohl er dies nach Überzeugung der Ermittler nicht hätte tun dürfen. Als der Mann seinen Fehler bemerkte, habe er den Notruf abgesetzt. Die beiden Züge stießen zusammen. Elf Menschen starben, 85 wurden verletzt. Gegen den Mann wird wegen fahrlässiger Tötung ermittelt.

UPDATE, 17.10 Uhr:

Fast zwei Wochen nach dem schweren Unfall in Bad Aibling wird der Zugverkehr zwischen Rosenheim und Holzkirchen in beiden Richtungen wieder aufgenommen. Der Schienenersatzverkehr mit Bussen wird in der Nacht auf Samstag eingestellt. Jeder Zug wird von mindestens einem Fahrgastbetreuer begleitet, der für die Reisenden Ansprechpartner ist, teilte Meridian in einer Pressemitteilung mit.

UPDATE, 16 Uhr:

Das schreckliche Zugunglück von Bad Aibling wird offenbar nicht nachgestellt, das hat die Polizei auf Nachfrage dem BR bestätigt. Demnach sei der Aufwand für eine Simulationsfahrt nicht mehr nötig. Die bisher gesammelten Erkenntnisse durch die Auswertung der Fahrtenschreiber seien für die Staatsanwaltschaft ausreichend.

Service:

Meridian meldet: "Am Samstag und Sonntag normaler Zugbetrieb"

Link zu aktuellen Fahrplaninformationen

Weiterhin möchte die Bayerische Oberlandbahn laut Informationen des BR möglichst schon am Samstagvormittag den Betrieb zwischen Holzkirchen und Rosenheim wieder aufnehmen. Das hat auch der Meridian bekannt gegeben.

Über den Betrieb ab Montag gibt es noch keine Informationen!

Abgeordnete von CSU und Opposition haben im Verkehrsausschuss des Bayerischen Landtages übereinstimmend bessere Absprachen zwischen Fahrdienstleitern und Lokführern gefordert. Gleichzeitig warnten sie vor voreiligen Konsequenzen nach der Katastrophe.

Christine Haderthauer forderte im Ausschuss "ein System, das in Zukunft ausschließt, dass Fahrlässigkeit zu so einem Unglück führt." Dass Fahrlässigkeit ausreicht, um so einen Unfall zu verursachen, habe sie "ins Mark erschüttert". Das berichtet Merkur-Redakteur Marcus Mäckler aus dem Ausschuss.

UPDATE, 13.25 Uhr:

Bereits am Dienstag haben die Eishockeyfans aus der Region eindrucksvoll ihre Solidarität und ihr Mitgefühl mit den Opfern und Hinterbliebenen gezeigt, als sie zahlreich zum Benefizspiel zwischen den Aibdogs und den Starbulls in die Bad Aiblinger Eishalle gepilgert waren. 
Jetzt wollen die Rosenheimer Anhänger noch einmal helfen - und zwar der Familie eines beim Zug-Unglück verstorbenen Starbulls-Fans, der eine Frau und zwei kleine Kinder hinterlässt. Was genau geplant ist, lest ihr in unserem Extra-Artikel.

UPDATE, 12.40 Uhr:

Das ist mal eine schöne Nachricht - sofern man bei einem solchen Ereignis überhaupt davon reden kann: Alle Helfer, insgesamt rund 800 Rettungskräfte, sollen am 16. April in die Ausstellungshalle nach Bad Aibling zu einem großen Helferfest eingeladen werden. 

"Es wurde in der Woche nach dem Zugunglück in Bad Aibling unglaubliches von ihnen geleistet! Es bedarf wohl keiner großen Vorstellungskraft, dass ein schreckliches Ereignis wie dieses, bei den vielen beteiligten Rettern lange nachwirken wird", so die Initiatoren. Alles zum Planungsstand des Festes gibt es in unserem Extra-Artikel!

UPDATE, 12.15 Uhr:

Weiterhin bietet die katholische Kirche eine Telefonhotline für Betroffene des Zugunglücks von Bad Aibling sowie Menschen in deren Umfeld an. Sie erreichen unter der Nummer 0174/8434727 eigens geschulte Telefonseelsorger, die die Anrufer bei der Verarbeitung des Zugunglücks unterstützen und sie bei Bedarf an Beratungseinrichtungen weitervermitteln. Die Telefonhotline wird von der Notfallseelsorge und der Telefonseelsorge des Erzbistums München und Freising bereits seit Mittwoch, 10. Februar, gemeinsam betrieben und wird mindestens bis Mittwoch, 9. März, also einen Monat nach dem Unglück, zur Verfügung stehen, bei Bedarf auch länger.

Alexander Fischhold, Leiter der Telefonseelsorge der Erzdiözese München und Freising, betont, dass die Telefonhotline für jeden zur Verfügung stehe, der sich von dem Unglück betroffen fühle: „Das sind nicht nur die Menschen, die in den Zügen waren, ihre Angehörigen und die Hilfskräfte. Beispielsweise können auch Anwohner, die den Unfall gehört haben, betroffen sein.“ Genauso seien Menschen im Umfeld der Betroffenen angesprochen: „Auch die Familien, die Freunde, die Kollegen brauchen Unterstützung, damit sie helfen können.“

Andreas Müller-Cyran von der katholischen Notfallseelsorge erläutert, es sei normal, dass Menschen nach einem Unglück Veränderungen in ihrem Denken und Fühlen wahrnehmen: „Es kann sein, dass einem die eigentlich vertraute Umgebung plötzlich seltsam fremd vorkommt oder dass man die Gesellschaft von bestimmten Menschen nicht mehr ertragen kann.“ Solche Veränderungen seien gerade dann besonders beängstigend, wenn man sie sich selbst nicht erklären könne. „Hier kann das Gespräch mit den erfahrenen Telefonseelsorgern helfen, die auch Ratschläge geben, wie man mit solchen Veränderungen umgehen kann“, so Müller-Cyran.

UPDATE, 9.55 Uhr:

Seit dem Vormittag ist das Unglück auch Thema im Bayerischen Landtag. Wie der Bayerische Rundfunk berichtet, fordern Vertreter der Opposition mehr Sicherheit im Zugverkehr. Zudem soll darüber gesprochen werden, ob die ehrenamtlichen Helfer bei solchen Einsätzen mehr Unterstützung benötigen und ob die Rettungskräne nicht schneller hätten vor Ort sein können. 

Vor den Verkehrausschuss geladen seien nach Angaben des BR unter anderem Chef-Manager der Deutschen Bahn in Bayern, Karl Dieter Josel, Johann Niggl, Geschäftsführer der Bayerischen Eisenbahngesellschaft, und Bernd Rosenbusch, Geschäftsführer der Bayerischen Oberlandbahn.

UPDATE, 9 Uhr:

Wie geht es dem Fahrdienstleiter aus dem Stellwerk in Bad Aibling, der den verhängnisvollen Fehler gemacht hat? Laut einem Bericht der Bild-Zeitung hat der Mann ein Geständnis abgelegt und steht seither unter ständiger ärztlicher Beobachtung.

Doch wie lebt man mit einer solchen Schuld? "Es geht zunächst schlicht ums Überleben der suizidalen Phase, dann um die Linderung der sehr, sehr langen Depression, die unweigerlich folgen wird", erklärte ein renomierter Psychologe der Bild. Aber das wird eine schwierige Aufgabe! "Ich hoffe für ihn auf ein gutes Umfeld, auf die Unterstützung durch Angehörige und Freunde und eine sehr gute Therapie", so der Professor weiter.

UPDATE, Donnerstag, 6.35 Uhr:

"Trotz aller Technik, die menschliche Komponente ist nicht wegzudenken!" Das ist das Fazit des Verkehrsausschusses des Bundestages, der sich am Mittwoch mit dem schweren Zugunglück von Bad Aibling befasst hatte. Damit gelte aber auch, dass man damit leben müsse, dass menschliche Fehler passieren, sagt die Rosenheimer Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig, die Mitglied des Ausschusses ist, gegenüber Radio Charivari

Man brauche die menschliche Komponente, um bei Technik-Fehlern einschreiten zu können, so Ludwig weiter. Sie betonte aber auch, dass es nach wie vor keine Hinweise auf einen technischen Fehler gäbe. Die Technik hätte richtig reagiert. Man müsse jetzt abwarten, wie sich die Aussagen des Fahrdienstleiters mit den technischen Aufzeichnungen decken, um gegebenenfalls politisch Konsequenzen auszuarbeiten, so die Rosenheimer Abgeordnete abschließend.

Fotos aus dem Archiv:

Abtransport von letztem Waggon

Dritte Blackbox am Unglücksort gefunden

mw

Quelle: mangfall24.de

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Martina Hunger

Martina Hunger

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