Live-Berichterstattung vom Mittwoch

Landrat Berthaler: "Unvorstellbar!" - Überlebende berichten

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Die Bergungsarbeiten der Züge begannen am Mittwoch. Es wird wohl noch bis zur kommenden Woche dauern, bis die Strecke wieder befahrbar sein wird. 

Bad Aibling - Das schreckliche Zug-Unglück bei Bad Aibling hat am Dienstagmorgen zehn Tote gefordert. Am Mittwochmorgen wird die Bergung der Meridian-Züge fortgesetzt. 

Alle Hintergründe und aktuellen Artikel zum Thema

Auf unserer Themenseite "Zugunglück bei Bad Aibling" finden Sie alle Artikel und Hintergrundberichte zur Tragödie.

Hier geht's zum Online-Kondolenzbuch

Wir möchten Ihnen über ein Online-Kondolenzbuch und zusätzlich über eine Facebook-Veranstaltung die Möglichkeit geben, Ihrer Anteilnahme eine Stimme zu geben. Außerdem kann man an dieser Stelle eine virtuelle Kerzen anzünden.

PK mit Ministerpräsident Seehofer, Landrat Berthaler und Bürgermeister Schwaller

Hier finden Sie das Video und die zentralen Aussagen aus der Pressekonferenz im Ticker

Die wichtigsten Infos im Überblick:

++ Nach dem Zugunglück am Dienstagmorgen zwischen Bad Aibling und Kolbermoor verdichten sich die Anzeichen auf menschliches Versagen als Unfallursache. Der Fahrdienstleiter rückt in den Mittelpunkt der Ermittlungen. 

++ Zehn Menschen sind bei dem Unglück ums Leben gekommen, darunter neun Männer. Nach Informationen unserer Redaktion soll auch eine Jugendliche bei dem Unfall gestorben sein. Die Polizei verweist darauf, dass die Identität eines Opfers noch nicht geklärt sei.

++ Alle Verletzten sind außer Lebensgefahr, der Gesundheitszustand einiger Patienten sei aber noch ernst, teilte die Polizei mit. 

++ Es wird keine Person mehr vermisst. Bis zum Mittwochmorgen ging die Polizei von einem weiteren Opfer in einem Zugwrack aus.

++ Ministerpräsident Horst Seehofer, Bundesverkehrsminister Dobrindt, der bayerische Innenminister Herrmann und Bundestagsvizepräsidentin Roth und Bayerns SPD-Fraktionschef Rinderspacher besuchten am Mittag die Unglücksstelle und legten einen Kranz nieder.

++ Am Mittwoch haben die Bergungsarbeiten der Züge begonnen. Zwei Spezialkräne aus Fulda und Leipzig sind an der Unfallstelle eingetroffen.

++ Die Strecke wird wohl bis Anfang der kommenden Woche gesperrt bleiben. Meridian hat auch für den Schülerverkehr ab Montag schon Ersatzbusse organisiert. 

++ Das Bürgertelefon des Polizeipräsidiums ist für besorgte Angehörige weiterhin erreichbar: 08031/2003180

Bergungsarbeiten mit Kränen haben begonnen

Bergungsarbeiten der Züge hat begonnen

Luftbild-Fotos vom Unglückstag

Luftaufnahmen vom Zugunglück

Seehofer und weitere Spitzenpolitiker in Bad Aibling

Horst Seehofer besucht den Unfallort in Bad Aibling

Ministerpräsident Horst Seehofer in Bad Aibling

UPDATE 23 Uhr: So laufen die Bergungsarbeiten

Die Bergungsarbeiten der Züge gehen voran, meldet Meridian in einer Pressemitteilung. Bis in die Mittagsstunden konnten die ersten Zugteile getrennt werden. Mit Hilfe der Spezialkräne wurden die noch fahrbaren Zugteile aufgegleist. Am Donnerstag werden dann Ersatzdrehgestelle unterbaut. Die Arbeiten werden nach Aussage des Infrastrukturbetreibers DB Netz noch einige Tage in Anspruch nehmen.

Auch das Unternehmen bedankt sich bei den Einsatzkräften: "Der schnelle und selbstlose Einsatz der Helfer war in dieser belastenden Situation außerordentlich", so der technische Geschäftsführer der Bayerischen Oberlandbahn GmbH, Fabian Amini. 

"Nach der Erstversorgung muss dieses schreckliche Erlebnis weiter verarbeitet werden", so Bernd Rosenbusch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Bayerischen Oberlandbahn GmbH. "Wir bieten den Betroffenen und ihren Familien auf Wunsch psychologische Unterstützung durch Spezialisten an", teilte Rosenbusch weiter. 

Der Zugverkehr auf der Mangfalltalbahn ist eingestellt. Es verkehren bis auf weiteres Busse im Schienenersatzverkehr. Reisende müssen daher mit deutlich längeren Fahrzeiten rechnen.Es ist davon auszugehen, dass die Strecke noch bis Anfang der nächsten Woche gesperrt ist. Auch für den Schülerverkehr ab Montag wurden bereits Busse durch den Meridian organisiert.

Für die verunfallten Züge sucht das Unternehmen nach Ersatzfahrzeugen, um diese in den nächsten Monaten einzusetzen. Informationen zum aktuellen Fahrplan erhalten Reisende zusätzlich zum Internet auch beim 24 Stunden-Meridian-Servicetelefon unter 08024 997171.

UPDATE 20.15 Uhr: Landrat Berthaler geschockt

Er selbst war früher Feuerwehr-Kommandant, kennt sich mit Unfällen und Katastrophen eigentlich aus: "Aber das ist menschlich fast unvorstellbar wenn man die zwei zusammengerasten Züge, die Toten und Verletzten sieht." Rosenheims Landrat Wolfgang Berthaler zeigte sich im Video-Interview mit mangfall24.de noch immer geschockt.

UPDATE 18.30 Uhr: Zwei Überlebende berichten über den Horror im Zug

Am Tag nach der schrecklichen Tragödie melden sich immer mehr Augenzeugen bei den Medien, die über ihre schrecklichen Eindrücke reden wollen.

Es seien "Bilder, die mir immer wieder im Kopf rumschwirren", so Christoph Frank im Gespräch mit mangfall24.de und Radio Charivari. Gegenüber der BILD berichtete zudem ein 24-Jähriger, wie neben ihm ein Mensch starb. Hier können Sie beide Augenzeugen-Berichte lesen

UPDATE 18.10 Uhr: Aiblinger Feuerwehr-Einsatzleiter lobt Politiker-Besuch

Wolfram Höfler, Einsatzleiter der Feuerwehr von Bad Aibling, sagte gegenüber dem BR, dass der Besuch von Ministerpräsident Horst Seehofer und weiterer Politiker ein wichtiges Zeichen gewesen sei: "Es ist nicht nur Wahlkampf, sondern man hat das Gefühl, es ist ehrliches Interesse und ehrlicher Wille zur Unterstützung."

17.30 Uhr: Wie sicher ist der eingleisige Regionalverkehr? 

Nach dem schrecklichen Zugunglück bei Bad Aibling wird die Frage diskutiert, wie sicher eingleisige Bahnstrecken sind. Die Hälfte der Bahnstrecken in Bayern sind eingleisig. Wir haben uns hier einen Überblick verschafft.

UPDATE 16.26 Uhr: Bergung der Züge angelaufen

Die Bergung der Regionalzüge in Bad Aibling kommt schrittweise voran. Die ineinander verkeilten Züge werden getrennt und dann in Teilen an der Unfallstelle in Bad Aibling geborgen. Die Deutsche Bahn hat dazu über Nacht zwei Spezialkräne aus Fulda und Leipzig nach Oberbayern gefahren. Die Notfallkräne haben eine Tragkraft von 160 bzw. 60 Tonnen. Die geborgenen Teile sollen in den nächsten Stunden nach Kolbermoor und Bad Aibling transportiert werden.

Bei der Bergung, die ganz wesentlich von den Einsatzkräften des Technischen Hilfswerks (THW) mit schwerem Spezialgerät vorangetrieben wird, ist außerdem ein Hilfszug der DB im Einsatz. Mit dem Hilfszug werden rollfähige Teile aufs Gleis gesetzt. Rund 20 Mitarbeiter der DB sind an der Unfallstelle im Einsatz, darunter der Notfallmanager und die Kranbesatzungen.

Die Bergungsarbeiten in Bad Aibling beginnen. Der Kran ist im Einsatz.

Posted by mangfall24 on Mittwoch, 10. Februar 2016

Derzeit ist davon auszugehen, dass die Bergung der beiden Unfallzüge voraussichtlich mindestens zwei Tage dauert. Anschließend wird die Fahrbahn in dem Abschnitt repariert und die Oberleitung montiert.

UPDATE 16.02 Uhr: Österreichisches Rettungsteam berichtet im Video

Sowohl am Boden als auch in der Luft leisteten die Rettungskräfte beim Bad Aiblinger Zugunglück Schwerstarbeit. Unterstützung kam auch aus dem Nachbarland Österreich. 

Wir haben uns mit der Besatzung des österreichischen Rettungshubschraubers Christophorus 6 unterhalten - hier finden Sie weitere Aussagen des Rettungsteams.

UPDATE 15.10 Uhr: Der Ministerpräsident will nicht spekulieren

"Es muss transparent aufgeklärt werden. Aber ich möchte sie bitten, dass wir alle zivilisiert mit dieser Tragödie umgehen. Das sind wir allen Betroffenen schuldig. Und ich möchte an dieser Stelle jetzt nicht die geringste Spekulation abgeben, bis alles transparent aufgeklärt ist. Gott sei Dank haben wir in unserem Land so etwas wie moralische Maßstäbe. Wir sollten momentan an die menschlichen Schicksale denken und uns darum kümmern", so Seehofer.

UPDATE 14.59 Uhr: Seehofer wirkt tief betroffen

Wirkte mitgenommen bei der PK: Ministerpräsident Horst Seehofer.

Bei der Pressekonferenz spricht Horst Seehofer sehr langsam, sucht nach Worten. Manchmal stockt seine Stimme sogar etwas. Der Ministerpräsident wirkt tief betroffen von den Eindrucken in Bad Aibling. 

UPDATE 14.55 Uhr: "Bayern ist betroffen, Bayern trauert"

Ministerpräsident Horst Seehofer sprach den Angehörigen der Opfer in der Pressekonferenz seine Anteilnahme aus: "Bayern ist betroffen, Bayern trauert!", so Seehofer. Seinen Respekt sprach er der Polizei, Feuerwehr und den Rettungskräften aus: "Sie haben einen segensreichen Dienst erbracht!" Man könne stolz auf die Rettungskräfte sein. 

UPDATE 14.44 Uhr: Große Pressekonferenz beginnt in wenigen Minuten

In Bad Aibling warten die Journalisten (darunter unsere zwei Reporter vor Ort) im neuen Rathaus auf Ministerpräsident Horst Seehofer und Bayerns Innenminister Joachim Hermann. Bisher sind Bahnchef Rüdiger Grube, Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth und Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt bereits eingetroffen.

UPDATE 14.20: Bahnchef Grube zeigt sich "tief bestürzt und erschüttert"

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn AG, Dr. Rüdiger Grube, sagte in Bad Aibling: „Ich danke ausdrücklich den Rettungskräften und Helfern für ihren großen Einsatz in diesen schweren Stunden. Wir alle bei der Deutschen Bahn sind tief bestürzt und erschüttert über den furchtbaren Unfall, bei dem zehn Menschen ihr Leben verloren haben und weitere zum Teil auch schwer verletzt worden sind. Unsere Gedanken und unser Mitgefühl sind bei den Verletzten und den Angehörigen und Familien der Opfer.“

UPDATE 14.10 Uhr: Laut Dobrindt bisher kein "technischer Fehler gefunden"

Verkehrsminister Alexander Dobrindt: "Wegen der Ursache müssen wir auf die Auswertung der Blackboxen warten. Zwei werden schon ausgewertet. Bei der Auswertung einer ersten Blackbox konnte kein technischer Fehler gefunden werden."

UPDATE 13.55 Uhr: Neun Männer gestorben - auch und eine Jugendliche?

Wie das Polizeipräsidium Oberbayern Süd mitteilte, finden am Mittwoch die rechtsmedizinischen Untersuchungen der Todesopfer in München statt. 

Bei den zehn Getöteten handelt es sich um neun Männer, teilte die Polizei mit. Nach Informationen unserer Redaktion soll zudem eine Jugendliche unter den Opfern sein. 

Die verstorbenen Männer sind zwischen 24 und 59 Jahre alt. Alle stammen aus den Landkreisen Rosenheim und Traunstein. 

Auch bei den vielen verletzten Fahrgästen handelt es sich fast ausschließlich um Erwachsene, überwiegend aus hiesiger Region. Der Gesundheitszustand einiger Schwerverletzter ist nach wie vor ernst. Viele leichter verletzte Menschen konnten die Krankenhäuser aber bereits wieder verlassen.

UPDATE 13.43 Uhr: Kondolenzbuch liegt im Aiblinger Rathaus aus

Kondolenzbuch im Aiblinger Rathaus. 

Nun haben Bürger auch die Möglichkeit, ihre Anteilnahme in einem Kondolenzbuch im Rathaus von Bad Aibling zum Ausdruck zu bringen. 

UPDATE 13.25 Uhr: 50 Kripo-Beamte ermitteln derzeit

Polizeibeamte betreten am Mittwoch das Fahrdienstleiter-Stellwerk in Bad Aibling. Die Polizei ermittelt am Mittwoch am Bahnhof.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann sagte in Bad Aibling: "Heute wurden weitere Vernehmungen durchgeführt und Zeugen befragt. Dafür sind insgesamt 50 Beamte der Kriminalpolizei im Einsatz, die den Sachverhalt ermitteln sollen, aber auch beispielsweise Wertsachen den Passagieren zuordnen." Momentan versuche die DB mit Spezialkränen die Triebfahrzeuge zu bergen. "Die Identität von neun Toten ist inzwischen geklärt, an der Identifizierung des zehnten Toten wird gerade geforscht", so Herrmann.

Ein Kripo-Beamter am Bahnhof Bad Aibling.

Es verdichten sich die Anzeichen, dass die Ursache für das verhängnisvolle Unglück im Fahrdienstleiter-Stellwerk am Bahnhof in Bad Aibling zu finden ist. Am Mittwoch waren Kripo-Beamte vor Ort. Die Polizei bestätigte auf Anfrage nicht, dass sich ein Verdacht gegen den Fahrdienstleiter erhärtet hat und dieser das automatische Sicherungssystem außer Kraft gesetzt habe.

UPDATE 13.13 Uhr: Kranzug ist vor Ort angekommen

Ein Spezialkran der Deutschen Bahn ist am Unfallort eingetroffen. Der Kran aus Fulda besitzt eine Tragkraft von 160 Tonnen.

Spezialkran in Bad Aibling angekommen

UPDATE 12.55 Uhr: Konvoi mit Ministerpräsident Seehofer fährt zum Unglücksort

Am Mittag gab es ein Gespräch von Ministerpräsident Horst Seehofer, Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt, Innenminister Joachim Herrmann, Landrat Berthaler, Bürgermeister Felix Schwaller und Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth mit Helfern und Einsatzkräften im neuen Rathaus von Bad Aibling. 

Vor dem Gespräch mit den Rettern unter Ausschluss der Öffentlichkeit sagte er laut tz: "Ich bin stolz auf Bayern, dass die Rettung so gut koordiniert verlaufen sei." Es sei eine "Tragödie" für das ganze Bundesland.

Anschließend fuhren die Politiker mit einem Konvoi zum Unglücksort, um dort Kränze niederzulegen und den Opfern still zu gedenken. 

"Eine Tragödie fürs ganze Land" - Ministerpräsident Seehofer besucht die Unglücksstelle bei Bad Aibling.

Posted by BR24 on Mittwoch, 10. Februar 2016

Video: Seehofer und andere Spitzenpolitiker besuchen den Unglücksort

UPDATE 12.24 Uhr: "Haben regulären Klinikbetrieb quasi lahmgelegt!"

Das schreckliche Zug-Unglück war auch eine große Herausforderung für fast alle Kliniken zwischen München und Salzburg. Am Beispiel des Krankenhauses Agatharied bei Hausham kann man nachvollziehen, wie der Ablauf in den Kliniken in solchen Fällen ist. Wie ein Sprecher des Krankenhauses auf einer Pressekonferenz sagte, sei die Klinik knapp eine Dreiviertelstunde nach dem Unfall telefonisch in Alarmbereitschaft versetzt worden. Man habe den regulären Klinikbetrieb lahmgelegt.

UPDATE 12.05 Uhr: So war die Stimmung am Mittwochmorgen am Bahnhof Bad Aibling

Menschenleer am Mittwochmorgen: Der Bahnsteig in Bad Aibling.

Einen Tag nach der schlimmen Zugtragödie war der Bahnhof gespenstisch leer, die Stimmung gedrückt. Um kurz nach halb sieben, genau zu der Uhrzeit, an der auch am Dienstag einer der Unglückszüge losfuhr, waren deutlich weniger Menschen am Bahnsteig.

UPDATE 11.50 Uhr: Online-Kondolenzbuch eingerichtet

Viele Menschen in der Region wollen Ihrer Trauer Ausdruck verleihen und Anteil nehmen. Wir haben deshalb für Sie ein Online-Kondolenzbuch und zusätzlich eine Facebook-Veranstaltung eingerichtet

UPDATE 11.10 Uhr: Rosenheimer fuhren zum Blut spenden sogar nach München

Wie der Leiter des Spendenservices beim Blutspendedienst in München, Tobias Hubert, am Mittwochvormittag sagte, sei die Spendenbereitschaft am Dienstag enorm gewesen. Es waren etwa 300 Menschen in München um Blut zu spenden, viele seien aus dem Raum Rosenheim nach München gefahren um hier zu helfen, berichtet Radio Charivari.

Nach Zugunglück von Bad Aibling: Münchner spenden spontan Blut

Am Mittag nach dem #Zugunglück von #BadAibling: So viele Menschen haben spontan in #München Blut gespendet. Klasse!Blutspendedienst München

Posted by tz München on Dienstag, 9. Februar 2016

UPDATE 10.50 Uhr: Experten suchen nach der dritten Blackbox

Wie der Bayerische Rundfunk berichtet, versuchen Experten seit dem Morgen die dritte Blackbox aus den Trümmern zu holen. Die beiden anderen Fahrtenschreiben waren schon am Dienstag gefunden worden und werden bereits beim Eisenbahn-Bundesamt ausgewertet. 

Noch am Vormittag soll begonnen werden, die verkeilten Waggons der beiden verunglückten Züge zu trennen. Ministerpräsident Horst Seehofer und Bahn-Chef Rüdiger Grube werden gegen 11 Uhr am Unfallort erwartet.

UPDATE 10.04 Uhr: Bis zu 800 Kräfte waren gleichzeitig im Einsatz

In der Region lief ein nahezu beispielloser Großeinsatz an. Rund 250 Feuerwehrler, 200 bis 250 Männer und Frauen vom Rettungsdienst, 150 Kräfte der Landes- und rund 70 Kräfte der Bundespolizei sowie 50 THWler, unter anderem auch mit Booten zum Einsatz auf dem Mangfallkanal, eilten aus allen Ecken des Landkreises, aus dem Landkreis Miesbach und auch aus dem benachbarten Tirol zur Unfallstelle. In Spitzenzeiten waren rund 800 Kräfte gleichzeitig im Einsatz.

Einen ausführlichen Bericht zum Großeinsatz und eine Bilanz von Kreisbrandrat Richard Schrank finden Sie hier.

UPDATE 9.55 Uhr: Kein Verletzter mehr in Lebensgefahr

Laut dem BR schweben die Verletzten glücklicherweise nicht mehr in Lebensgefahr. Damit scheint es bei den zehn Todesopfern zu bleiben, die am Dienstag geborgen wurden. Entgegen der gestrigen Meldungen, wird doch keine weitere Person mehr vermisst.

UPDATE 9.30 Uhr: Erster Spezialkran eingetroffen

Ein erster Spezialkran der Deutschen Bahn ist am Unfallort bereits eingetroffen. Der Notfallkran aus Fulda besitzt eine Tragkraft von 160 Tonnen. Zu dem Kran gehört ein Zug mit insgesamt fünf Modulen, in denen unter anderem die Energieversorgung, eine Werkstatt und Aufenthaltsmöglichkeiten für die Einsatzteams untergebracht sind. Ein weiterer Notfallkran aus Leipzig mit einer Tragkraft von 75 Tonnen steht auf Abruf bereit. Auch das Technische Hilfswerk (THW) unterstützt mit Spezialgerät die Arbeiten vor Ort.

Die 37 km lange Strecke der Deutschen Bahn zwischen Holzkirchen und Rosenheim ist weiterhin gesperrt. Ein Busnotverkehr mit sechs Bussen ist eingerichtet.

UPDATE 9.15 Uhr: Handy-Video aus dem Unglückszug kursiert im Netz

Aus Respekt vor den Opfern und ihren Angehörigen wollen wir keine Szenen aus diesem Video zeigen und auch nicht darauf auf YouTube verlinken. Dennoch können wir als Nachrichtenportal, das umfassend über dieses Unglück in unserer Region berichten möchte, diese Aufnahmen auch nicht ganz ignorieren. Deshalb beschreiben wir hier kurz, was in dem Video zu sehen ist.

UPDATE 9.05 Uhr: Bergung der Züge beginnt

Am Mittwochmorgen fand vor Ort eine weitere Lagebesprechung statt. Wie uns Kreisbrandrat Richard Schrank auf Anfrage sagte, liege der Schwerpunkt der Arbeiten am Mittwoch bei der Bergung der Züge. Die zwei angeforderten Kräne sind bereits an der Einsatzstelle eingetroffen. "Eventuell gelingt den Kräften heute schon der Abtransport der ersten Waggonteile", sagte Schrank gegenüber mangfall24.de. 

Wie lange die Bergungsarbeiten der Züge aber insgesamt dauern werden, konnte Schrank noch nicht sagen: "Das wird mit Sicherheit noch eine Zeit dauern!"

UPDATE 8.50 Uhr: Doch kein Vermisster mehr

Bislang meldete die Polizei, das zu den zehn Todesopfern noch immer ein Mensch in den Trümmern vermisst wird. Zwischenzeitlich meldete n.tv am Mittwochmorgen, dass nun ein elftes Todesopfer gefunden wurde, was uns das Polizeipräsidium nicht bestätigen konnte. Nun heißt es: Es könnte doch bei zehn Opfern bleiben.

Nach neuesten kriminalpolizeilichen Ermittlungen muss derzeit auch nicht mehr davon ausgegangen werden, dass noch Personen vermisst werden, teilte das Polizeipräsidium soeben mit. 

UPDATE 7.50 Uhr: Aiblings Bürgermeister Felix Schwaller war schon auf Fasching eingestellt

"Dass so etwas passiert wünscht man sich nicht, nicht als Bürger, nicht als Mensch und als Bürgermeister zweimal nicht", äußerte sich Bad Aiblings Bürgermeister Felix Schwaller zu der Zugtragödie in seiner Stadt gestern nach dem Trauergottesdienst in der katholische Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt. "Man ist auf so etwas nicht vorbereitet."

"Momentan ist man komplett beschäftigt, so dass man darüber gar nicht nachdenkt. Es gibt viel zu organisieren. Der Besuch von Horst Seehofer, die Kranzniederlegung, ich versuche dass der Weihbischof Bischof und alle Pfarrer kommen können und ein paar Worte sprechen. Außerdem werde ich die Verletzten im Bad Aiblinger Krankenhaus besuchen", teilte er uns am Dienstagabend mit. 

Als er die Nachricht zum Unglück erhielt, sei er bereits maskiert gewesen für den Faschingsdienstag. Mehr zum Gespräch von mangfall24.de mit dem Bürgermeister finden Sie hier.

UPDATE 7.30 Uhr: Fahrdienstleiter den ganzen Tag von der Kripo vernommen

Das Stellwerk am Bahnhof in Bad Aibling.

Wie die BILD berichtet, sei der für die Strecke zuständige Fahrdienstleiter aus dem Stellwerk Bad Aibling den ganzen Dienstag über von der Kripo Rosenheim und Ermittlern des Eisenbahnbundesamtes ausführlich vernommen worden.

UPDATE 7.19 Uhr: Leiche noch nicht geborgen

Auf Anfrage von rosenheim24.de beim Polizeipräsidium Oberbayern Süd hieß es, dass die Medienberichte von einer gefundenen elften toten Person nicht bestätigt werden können. Man gehe aber davon aus, dass man die vermisste Person tot in den Zugtrümmern finden werde. Das sei aber noch nicht passiert. 

UPDATE 7.13 Uhr: Jugendliche Pendler vom Unglück sehr mitgenommen

Viele Pendler, die am Dienstagabend den Schienenersatzverkehr vom Rosenheimer Bahnhof aus nutzen, bewegte das Zugunglück sehr. Wir sprachen mit jungen Menschen, die normalerweise auch in dem Zug sitzen

UPDATE 7.02 Uhr: Nun sind es elf Tote

Das Polizeipräsidium teilte am Mittwochmorgen laut n.tv mit, dass nun ein elfter Mensch tot aufgefunden wurde. Es handelt sich um die vermisste Person.

Hinweis: Diese Meldung stellte sich hinterher als Falschmeldung heraus

UDPATE 6.45 Uhr: "Unter den Toten lagen noch lebende Patienten"

"Man kann sich die Verformung der Züge in seinem ganzen Ausmaß gar nicht vorstellen. Es war brutal, unter den Toten lagen zum Teil noch lebende Patienten", schildert ein Notarzt seine Eindrücke in einem Interview mit dem Fernsehsender n-tv.

UPDATE 6.40 Uhr: Suche nach Vermissten wird fortgesetzt

Nachdem die Suche nach dem letzten Vermissten am Dienstagabend wegen Dunkelheit abgebrochen werden musste, soll diese gleich zu Tagesbeginn fortgesetzt werden. Die Hoffnungen, diese Person lebend zu finden, sind aber mehr als gering. Radio Charivari berichtet, dass es sich bei dem letzten Vermissten um einen Mitarbeiter von Meridian handeln soll.

UPDATE 6.35 Uhr: "Alles war blutverschmiert"

Die Szenen, die sich in und um die Unglückszüge abgespielt haben, müssen hochdramatisch gewesen sein. "Alles war blutverschmiert, Menschen wimmerten vor Schmerz und Körperteile lagen auf dem Boden verteilt", zitieren die OVB-Heimatzeitungen Wolfram Höfler, den Kommandanten der Feuerwehr Bad Aibling.

Kreisbrandrat Richard Schrank sprach im OVB von einer "Ausnahmesituation": "Das soll jetzt nicht abgeklärt klingen, aber es war enorm wichtig, dass unsere Leute die ganze Dramatik ausblendeten. Nur so konnten sie sich komplett darauf konzentrieren, den Personen im Zug zu helfen!"

UPDATE 6.30 Uhr: Trauergottesdienste in Aibling und Kolbermoor

Am Abend kamen bei Trauergottesdiensten in Bad Aibling und Kolbermoor zahlreiche Menschen zusammen, um den Toten und Verletzten zu gedenken. "Wir sind traurig und fassungslos", sagte Andreas Strauß, evangelischer Pfarrer in Bad Aibling.

Bilder vom Trauergottesdienst in Bad Aibling

Fotos: Trauergottesdienst in Kolbermoor für die Opfer des Zugunglücks

UPDATE 6.25 Uhr: Hinweise auf menschliches Versagen als Unfallursache verdichten sich

Nach ersten Erkenntnissen könnte menschliches Versagen der Grund für das Unglück gewesen sein. Das will nun auch die Deutsche Presse-Agentur (dpa) aus zuverlässiger Quelle erfahren haben. Das "RedaktionsNetzwerk" selbst schreibt, der Fahrdienstleiter im Bad Aiblinger Stellwerk habe das automatische Signalsystem außer Kraft gesetzt, um einen verspäteten Triebwagen noch "quasi von Hand durchzuwinken". 

Der verspätete Triebwagen sei dann noch auf der eingleisigen Strecke unterwegs gewesen, während der entgegenkommenden Zug schon grünes Licht bekommen habe. "Der fuhr auf Ersatzsignal", zitiert das RedaktionsNetzwerk einen Ermittler: Das bedeute, der Lokführer habe auf Weisung aus dem Stellwerk weiter fahren dürfen, obwohl das reguläre Signalsystem auf Rot stand. Nichtsahnend seien die Lokführer dann ineinander gerast.

Quelle: mangfall24.de

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Martin Weidner

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Bettina Pohl

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