OVB-Serie zur Leukämie

Die wichtigsten Begriffe

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Rosenheim/Landkreis - In einer Serie befassen wir uns mit Leukämie. Gestern berichteten wir bereits über Julia, die als Kind die tödliche Krankheit besiegte. Heute, die wichtigsten Begriffe zur Leukämie:

Immunsystem

Das körpereigene Abwehrsystem gegen Krankheiten. Leukozyten.Wesentliches Merkmal dieses Abwehrsystems ist, dass es Krankheitserreger oder fremde Substanzen als „feindlich“ erkennen und Gegenmaßnahmen aktivieren kann.

Weiße Blutkörperchen

Sie spielen die Hauptrolle im Kampf des Körpers gegen Infektionen. Diese Zellen sind in drei Hauptgruppen unterteilt: Granulozyten, Lymphozyten und Monozyten. Beim gesunden Menschen ist nur ein geringer Teil der im Körper vorhandenen Leukozyten im Blut zu finden. Die meisten Leukozyten befinden sich im Knochenmark beziehungsweise in verschiedenen Organen und Geweben. Eine Erhöhung der Leukozytenzahl im Blut deutet auf eine Krankheit hin.

Knochenmark

Im Knochenmark befindet sich die Produktionsstätte für Blutstammzellen, aus denen die verschiedenen Blutzellen gebildet werden. Rote Blutkörperchen oder Erythrozyten vier bis fünf Millionen pro Milliliter Blut (Normwert). Sie transportieren den Sauerstoff. Weiße Blutkörperchen oder Leukozyten 4000 - 9000 pro Milliliter Blut. Sie sind die Abwehr gegen Fremdkörper. Blutplättchen oder Thrombozyten 150.000-300.000 pro Milliliter Blut. Sie sorgen für die Blutgerinnung.

Blutstammzellen

Vorstufe aller Zellen des Blutes und des Immunsystems sind die blutbildenden Stammzellen. Aus ihnen entstehen die roten und weißen Blutkörperchen und die Blutplättchen. Die Blutstammzellen sitzen im Knochenmark, wo sie sich ständig teilen und neue Blutzellen bilden. Nach einer bestimmten Zeit der Reifung werden sie ins Blut ausgeschwemmt. Hieraus können Sie für eine Transplantation entnommen, behandelt und dem Spender zurückgegeben (autolog) oder einem Empfänger (allogen) transplantiert werden.

Stammzellentransplantation

Bei der Knochenmark- oder Stammzellentransplantation werden gesunde Blutstammzellen übertragen. Lange Zeit war das Knochenmark die alleinige Quelle für Transplantate mit blutbildenden Stammzellen. Heute wird das Transplantat vor allem aus dem im Körper zirkulierenden (peripheren) Blut gewonnen. Nach Gabe eines körpereigenen Wachstumsfaktors vermehren sich die Stammzellen und werden ins Blut ausgeschwemmt. Anschließend können die Stammzellen durch eine spezielle Zentrifuge aus dem Blut gewonnen werden. Im Gegensatz zur Knochenmarkentnahme ist dadurch eine Entnahme von Stammzellen ohne Narkose möglich.

Beckenkammpunktion

Verfahren zur Untersuchung von Knochenmark. Hierfür wird mit Hilfe einer Nadel ein zwei Zentimeter langer Gewebezylinder aus dem Beckenknochen beziehungsweise Knochenmarkflüssigkeit entnommen.

(Quelle: Stiftung deutsche Krebshilfe)

Stammzellenspender gesucht

Für viele Leukämie-Kranke ist eine Transplantation von Stammzellen die letzte Chance auf Leben. Glücklicherweise eröffnen sich heute dank des Fortschritts in der Medizin weitaus bessere Möglichkeiten für Patienten mit Leukämie als noch vor 20 Jahren. Denn nicht immer genügt eine Chemotherapie wie bei Julia. Fakt ist: Weltweit erkrankt alle 35 Sekunden ein Mensch an Blutkrebs. Es ist oft ein Wettrennen mit der Zeit, bis ein geeigneter Spender gefunden ist. Die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) mit Hauptsitz in Tübingen sammelt medizinische Spenderdaten, die für eine Transplantation nötig sind. Eine Registrierung mit einem Wattestäbchen von der DKMS genügt. Ausführliche Info dazu unter www.dkms.de.

OVB-Serie Leukämie:

In der OVB-Serie zum Thema Leukämie veröffentlichen wir in den kommenden zwei Tagen zwei weitere Artikel:

  • Wenn Killer ein System angreifen (Professor Dr. Rudolf Pihusch aus Rosenheim erklärt die Behandlung bei Leukämie)
  • DKMS: Weltweit größte Datenbank (Interview mit Sabrina Krüger, Teamleiterin "Spendenneugewinnung" bei der DKMS)

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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