Strecke München-Rosenheim-Salzburg/Kufstein beeinträchtigt 

Streiks bei BOB und Meridian: Bahn arbeitet an Ersatzkonzept

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Holzkirchen - Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hat kurzfristig für Dienstag, zu einem mehrstündigen Warnstreik bei der Bayerischen Oberlandbahn GmbH aufgerufen. Das Unternehmen hat wenig Verständnis für den Streik.

UPDATE, 19.05 Uhr, Pressemeldung Pressestelle Meridian

Voraussichtlich zwischen 2 und 9 Uhr werden der Meridian und die BOB am morgigen Dienstag von der EVG bestreikt. Auch nach 9 Uhr wird es vermutlich noch zu größeren Verzögerungen kommen. Die Vorbereitungen der Bayerischen Oberlandbahn GmbH für ein Ersatzkonzept laufen auf Hochtouren. Geplant ist, einen Teil des Schülerverkehrs mit bis zu 25 Bussen und vereinzelten Zügen durchzuführen. Voraussichtlich werden aber nicht alle Schulen angefahren werden können, da viele Busse bereits regulär im Einsatz sind.

Pendler werden gebeten auf folgende Verbindungen auszuweichen:

· Zwischen Freilassing und München sowie zwischen Rosenheim und München kann die Südostbayernbahn (SOB) über Mühldorf genutzt werden.

· Von Salzburg und Kufstein nach München fahren Fernverkehrszüge. Es gelten die Tarifbestimmungen des Fernverkehrs.

· Auf den Strecken Holzkirchen – München, Grafing Bahnhof – München, Kreuzstraße – München und Donnersbergerbrücke – Solln/München können Reisende die S-Bahnen nutzen.

In den meisten Verbindungen werden die Fahrkarten des Meridian bzw. der BOB anerkannt. Ausnahmen sind das Guten Tag Ticket und das 50/50-Ticket, die von der SOB nicht anerkannt werden. Die Tickets gelten aber ohnehin erst ab 9 Uhr. Im Fernverkehr sind die dort geltenden Tarifbestimmungen zu beachten. Fahrgäste berücksichtigen bitte, dass sich je nach Strecke und Verbindung die Fahrzeit entsprechend verlängern kann. Aktuelle Informationen zu alternativen Reisemöglichkeiten und zum Betrieb gibt es regelmäßig auf www.der-meridian.de und www.bayerischeoberlandbahn.de.

"Keinerlei Verständnis"

Bernd Rosenbusch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Bayerischen Oberlandbahn GmbH, macht erneut deutlich: „Wir haben keinerlei Verständnis dafür, dass die EVG trotz unseres umfangreichen Tarifangebotes unsere Fahrgäste in der Kälte stehen lässt. Wir hoffen, dass die EVG wieder an den Verhandlungstisch zurückkehrt, damit wir uns einigen können.“ Fabian Amini, Technischer Geschäftsführer der Bayerischen Oberlandbahn GmbH ergänzt: „Wir versuchen weiter, für so viele Fahrgäste wie möglich Busse zu organisieren und entschuldigen uns schon jetzt für die Unannehmlichkeiten.“

Zwar wird es auch noch nach Ende des Warnstreiks und bis der reguläre Bahnbetrieb wieder an Fahrt gewinnt noch zu großen Verzögerungen kommen, Fahrgäste werden aber dennoch gebeten, auf Verbindungen nach 9 Uhr auszuweichen.

Die Züge der Bayerischen Regiobahn GmbH (BRB), der Schwestergesellschaft der Bayerischen Oberlandbahn GmbH, sind nicht vom Streik betroffen.

Pressemeldung Pressestelle Meridian

Erstmeldung, 17 Uhr, Pressemeldung Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft

Bereits Ende Dezember gab es Gerüchte aus dem Landkreis Miesbach, das beim Meridian ein Streik drohen könnte. Noch am Samstag hatte die Bayerische Oberlandbahn (BOB) verkündet, für Verhandlungen offen zu sein, um einen Streit abzuwenden. Doch nun kommt es doch zum Arbeitskampf!

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft hat ihre bei der Bayerischen Oberlandbahn beschäftigten Mitglieder erstmals zum Warnstreik aufgerufen. "Leider verweigert die Geschäftsleitung unseren EVG-Mitgliedern nach wie vor Leistungen, die in einem anderen Unternehmensbereichen wie selbstverständlich gezahlt werden. Da wir am Verhandlungstisch nicht weiterkommen bleibt uns nur der Streik", machte EVG-Verhandlungsführer Isidoro Peronace deutlich. 

Am Dienstag, 19. Januar, werden deshalb Lokführer, Zugbegleiter, die Mitarbeiter in der Werkstatt sowie die im Reisezentrum Beschäftigten von 2 bis 9 Uhr morgens ihre Arbeit niederlegen. "Dieser bis zu siebenstündige Warnstreik wird zu erheblichen Beeinträchtigungen auf den Strecken der BOB im Oberland, wie auch bei den Meridian-Zügen auf der Strecke München-Rosenheim-Salzburg/Kufstein führen. Die Verantwortung hierfür trägt einzig und allein die Geschäftsleitung der BOB", stellte Isidoro Peronace für die EVG fest. 

Der Arbeitsgeber versucht in der Öffentlichkeit den Eindruck zu erwecken, auf die Gewerkschaftsforderungen einzugehen. Tatsächlich werden die EVG und die Beschäftigten in der zentralen Forderung zur Anrechnung von Fahrgastfahrten mit vagen Versprechungen weiter hinhalten. "Das machen wir nicht länger mit", so Peronace. 

Die EVG fordert, dass interne Dienstfahrten - wie etwa von einem Einsatzort zum nächsten - voll auf die Arbeitszeit angerechnet werden. "Wenn ein Kollege aus der Dienststelle Freilassing nach München fahren muss, um dort einen Zug zu übernehmen, bekommt er für die eineinhalbstünde Fahrgastfahrt nur 50 Prozent seines Gehalts. Das ist nicht akzeptabel", machte Isidoro Peronace deutlich. 

Bei der Nordwestbahn, die wie die BOB eine Tochtergesellschaft der Transdev ist, gibt es bereits eine entsprechende Regelung. "Was in Norddeutschland geht, muss auch in Südbayern möglich sein, zumal bei uns die Lebenshaltungskosten deutlich höher sind", machte EVG-Verhandlungsführer Isidoro Peronace deutlich.

"Wir bedauern die Beeinträchtigungen, die für die Fahrgäste entstehen, setzen aber angesichts der geschilderten Umstände auf deren Verständnis", so Peronace. Es liege allein an der Geschäftsleitung der BOB, ob es in der zentralen Frage zur vollen Anrechnung von Fahrgastfahrten auf die Arbeitszeit eine schnelle Einigung gibt. "Andernfalls wären wir zur Durchsetzung unserer berechtigten Forderung zu weiteren Streikmaßnahmen gezwungen", so Isidoro Peronace.

Pressemeldung Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft

Rubriklistenbild: © dpa

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