Nach Zug-Unglück bei Bad Aibling

Dobrindt lehnt vollautomatisches Sicherheitssystem ab

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Ein beschädigter Zugwaggon liegt am 16.02.2016 bei Bad Aibling (Bayern) neben den Gleisen. Am 09.02.2016 waren auf der eingleisigen Strecke in Oberbayern zwei Regionalzüge kollidiert. Foto: Peter Kneffel/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
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Bad Aibling - Nach dem schrecklichen Zug-Unglück am 9. Februar mit elf Toten steht inzwischen die Ursache fest. Am Mittwoch ist die Katastrophe auch ein Thema in der Politik. Angehörige und Betroffene können nun die letzten Fundstücke bei der Kripo abholen:

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UPDATE, 16.30 Uhr:

Nach dem Zugunglück mit elf Toten bei Bad Aibling hat Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) ein vollautomatisches Sicherheitssystem bei der Bahn abgelehnt.

Es sei klar, "dass in der Sicherheitskette auch eine Person am Schluss eine Letztentscheidung haben muss", sagte Dobrindt nach einer Sitzung des Bundestags-Verkehrsausschusses in Berlin. Zu einem möglichen Vier-Augen-Prinzip als Absicherung äußerte er sich nicht.

Der Vorsitzende der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), Claus Weselsky, lehnte Änderungen an den Sicherheitsvorschriften der Bahn ebenfalls ab. "Das wäre der falsche Ansatz. Wir brauchen Ersatzsignale, um beispielsweise bei Störungen den Bahnbetrieb aufrechterhalten zu können", sagte Weselsky dem Sender hr-iNFO.

UPDATE, 15.15 Uhr: Angehörige und Betroffene können Sachen bei Kripo abholen

An der Unfallstelle in Bad Aibling wurden zahlreiche Gepäckstücke der Reisenden aufgefunden und von der Kriminalpolizei sichergestellt. Das sogenannte Streugut umfasst rund 95 Komplexe, vom Fahrrad bis zum Handy, vom Rucksack bis zum Anorak, von denen bislang ca. 50 an die Berechtigten ausgehändigt wurden. Derzeit befinden sich noch überwiegend Kleidungsstücke, aber auch Mobiltelefone oder Uhren, in polizeilicher Verwahrung. 

Die Besitzer dieser Gegenstände können diese noch bis zum kommenden Freitag, 19. Februar, bei der Kriminalpolizei in Miesbach abholen. Anschließend werden die Gegenstände den zuständigen Fundämtern übergeben. Für weitergehende Informationen steht der zuständige Sachbearbeiter, Kriminalhauptkommissar Baumann, unter der Telefonnummer 08025/299-221 zur Verfügung.

UPDATE, 12.20 Uhr:

Am späten Vormittag wurde der letzte noch an der Unfallstelle verbliebene Waggon durch einen Kran zurück aufs Gleis gestellt und abtransportiert. Damit haben nun alle Teile der Unfallzüge die Unglücksstelle verlassen. Unterdessen erinnern an der Unfallstelle nach wie vor zahlreiche Kränze, Blumen und Kerzen an die Opfer.

Abtransport von letztem Waggon

UPDATE, 8.55 Uhr:

Das schwerste Zugunglück in Deutschland seit dem dem ICE-Unfall in Eschede im Jahr 1998 ist am Mittwoch auch Thema im Bundestag. Bei einer Sitzung des Verkehrsausschusses am Vormittag (9.30 Uhr) geht es um mögliche Konsequenzen für den Bahnbetrieb. Dazu wird auch Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) erwartet. Am Donnerstag wird das Unglück im bayerischen Landtag behandelt.

UPDATE, 8.55 Uhr:

Um die Aussage des Fahrdienstleiters und die Daten aus den Fahrtenschreibern in Einklang zu bringen, muss eine Simulationsfahrt auf der Zugunglücksstrecke bei Bad Aibling erfolgen. Dies diene der Tatrekonstruktion, sagte der leitende Oberstaatsanwalt Wolfgang Giese. Nach Informationen des Oberbayerischen Volksblatt soll diese Fahrt voraussichtlich am Samstag, 20. Februar, stattfinden.

UPDATE, 8.45 Uhr:

Einen emotionalen Abend erlebten die vielen Zuschauer in der Eishalle Bad Aibling. Die Aibdogs und die Starbulls standen sich zu einem Benefizspiel gegenüber. Das Ergebnis von 1:9 war Nebensache. Viel wichtiger waren die tollen Gesten und die vielen Spenden. Alles dazu, samt Fotos & Video, gibt es in unserem großen Extra-Artikel.

Benefizspiel in Bad Aibling (1)

UPDATE, 8.30 Uhr:

Seit der Pressekonferenz am Dienstag ist es offiziell bestätigt: Menschliches Versagen ist die Ursache für das schreckliche Zug-Unglück. Im Mittelpunkt dabei: Das sog. "Sondersignal ZS1" und das Stellwerk in Bad Aibling.

Fotos aus dem Archiv:

Dritte Blackbox am Unglücksort gefunden

mw

Quelle: mangfall24.de

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Martin Weidner

Martin Weidner

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