OVB-Serie zur Leukämie

DKMS: Weltweit größte Datenbank

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Rosenheim/Landkreis - Sabrina Krüger ist Teamleiterin „Spenderneugewinnung“ bei der DKMS, der Deutschen Knochenmarkspenderdatei, einer gemeinnützigen Gesellschaft mit Hauptsitz in Tübingen. Ein Interview:

Was macht ihre Organisation?

Sabrina Krüger

Krüger: Alle 16 Minuten erhält ein Patient in Deutschland die Diagnose „Blutkrebs“. Unter den Erkrankten sind viele Kinder und Jugendliche. Zahlreichen dieser Patienten kann nur durch eine Stammzelltransplantation geholfen werden. Da höchstens 30 Prozent der Patienten einen geeigneten Spender innerhalb der Familie finden, ist der Großteil auf einen Fremdspender, also einen Spender außerhalb der Familie, angewiesen. Die DKMS ist Teil der weltweiten DKMS-Familie. Diese ist mit über 5,9 Millionen registrierten Stammzellspendern der weltweit größte Dateienverbund.

Wer hat die Gesellschaft gegründet und aus welchem Anlass?

OVB-Serie Leukämie:

Krüger: Den Anstoß zur Gründung der DKMS gab 1991 das Schicksal der leukämiekranken Mechtild Harf, die eine Stammzelltransplantation benötigte. Die Lage war schwierig, denn bundesweit waren nur 3000 Spender registriert, eine zentrale bundesdeutsche Datei existierte nicht. So starteten Ehemann, Töchter, Familie und Freunde verschiedene Registrierungsaktionen, um einen passenden Spender zu finden. Schließlich gründeten Dr. Peter Harf und Prof. Dr. Gerhard Ehninger, Mechtild Harfs behandelnder Arzt, am 28. Mai 1991 in Tübingen die DKMS als gemeinnützige Gesellschaft.

Was ist heute das Aufgabengebiet der DKMS?

Krüger: Heute ist die DKMS der weltweit größte Verbund von Stammzellspenderdateien: Hier sind 5,9 Millionen potenzielle Stammzellspender registriert, allein in Deutschland sind es 4,3 Millionen. Pro Monat werden rund 380 Stammzellspenden an Blutkrebspatienten im In- und Ausland vermittelt. Insgesamt konnten DKMS-Spender weltweit bereits 53.670 Patienten neue Lebenshoffnung schenken. In Deutschland organisiert die DKMS pro Jahr mehr als 1200 Registrierungsaktionen, bei denen mehr als 640.000 neue potenzielle Stammzellspender aufgenommen werden. Inzwischen kann in Deutschland für etwa 80 Prozent der Betroffenen ein Spender gefunden werden.

Interview: Knothe (Oberbayerisches Volksblatt)

Stammzellenspender gesucht

Für viele Leukämie-Kranke ist eine Transplantation von Stammzellen die letzte Chance auf Leben. Glücklicherweise eröffnen sich heute dank des Fortschritts in der Medizin weitaus bessere Möglichkeiten für Patienten mit Leukämie als noch vor 20 Jahren. Denn nicht immer genügt eine Chemotherapie wie bei Julia. Fakt ist: Weltweit erkrankt alle 35 Sekunden ein Mensch an Blutkrebs. Es ist oft ein Wettrennen mit der Zeit, bis ein geeigneter Spender gefunden ist. Die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) mit Hauptsitz in Tübingen sammelt medizinische Spenderdaten, die für eine Transplantation nötig sind. Eine Registrierung mit einem Wattestäbchen von der DKMS genügt. Ausführliche Info dazu unter www.dkms.de.

Rubriklistenbild: © re

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